Charakterliste
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gespielt von alice
36 Jahre
Reiter
Dein Lachen ist ansteckend und ungehemmt, dein Lächeln ist offen und herzlich und ehrlich — mit dir in der Nähe kann man’s gut aushalten. Bist lieber leicht als schwer, siehst hin statt weg, bist hilfsbereit, bist aufmerksam und einfühlsam. Mama sagt, du hast eine zarte, liebevolle Seele. Hast als Kind verletzte Vögel aus dem Wald nach Haus getragen und kleine Schnecken vom Waldweg vorsichtig zurück ins hohe Gras gesetzt. Du schätzt das Leben und das fast ohne Ausnahme — kein Wunder, dass deine Siegelkraft das Gegenteil von einer der vielen verheerenden Mächte ist. Du zerstörst nicht, du lässt wachsen und neu entstehen und wächst dabei regelmäßig über dich selbst hinaus. Dass man dich nicht nur einmal (aber meist hinter deinem Rücken) als wandelnde green flag bezeichnet, hat nichts mit deinem Händchen für Pflanzen zu tun, sondern mit einem Herzen am rechten Fleck und einer Einstellung, auf die deine Eltern stolz sind — weil du die Werte, die sie dir mitgegeben haben nie verloren hast.
Fast nie. Dass du in der Schlacht von Aretia auf Seiten des Königreiches viel getan und viel gesehen und sehr viel verloren hast, hat deinen Schatten dunkelrot gefärbt und auch, wenn du dir davon heut nur noch selten etwas anmerken lässt (oder anmerken lassen willst), verändert hat’s dich trotzdem. Über die Zeit sprichst du so gut wie nie, noch weniger über die alte Verletzung, die nie komplett geheilt ist und dich nach besonders langen Tagen oder bei besonders heißem Wetter heimsucht; wie ein Geist, der mit Ketten rasselt und dich nicht vergessen lässt was fünf Jahre her ist. Nur, dass du dich darüber nicht definieren willst. Du bist ein lebensfroher und lebensbejahender und lebensschätzender Mensch, du hast die Frau für’s Leben gefunden, du liebst deine Familie, du hast Freunde und der Vater deiner Freundin ist wie ein Vater vor Ort für dich, wo dein eigener nicht so schnell erreichbar ist. Du rückst Nymrith immer wieder in ein hübsche(re)s Licht, weil du weißt wie viel Blumen und Bäume ausmachen können (Hoffnung, vor allem geht’s um Hoffnung). Du bist ein Kindermagnet und kannst ziemlich gut mit kleinen Menschen. Du stellst eigenen Honig her, hast die Bienen im Garten deines sozusagen (noch nicht ganz, aber hoffentlich bald) Schwiegervaters angesiedelt und manchmal bringst du heut noch ein verletztes Vögelchen nach Hause. Du bereitest Picknicke im Sonnenuntergang vor — auch, wenn dein Drache dich für deine romantische Ader still belächelt; ihr seid dennoch ein verdammt gutes und eingespieltes Team. Ihr fliegt zusammen immer mal wieder durch’s halbe Königreich um anfordernden Stützpunkten mit Nutzpflanzen die Versorgung zu erleichtern und du liebst es, das Rumkommen, das Aushelfen, aber du liebst es noch mehr danach wieder Zuhause zu sein. Bei ihr. Du liebst sie. Oh, und du wärst ein wundervoller Vater und hoffst, dass du das irgendwann auch wirklich bist. Du bist Leben und Liebe und Wachstum und Hoffnung und du bist ein guter Mann.
11 Ingameposts | 21.06.2025, 12:59
Militär Navarre
gespielt von Lini
22 Jahre
Reiter
Müde Augen blicken dir aus dem Spiegel entgegen. Müde Augen, die nie dafür bestimmt waren, in diesem Teil des Basgiath War Colleges zu sein und dennoch hast du es irgendwie geschafft sogar bis zum 3. Jahr zu überleben. Du warst nie bestimmt dafür, ein Kämpfer zu werden, sondern ein Heiler. Du hattest dich darauf vorbereitet und von deiner Mom gelernt, wie man Anderen helfen und ihre Leiden lindern konnte. Du hattest so vieles darüber gelernt, wie man heilte, aber nie darüber, wie man kämpfte und tötete. Das musstest du alles selbst erlernen, wenn du nicht sterben wolltest. Ohne je etwas damit zu tun gehabt zu haben, wurdest du durch die Rebellion gezeichnet, an der deine Eltern beteiligt gewesen waren. Ohne es zu wollen, musstest du bei der Hinrichtung deiner Eltern und deines Bruders zusehen. Bilder die sich in dein Gedächtnis eingebrannt hatten. Ohne es zu wollen, wurdest du von deinen Geschwistern getrennt und ihr musstet die Jahre bis zum Basgiath War College alleine überstehen, da ihr nicht einmal Kontakt miteinander haben durftet.
Dein Weg führte dich zu einer Herzogfamilie in Elsum. Weit weg von deinem zu Hause und in eine fremde Familie, die dich nicht wollte, aber aus Regimtreue aufgenommen hatte. Du hattest versucht dich irgendwie einzufinden, ihnen zu helfen und keine Last darzustellen. Allerdings war deine bloße Existenz für sie eine Last. Deshalb wurdest du mehr wie ein Diener behandelt, als wie ein Pflegekind, womit du dich abgefunden hattest. Allerdings wolltest du dich nicht damit abfinden, dass du wegen den Vergehen anderer sterben solltest in einem Quadranten dem du nie beitreten wolltest. Aber du hast versucht dich darauf weitestgehend vorzubereiten, so gut es irgendwie ging. Im Geheimen hattest du die Gerätschaften der Tochter des Hauses benutzt, die sich selbst auf den Reiterquadranten vorbereitet hatte. Somit konntest du dich zumindest etwas darauf vorbereiten, nicht sofort zu sterben, kaum, dass du deinen ersten Fuß auf den Viadukt gesetzt hattest. Vermutlich hatte man dir nicht zugetraut, dass du überleben würdest, dass du sogar so lange überleben würdest. Nach dem Viadukt hast du sogar irgendwie den Gauntlet geschafft, wobei dabei wohl mehr Glück reingespielt hatte. In dem Übungen warst du nämlich immer kläglich gescheitert, bis du es dann doch geschafft hattest. Bei der Präsentation ist dir ein grüner Drache sofort ins Auge gesprungen. Die blassgrünen Schuppen hättest du wohl überall erkannt, denn es war der Drache deines Vaters, der offenbar wieder bereit war sich neu zu binden. Gespannt hattest du beobachtet, wen er wohl binden würde, bis er schlussendlich beim Dreschen vor dir stand und dir offenbarte, dass er dich erwählt hatte. Überraschung hatte dich durchflutet und tatsächlich etwas Hoffnung, dass du doch das Ganze überleben könntest, jetzt, wo sich ein Drache für dich entschieden hatte. Die Bindung zu Vark gab dir eine Menge Selbstbewusstsein und Ehrgeiz zu überleben, stärker zu werden und nicht nur als Prügelknabe zu fungieren. Erst nach dem Dreschen hattest du dich mehr und mehr mit anderen Gezeichneten beschäftigt und am Ende deines ersten Jahres weihte dein Drache dich in alles ein. Das Wissen machte dir Angst und zugleich sorgte es dafür, dass du ein Sinn darin gesehen hattest weiter zu machen und, dass deine Eltern und dein Bruder nicht umsonst gestorben waren. Mittlerweile bist du selbst in der Rebellion verwoben, sogar im Schmuggel involviert und vielleicht fühlst du dich zum ersten Mal zugehörig. Auch wenn es bedeutete, dass du vor deinen engsten Personen Geheimnisse wahren musstest, um sie zu schützen.
13 Ingameposts | 23.04.2025, 16:33
Basgiath War College
gespielt von Lini
36 Jahre
Sonstige
Dein Leben war nie dazu bestimmt den Weg als Reiter einzuschlagen oder wahrscheinlich eher um diesen Weg zu überleben. Doch für dich war es schon früh klar, dass du diesen Weg gehen willst, um andere zu beschützen. Vor allem, nachdem du schon dein ganzes Leben mitbekommen hast, wie Menschen in deinem Umfeld bei Überfällen getötet werden. Einfach so. Als waren die Leben komplett irrelevant und nicht existent. Also hast du dich dazu entschlossen Menschen beschützen zu wollen und am besten konntest du dies auf dem Rücken eines Drachen - zumindest nach deiner Auffassung. Deine Familie war nicht begeistert von deinem Plan. Sie versuchten dich zu überreden dich einem anderen Quadranten anzuschließen. Immer und immer wieder hörtest du, dass du den Reiterquadranten nicht überleben würdest. Vielleicht hatten sie recht, aber du wolltest es versuchen. Also hast du angefangen dich vorzubereiten. Deine Familie konnte dir dabei nicht helfen, wurde doch nie einer aus diesen Reihen zum Reiter. Du wärst der Erste - solltest du es schaffen. Also hattest du dich mehr als nur bemüht und angestrengt. Alles was du hattest, hast du rein gesteckt, um dich vorzubereiten. Wahrscheinlich warst du dennoch weit hinter den Kadetten die von ihren Familien darauf vorbereitet worden waren. Trotzdem hast du den Weg zum Basgiath War College angetreten und trotzdem hast du dich dem Reiterquadranten angeschlossen. Der Viadukt war noch dein geringstes Problem, weil du Gleichgewicht viel trainiert hattest - so gut es eben ging in deinem Heimatdorf und deinen begrenzten Mitteln. Der Gaunlet hatte dir mehr zu schaffen gemacht und du warst lange Zeit hinter den anderen Kadetten von den Leistungen. Dennoch hattest du weiter gekämpft und auch den Gauntlet schließlich überwunden, ebenso wie deine erste Präsentation und das erste Dreschen. Aber kein Drache hatte dich in deinem ersten Jahr gebunden. Also musstest du es erneut versuchen im zweiten Jahr. Ob du Angst hattest, als ein imposanter, gigantischer und furchteinflößender roter Skorpionschwanz direkt vor einen anderen Kadetten verbrannte? Ziemlich. Ob du weiter gemacht hattest? Sowas von! Beim zweiten Dreschen wurdest du schließlich von eben jenem roten Skorpionschwanz gebunden, der sich dir als Smash vorstellte. Mühsam konntest du auf seinen Rücken klettern und dich in den Sitz begeben ehe er abhob. Das war wohl mitunter das unbeschreiblichste Gefühl überhaupt für dich. Es war wohl Smash zu verdanken, dass er dich im Sitz hielt und du nicht direkt den Tod bei deinem ersten Flug fandest und ihr schlussendlich am Flugfeld gelandet seid. Man sollte meinen, dass die Gefahren mit einem Drachen weniger werden sollten. Allerdings fanden andere ungebundene Kadetten, dass du Smash nicht verdient hattest und man hatte versucht dich zu töten. Smash warnte dich und einer der Kadetten war der Erste den du getötet hattest. Den anderen hattest du schwer verwundet, ehe der Dritte sich verzog. Deine Verletzungen waren zwar auch nicht ohne, aber die Heilkundigen bekamen dich wieder hin. Das Band zwischen Smash und dir wurde stärker mit jedem Moment den ihr zusammen überstanden hattet. Jeder Kampf hatte euch näher zusammen geschweißt und ihr wurdet zu einem eingeschworenen Team. Ein gefährliches Duo welches es sich zur Aufgabe gemacht hatte, die navarrische Bevölkerung vor allem zu beschützen - wobei Smash‘ Gründe wohl eher hauptsächlich darauf lagen die Drachen und das Vale zu schützen, während die Menschen eher an zweiter Stelle standen. Außer vielleicht sein Reiter, den er nicht nur einmal beschützt hatte.
Dann kam der 27. August des Jahres 633 n.V. und der Angriff der Veneni und Wyvern, was das Leben von Kastiel wurde komplett über den Haufen geworfen hatte. Unfreiwillig wurde er Teil eines Staatsgeheimnisses und es glich wohl eher einem Wunder, dass er und - bis auf zwei arme Seelen die Malek übergeben wurden - seine Staffel lebendig aus dieser Sache herauskamen. Doch damit war das Grauen nicht vorbei und die Staffel musste eine folgenschwere Entscheidung treffen, als eher durch Zufall ein Gespräch belauscht wurde und man davon ausging, dass sie getötet werden sollten aufgrund dieses Wissens welches sie durch den Angriff erhalten hatten. Sie flogen über die Grenze nach Poromiel und von dort an führte der Weg sie in eine ungewisse Zukunft. Doch für Kastiel gab es auch einen Funken Hoffnung. Hoffnung darauf seine verschwundene Familie zu finden. Seine Schwester, seine Nichte und sein Neffe wurden nach Poromiel verschleppt bei einem Angriff vor rund drei Monaten. Trotz der Tatsache, dass er nun fernab seiner Heimat in Poromiel, genauer gesagt in Cygnisen nach ihnen suchen kann, gibt ihm ein Stück davon zurück, was er in den letzten sieben Wochen zu verloren geglaubt hatte. Immer an seiner Seite sein Drache Smash, der ihn seit der Bindung immer begleitet hatte und es auch weiterhin würde. Egal wohin der Weg sie noch führen würde.
6 Ingameposts | 17.04.2025, 13:29
Zivil Poromiel
gespielt von telfi
50 Jahre
Reiterin
Ist das etwa Weisheit, die in den hellblauen Augen aufblitzt? - wahrscheinlich nicht. Es ist eher der Schalk, der nur allzu oft in ihrem Blick mitwirkt und darauf hindeutet, das nicht alles, was sie sagt bitterernst gemeint ist. Eowyns Stimme bleibt ohne Zweifel in Erinnerung. Nicht prägnant und vordergründig, wie die Worte eines Vorgesetzten, die mit Angst und Gehorsam verbunden ist. Eowyn ist keine begnadete Sängerin oder trägt Gedicht vor, aber ihr Wortlaut ist butterweich, begleitet von Wärme, wenn gebraucht und scharf, wenn sie Anweisungen gibt. Ein Singsang, der an manchen Tagen wie das begleitete Rauschen einer ruhigen See klingt. An anderen Tosend, wie die Wellen, die am Gestein brechen. Eine ihrer Freundinnen hat einmal gesagt, dass ihre Stimme nach Heimat klingt, egal wo auch immer dieses Zuhause gerade ist. Vielleicht sind es aber nicht nur ihre Worte die wirken, sondern auch ihr Auftreten. Eowyn kann Ruhe und Geborgenheit ausstrahlen. Sie hat aber auch die Aura von jemandem, der sofort in einen anderen Zustand umschwenken kann.
Gib ihr den Anlass wütend zu sein und du bereust deine Bemühungen darum. In gewissen Charakterzügen entdeckt man die Verwandtschaft zu ihrem Bruder – wenn nicht die strahlend blauen Augen schon genug Indiz sind. Eowyn ist ehrlich. Eowyn hat kein Problem damit non-ladylike den Mund aufzumachen. Und Eowyn ist bereit viele ihrer Grenzen hinter sich zu lassen, um Problemen und schwierigen Aufgaben zu begegnen. Sie kann ohne Mühe drei Dinge an positiven Eigenschaften für die meisten Leute aufzählen, die sie kennt und ihr was bedeuten. Ihr im Grunde genommen sehr gutes Herz ist weich und zerfliesst an manchen Tagen, wenn sie sich zu einer Babykatze oder einem Ferkel runterneigt. Die Frau hat sich schon immer den Leuten angenommen, die Hilfe brauchen. Sie hat Streuner in das kleine Haus ihrer Familie gebracht, eine viel zu emotionale Bindung zu einem Huhn mit Neun aufgebracht und noch wochenlang ihre Mutter an der Nase herumgeführt, als sie keine Eier mehr gelegt hat. In all den Schwärmen, in denen sie bereits gedient hat, hat sie immer die Aufgabe übernommen Neuen einen sicheren Hafen zu bieten. Das Militär hat sie an manchen Tagen zwar hart werden lassen, vergessen lassen, dass in ihr als Mensch auch noch Mitgefühl stecken müsste. Diese doch so prägende Eigenschaft konnte man aber nie gänzlich ausmerzen. Eowyn kann mittlerweile besser als in jungen Jahren noch schwierige Entscheidungen fällen, gänzlich an ihr vorbei gehen sie dennoch nicht ganz. Resilienz geht nicht einher mit dem Verleugnen der Dinge, die man tut und gewillt ist zu tun. Man lässt die Gefühle zu, die sie einen durchleben lassen – das ist ihr Weg.
17 Ingameposts | 30.03.2025, 14:40
Militär Navarre
gespielt von Miri
38 Jahre
Reiter
Dein Lachen ist laut. Da, hier, wo’s laut sein darf. Frei. Rollst mit den Augen, immer noch lachend. Hast Blicke bei denen, die dir Geschichten so erzählen, dass sie lebendig werden. Immer zwei offene Ohren und den Mund, die Lippen, Kinnlade, ein Stück runter. Eine Frage, noch eine, zwei, drei. Kannst nie genug wissen, nie genug haben. Die Neugierde, die hinter den aufmerksamen Blicken steckt, die’s schließlich nie gestillt. Manchmal da fällt es dir richtig leicht die richtigen Fragen zu stellen, an den richtigen Orten zu sein, da zu sein. Dann ist dieses: ein guter Freund sein, so leicht als wär das alles was du bist. Obwohl du oft genug das Gegenteil davon bist, das Gegenteil von leicht, das Gegenteil von gut.
Die Ruhe, die Stille, das Abwarten. Sturm, der unter deinem Brustkorb tobt und nur die Miene, die nach Außen nichts durchscheinen lässt. Bist kontrolliert, gefasst, nachdenklich. Lieber zwei Worte zu spät, als überhaupt etwas sagen, weil du deine Zeit brauchst um Entscheidungen zu treffen mit denen du dich wohl fühlst. Du willst nichts falsch machen. Sei es bei den einfachen Dingen, oder den großen. Deine Mutter sagt, dass du hättest dem Brot beim Backen zusehen können, weil ihr in eurer Ruhe, dem stillen aufgehen, so gleicht. Da sind Geheimnisse, Dinge, die du nicht sagst, nur denkst, still trägst, die sich mit wenigen, mit beinahe niemanden und dann mit niemanden teilen lassen. Gewicht, das auf deinen Schultern sitzt. Verantwortung, der du nie ausweichst, auch wenn du nicht danach gefragt hast, weil du immer ja sagen, immer helfen würdest. Nicht, dass du es zugibst, das Weiche oft versuchst zu verstecken, aber’s ist da. In den kleinen Gesten, die so nebensächlich wirken, dass sie’s niemals wirklich sind. Du bist der zum Anlehnen, wo die Tür immer offen steht, wo man nicht nachfragen muss, wenn man aus Albträumen aufwacht und wo nächtelang gesprochen werden kann, weil man weiß, dass du dem Zuhören nicht müde wirst. Noch einen Ratschlag mehr geben kannst. Mehr geben willst. Du hältst, hältst fest und bist der doppelte Boden, das sichere Netz, immer offene Arme, die bereit sind zum Fangen. Man muss an den ganzen offensichtlichen Dingen schon vorbei sehen wollen, um die Tränen, das Zerbrechliche zu sehen. Da wo der Schmerz sitzt, bist du so fürchterlich still, dass da beinahe gar nichts ist. Hast früher so gern gesprochen, über den Mann der du sein wolltest und verlierst heute so wenig Worte über den Mann der du bist. Nicht über die Frage, ob sie stolz wären. Deine Mutter, dein Vater. Stolz über den Reiter zu dem du Herangewachsen bist. Stolz über die Stürme, denen du trotzt und liebevoll zu den Unruhen in dir selbst. Wüsstest gern, ob sie Angst hätten, weil du Teil von etwas Großem bist, ob sie dich noch wieder erkennen würden, oder ob du schon so lange schweigst, dass da nichts mehr zu erkennen ist.
7 Ingameposts | 01.05.2025, 11:06
Militär Navarre
gespielt von Rieke
22 Jahre
Reiter
Man munkelt, ob er eigentlich schon immer so war; denkt, der Verlust seiner Familie hätte ihn so distanziert werden lassen, so zynisch, schwarzmalerisch. Weil man sich eben kaum vorstellen konnte, dass ein Junge mit 14 oder 15 Jahren bereits so wäre. Nur war Fin eben genau das. Wirkte schon immer desinteressiert und als würde er dem Leben nicht viel abverlangen, nicht viel erwarten und noch weniger anstreben. Dabei sah er einfach nie ein Problem damit, ein einfaches Leben zu führen, ohne unnötige Strapazen oder Risiken, die einem jeden Tag das Leben kosten könnten. Noch nie hatte er verstanden, was andere daran so reizte oder wieso ihnen manche Angelegenheiten so wichtig waren. Bei ihm waren das die wenigsten Dinge.
Dabei könnte man meinen, ausgerechnet er müsste es verstehen, wo seine Eltern doch zuhause beinahe täglich Predigten für ihn hielten, dass er alt genug wäre, sich zu beteiligen und die Rebellion ernst zu nehmen. Dass sie notwendig war. Etwas, was Fin nicht einmal unbedingt bestreiten würde. Den Sinn dahinter sah er, die Logik. Da war nur kein Reiz, sich all dem anzuschließen und sein Leben zu riskieren. Wieso das, was man hatte, noch bewusst verkürzen wollen? Vor allem, wo es ihn doch gar nicht schlecht erwischt hatte. Eltern – auch wenn sein Dad nur sein Stiefvater war, doch wo zog man eigentlich den Unterschied? Klar, man stritt sich mal, aber er wurde immer anerkannt, hatte sogar als Kleinkind dessen Nachnamen bekommen – eine jüngere Schwester, ein Haus in einem kleinen Dorf. Es hätte alles friedlich sein können. Kein Drama, kein Stress, kein Grund, sich zu engagieren. Desinteressiert. Direkt in seiner Meinung, aber dennoch nicht bereit, sich auf Diskussionen einzulassen. Sollte man ihn doch feige oder naiv nennen, wenn er Befehlen folgte, selbst wenn er etwas anders sah. War das denn sein Leben wert? Er hasste den Moment, als ihm klar wurde, dass er Reiter werden musste – es zumindest versuchen – mehr, als den Moment, in dem er der Hinrichtung seiner Eltern zusah. Für seine Psyche sprach das sicher für den einen oder anderen Außenstehenden Bände, doch das war eben genau das Risiko, von dem seine Mutter immer gesprochen hatte. Und sie hat verloren. Jetzt war er dran im Spiel. Aber er wollte gewinnen. Und gewinnen hieß überleben. Selbst wenn es ein endloser Kreis wäre, weil er eigentlich nie gewinnen würde, wenn er doch nie Reiter hatte werden wollen. Aber dem ganzen vorsätzlich ein Ende machen? Vielleicht war er doch feige. Aber wer hatte keine Angst zu sterben? Nur Idioten, seiner Meinung nach. Wie schnell sowas gehen könnte, ruft ihm das Mal an seinem linken Arm täglich ins Gedächtnis. Ein Leben, dass er nicht vorgesehen hatte, das er aber auch nicht einfach beenden konnte, weil sein Kopf sagte, aus Prinzip müsste er den Leuten jetzt zeigen, dass es nicht so leicht war. Dabei war der Tod unvermeidlich. Eine Art, die nicht bei jedem gut ankommt. Glücklicherweise war es nie sein Ziel, bei allen beliebt zu sein. Er überlebte, einen Tag nach dem anderen. ‘Ja, Sir’, ‘Nein, Sir’, Unterricht und Trainings. Wirklich nichts, was er sich ausgesucht hätte, aber so sah es seit nunmehr über zwei Jahren aus.
37 Ingameposts | 10.04.2025, 18:03
Basgiath War College
gespielt von Miri
38 Jahre
Reiter
Du hast die Augen geschlossen.
Valdin. Du hörst gar nicht richtig hin. Valdin? Öffnest die Augen, langsam blinzelnd. Müdigkeit, die nur gemächlich aus deinem Gesicht weicht. Du bist gut darin so zu tun als wären dir Sachen egal. Arme verschränkt. Der Gesichtsausdruck immer ein bisschen gelangweilt. Als könnte dich nichts wirklich beeindrucken, als würde nichts passieren, das dich irgendwie was angeht. Manchmal lässt sich darin noch der bockige, kleine Junge erkennen, der keine Zeit hatte Kind zu sein. Ist der Grund warum‘s dir schwer fällt deine Grenzen zu wahren, dein Leben nicht zu behandeln als hättest du fünf. Rutscht von einem extrem ins nächste, von: nur Grenzen und keinen Schritt zum Leben, zu: dem genauen Gegenteil. Tief durchatmen. Dich beruhigen. Alles Dinge, die nie funktionieren. Für gute Ratschläge ist es dann, wenn du längst einen Schritt zu weit, mit dem Dickkopf durch die Wand bist, längst zu spät. Dein Grummeln ist manchmal laut, manchmal leise. Kritischer Blick, eine Augenbraue oben. Das kannst du gut. Erstmal dagegen sein, erstmal so tun als wär‘s scheiße. Auch wenn du es ganz anders wahrnimmst, auch wenn du dich eigentlich nur beschwerst um dich zu beschweren und naja — nicht weil es dich wirklich stört. Hast‘s Bedürfnis oft und viel deine Meinung zu sagen, selbst wenn du davon wenig hast. Gern mit dem Finger in die Wunde. Alles, nur um von den eigenen Dingen abzulenken. Dabei kannst du auch weicher, verletzlicher sein. Versteckst es gut hinter der Fassade mit der du irgendwann in Basgiath dachtest durchzukommen. Weil sich vorgetäuschte Stärke beinahe wie echte angefühlt hast. Hast nur irgendwann vergessen, dass du das eigentlich gar nicht mehr brauchst. Dass du aufhören kannst zu spielen, ein bisschen mehr — echt sein könntest. Wozu die Scharade hinter bissigen Kommentaren, die Distanz wahren sollen. Nur damit niemand dich verletzen kann? Zu spät. (War was?) Versuchst dir nicht anmerken zu lassen was alles hinter dir liegt. Schweigst, wenn andere von Zuhause, ihren Eltern erzählen. Willst nichts von den schlechten Erinnerungen teilen. Als könntest du dann den Schmerz und die Angst, die hinter dir liegt vergessen. Ungelesene Briefe in Schubladen, die eine andere Sprache sprechen, sowie Nächte in denen du schweißgebadet aufwachst. Findest keine Worte für das was du erlebt hast. Für das Zucken, wenn jemand nur die Hand nach dir ausstreckt und den Schmerz, der in deinem Namen ruht.
16 Ingameposts | 14.04.2025, 15:10
Militär Navarre
gespielt von Miri
23 Jahre
Reiter
honey, it already did.« Da bist du. Immer nur du, du, du, du, du. Da ist wenig Platz für andere Dinge, wenig Platz für andere. Bist Meister darin alle auf Abstand zu halten, während du dich selbst immer mehr in dir zurückziehst. Stille und Einsamkeit, weil du immer einen Schritt zurück machst und gleichzeitig alles von dir drückst, schubst, was auch nur einen Blick in deine Richtung wirft. Hast dich nie gefragt, ob du die Stille wirklich magst, sie war — einfach da (Sprachlosigkeit, oft, Freunde, Gruppen, Zusammenhalt. Hochgezogene Augenbraue. (Wie bitte?) Körper immer unter Storm, angespannt. Zusammenzucken, wenn dir jemand zu nah kommt, nicht berührt werden wollen, nie, nicht wirklich und wenn doch eher aggressiv reagieren, Musst nicht spielen das Arschloch zu sein, du bist einfach — Versteckst deine Unsicherheiten so gut hinter all dem, dass sie kaum jemand bemerkt. Ist schwer neben dem ehrgeizigen Training, dem leicht gehobenen Kinn, der beinahe immer gehobenen Hand im Unterricht, nicht zu glauben, dass dir alles zufällt. Alles leicht fällt. Die reichen Eltern, der vermeintlich gute Name, der große grüne Drache. Alles perfekt, alles gut. Toll eine Siegelkraft zu haben, die so wichtig für’s Land ist — oder? Angstschweiß, zitternde Hände, schnelles ein und ausatmen. Toll. Wie dunkel es wird, in dir und um dich herum, das bleibt bei dir. Sind wenige mit denen du die Stille wirklich genießen, aushalten kannst. Wo du wirklich hinhörst und nicht mit einer Lüge antwortest, keine Fallen stellst. Aber selbst da machst du den Mund nicht wirklich auf, kriegst die Worte und Fragen nicht ausgesprochen. Schiebst die Wutausbrüche immer auf Andere. Deren Unfähigkeit, dem was dich da stört. Nicht darauf wie wenig du mit Kritik umgehen kannst, wie der Druck dich zermürbt, wie’s alles drückt und stört und kein richtiges Ventil findet. Kennst es nicht anders. Du, du, du, du — aber wer soll das überhaupt sein? Scheiße.
2 Ingameposts | 06.07.2025, 17:25
Basgiath War College
gespielt von Miri
30 Jahre
Reiterin
Dein Lachen ist ganz laut, wird begleitet von 'nem Augenrollen. Spinner, murmelst du tonlos. In Basgiath machen sie noch Witze darüber, dass man dich nicht provozieren soll, das Monster wecken. Den Kraken, den Drachen, da gibt’s eintausend Witze drüber und du rollst immer mit den Augen. Das sagen sie, weil du eigentlich nie aus der Haut fährst und weil sie denken, dass wenn du’s tust, dass die Explosion dann riesig sein muss. Stimmt auch. Du kannst aus der Haut fahren, richtig wütend werden. Zuschlagen, am liebsten mit der Faust. Wobei dir ein Tritt auch immer gut gefällt (wenn du ihn austeilst). Ist die Sache mit dem unterschätzt werden, die dir nicht passt. Kannst von dir behaupten bisher jeden eines besseren belehrt zu haben, der dich unterschätzt hat. Musst im Training einmal zu oft hören, dass es schön wäre, wenn dein Ehrgeiz immer gleich gigantisch wäre und nicht noch ein bisschen größer, wenn man dich provoziert. Aber da lachst du schon wieder; egal. Zu klein, zu friedfertig, zu lieb — von wegen. Du bist all das. Vor allem lieb(evoll). Hindert dich nicht dran das andere auch mit zu bringen, du bist schließlich nicht ohne Grund Reiterin geworden. Aber und das aber ist hier besonders groß, aber du bist auch die Sorte Reiterin, die man gern zeigt. Das nette Gesicht, die freundliche Ader, jemand die schon mehr Vertrauen ausstrahlt als ein Drache das normalerweise tut. Dir fällt’s leicht auf Menschen zuzugehen, sie in dein Herz und in deine Arme zu schließen. Kannst da sein, zu hören. Immer wieder geben, geben, geben ohne davon müde zu werden. Bist Hüterin von Geheimnissen und Sorgen. Bist diejenige, die man aufsucht, wenn’s schwer um’s Herz wird, weil es sich immer ein bisschen anfühlt wie nach Hause kommen, wenn du anfängst zu lächeln. Weil du’s leicht machst. Dein Vater würde sagen, dass du da ganz nach deiner Mutter kommst, Francis. Mit aufgestützten Armen, eine richtige Macherin, ein richtiges Stehaufmännchen und dabei aber immer das Wohle anderer im Kopf. Du wirst rot, wenn du das hörst. Macherin, ein Wort worüber du gerne die Augen rollst. Doch manchmal wenn du die Schürze trägst, ein bisschen Mehl im Gesicht, so herzlich über dich selber lachst, dann siehst du sogar aus wie sie. Für die meisten deiner Freunde bist du eher Frankie. Die gute Seele, die man gern um sich hat und der man die Traurigkeit nicht wirklich ansieht. Du bist Leichtigkeit und Verliebtsein ins Leben. Wenn du über dieses, oder jedes redest, wenn du dich verlierst in Geschichten und laut über die Witze anderer kicherst, gackerst, schreist. Du bist Hände ganz fest drücken und Freunde zur Begrüßung einen Kuss auf die Wange geben. Du bist immer nah, immer dicht dran, weil du’s so am liebsten magst, weil’s sich so immer anfühlt als würde dein Herz nicht alleine schlagen.
10 Ingameposts | 22.06.2025, 13:33
Militär Navarre
gespielt von Lini
40 Jahre
Reiter
Wenn man den Beginn deines Lebens betrachtet, hätte man wohl nie geglaubt, dass du auch nur annähernd so weit kommen würdest, wie du es bis jetzt geschafft hast. Deine Mutter war eine Frau die sich immer nur an den nächsten Mann hing, um irgendwie über die Runden zu kommen und es war wohl kaum verwunderlich, dass dabei auch Kinder entstanden. Neben dir gibt es noch deinen älteren Halbbruder Jacoby, der wohl der Einzige war, der sich wirklich um dein Wohlbefinden gekümmert hat. Dein leiblicher Vater war ein Reiter, der sich mit deiner Mutter ein paar Mal vergnügt hatte und der auch von dir wusste. Ein wenig finanziell hatte er deine Mutter unterstützt, mehr aber auch nicht. Somit hast du die ersten fünfzehn Jahre deines Lebens mit deiner Mutter und deinem Halbbruder verbracht, wobei du dich immer an deinem Bruder orientiert hast. Er war für dich dein sicherer Hafen dem du gefolgt bist und bei dem du dich wohl gefühlt hast.
Nach fünfzehn Jahren war deinem Vater eingefallen, dass er ja noch ein Kind hatte. Neben deinem großen Halbbruder hast du noch zwei jüngere Halbschwestern väterlicherseits. Für deinen Vater war klar, dass du ein Reiter werden würdest, für dich eigentlich nicht so. Es war nicht dein Traum von klein auf eines Tages Drachenreiter zu werden, da du auch gar nicht die Voraussetzungen hattest so ganz ohne Training, Vorbereitung oder dergleichen. Somit hattest du dich eigentlich in Gedanken dem Quadranten der Infanterie angeschlossen, aber dein Vater hatte andere Pläne. Da deine Mutter immer weniger dazu in der Lage war euch zu versorgen, hatte dein Vater dich zu sich genommen, um dich zu formen und dich auf den Reiterquadranten vorzubereiten. Mit aller Härte und Strenge die er aufbringen konnte. Du warst kein Kind für ihn, du warst ein Lehmklumpen den er zu einem Soldaten ausbildete und das mit aller Macht die ihm zur Verfügung stand. Fünf Jahre wurdest du von deinem Vater trainiert und auf den Reiterquadranten vorbereitet. Fünf Jahre in denen du deine Kindheit hinter dir lassen und erwachsen werden musstest, ob du wolltest oder nicht. Doch die fünf Jahre haben dich geprägt, haben dich stärker gemacht und dafür gesorgt, dass du sogar glaubtest, dass du es schaffen könntest. Dass du bereit warst, stark genug ein Reiter zu werden und deinen Vater stolz zu machen. Außerdem warst du gespannt darauf, ob dein Bruder, der ein Jahr vor dir in den Reiterquadranten eingetreten war, noch am Leben war und sogar einen Drachen hatte. Sehr zu deiner Freude lebte dein Bruder noch und hatte einen Drachen gebunden. Dein Bruder schien ebenso froh zu sein, dass du noch am Leben warst und den Viadukt überquert hattest. Anfangs schien er aber nicht aus der Rolle des großen Bruders zu kommen und öfters dafür zu sorgen, dass du nicht ernst genommen wurdest, weil er sich immer vor dich stellte. Du hattest ihm mehrmals verbal und schließlich auch nicht mehr verbal deutlich gemacht, dass du deinen eigenen Weg gehen musstest, um ernst genommen zu werden, um als Reiter Erfolg zu haben. Irgendwann sah dein Bruder es ein und ihr wart auf Augenhöhe. Eine ganze Weile, bis du dich weiter entwickelt hast und immer weiter voran gekommen bist durch deine Qualitäten. Du warst dafür gemacht zu führen und genau deshalb warst du auch als Junior Staffel- und als Senior Schwarmführer. Deine Siegelkraft machte dir etwas Probleme am Anfang, genauso wie dein Drache, der alles andere als freundlich oder erheiternd war. Aber mit der Zeit hast du gelernt mit beidem umzugehen und daran zu wachsen. Du wurdest zu einem exzellenten Reiter und Soldaten. Hast Befehle befolgt und dich bewiesen. Immer und immer wieder. Du hast eine Frau gefunden und ihr habt einen Sohn bekommen. Was warst du stolz auf deinen Nachwuchs und dir war klar, du würdest ihn eines Tages vorbereiten. Nicht zwingend darauf ein Reiter zu sein und auch nicht mit den Methoden die dein Vater benutzt hat - aber du würdest ihn vorbereiten sich durchzusetzen und stark zu sein. Doch so weit sollte es nicht kommen. Deine Familie wurde dir entrissen, auf grausame Art und Weise. Du kamst zu spät um sie zu retten und ihr Verlust hat eine tiefe Kerbe in deinem Herzen hinterlassen. Noch heute trägst du die Kette deiner Frau bei dir, sowie den kleinen Drachen aus Holz den du für deinen Sohn geschnitzt hattest. Erinnerungen die schwerer wiegen als ein Drache. Erinnerungen die dich in ein tiefes Loch gerissen haben, welches du emotional nie verlassen hast. Aber du hast weiter funktioniert. Als Reiter, als Soldat. Nach einem verheerenden Angriff und der Zerstörung des Außenpostens wurdest du nach Keldavi versetzt und befördert, bekamst die Staffelführung. Stolz machte sich in dir breit, gleichzeitig gab es neben deinem Bruder und deiner Mutter niemanden mehr groß, mit dem du das teilen konntest. Doch lange solltest du nicht in Keldavi sein, ehe der nächste Schlag dich zu Boden riss - im wahrsten Sinne des Wortes. Von einem Greifenschwarm - eigentlich eine Beleidigung. Du bist gestürzt, von deinem Drachen. Du hast gesehen, wie dein Drache schlingerte und zu Boden ging. Doch ihr habt überlebt. Schwer verletzt und nicht wissend, ob man euch durch bringt, aber es gelang. Ein Heilmacher rettete euch vor dem sicheren Tod. Doch die Narben am Körper und der Seele waren erneut tief. Ihr habt euch erholt, seid an euren alten Stützpunkt in Chakir zurück gekehrt und habt euch erneut hoch gekämpft. Ihr beide. Ein Team. Unzertrennlich. Selbst nicht durch ein Greifenschwarm. Eine Ehre war es für dich, als du schließlich zur Schwarmführung befördert wurdest, nachdem du dich erneut bewiesen hast. Gezeigt hast, dass du bereit bist bis zum Letzten zu kämpfen, für dein Königreich. Denn so arg viel mehr war dir nicht mehr geblieben. Du machst weiter. Jeden Tag. Mittlerweile ist das Lächeln auf deinen Zügen längst erstorben. Deine ganze Haltung distanziert, kalt und dennoch bist du für andere da, wenn es drauf ankommt. Besonders für deine Staffel, deinen Schwarm, deinen Bruder und, auch wenn es oftmals nicht so wirkt, deine Mutter. Trotz allem ist sie ja dennoch deine Mutter und hat ihr Möglichstes getan, was leider nicht viel war.
13 Ingameposts | 17.05.2025, 20:15
Militär Navarre
gespielt von Jani
34 Jahre
Handwerkerin
Sie mochte solche Situationen nicht. Momente, in denen man ihr ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte. In denen sie im Mittelpunkt stand und man sie zum Thema machte. Es verunsicherte sie. Genauso wie es die Frage tat, die man an sie gerichtet hatte. Unscheinbar. Wenn sie sich selbst mit einem Wort beschreiben sollte, dann wäre es dieses. Sie mochte den Gedanken; unterzugehen in der Menge. Sich so mühelos in die Leben anderer zu integrieren, dass sie als Konstante für diese galt. Ohne Hektik, ohne Trubel. Odessa wollte Menschen glücklich machen, nicht für mehr Ärger sorgen. Es hatte sich durch ihre gesamte Kindheit gezogen. Hatte mit ihrer Mutter begonnen, die das Einhalten strikter Regeln von ihr gefordert hatte. Hatte sich fortgeführt in ihrer Jugend, als es nur noch ihr Vater und sie gewesen waren. Obwohl sich ihr Umfeld geändert hatte, es von Liebe durchzogen gewesen war, hatte sie sich vermehrt alleine wiedergefunden. Mit ihren Gedanken, mit ihren Gefühlen. Sie hatte erkannt, wie schwer es ihrem Vater gefallen war – ein Leben, welches er sich weder für sich selbst noch für sie gewünscht hatte. Deswegen hatte sie Wege gefunden, es ihm zu erleichtern. In dem sie ihm im Haushalt geholfen hatte. Sich selbst beschäftigte. Sogar in ihrer Jugend hatte sie keinen Drang zur Rebellion verspürt. „Verlässlich“, war stattdessen das Wort, was über ihre Lippen kam. Weil sie ahnte, dass alles andere zu kompliziert gewesen wäre. „Wie sind sie zum Zeichnen gekommen, Miss Loudain?“ Ihr Blick wanderte zu der Frau seitlich von ihr. Ihrem rundlichen Gesicht, den warmen blauen Augen und ihrem wohlwollenden, fast mütterlichen Lächeln. Sie musste merken, wie schwer es Odessa fiel, sich für diese Stelle zu verkaufen. Und das war es, was sie tun musste; losgelöst von all den Qualifikationen, über die ihre Gegenüber bereits Bescheid wussten. Die Empfehlungen der vorherigen Ateliers, für die sie tätig gewesen war. Ihre Zertifikate, die ihre Eignung als Kartographin bescheinigten. Die Karten, Pläne und Zeichnungen, die sie zu einer feinsäuberlichen Mappe gebunden hatte. „Irgendwann konnte ich Stifte halten und seither hab‘ ich sie nie wirklich abgelegt.“ Es war die Wahrheit: den Großteil ihrer Zeit verbrachte sie damit, Linien und Striche auf Pergament zu setzen. Sie trug ihre Federmappe mit sich wie Soldaten ihre Waffen. Konnte sich besser konzentrieren, wenn ihre Hand nebenbei dabei war, etwas zu skizzieren. Fühlte sich sicherer inmitten von Farben und Tinte. Vermutlich hatte es deswegen niemanden überrascht, dass sie sich für den Quadranten der Schriftgelehrten entschieden hatte. Es war ein Zwischenstopp in ihrem Leben gewesen; immerhin hatte sie nie den Wunsch gehegt, eine aktive Rolle im Krieg einzunehmen. Dafür ging sie Konfrontationen noch immer zu häufig aus dem Weg. Fand sich zu oft in Situationen wieder, in dem ein Ja über ihre Lippen glitt, statt des Neins, was sie eigentlich fühlte. Odessa hatte dazugelernt – sah die Bedürfnisse Fremder nicht mehr als wichtiger als ihre eigenen an. Aber sie hatte Probleme damit, wenn es Menschen umschloss, die sie liebte. Erwischte sich zu häufig dabei, wie sie ihre eigenen Grenzen für sie erweiterte. Ausflüchte fand, um die man sie nicht gebeten hatte. Verlustangst, hatte ihr Vater es genannt. Die Sorge davor, verlassen zu werden; so wie ihre Mutter sie verlassen hatte. „Und sie wären bereit, nach Nymrith zu ziehen?“ Andernfalls hätte sie sich nicht für die Arbeit in Tyrrendor beworben. Aber auch diese Worte hielt sie zurück, nickte stattdessen höflich. „Mich hält nichts in Elsum und es ist eine gute Möglichkeit, meine Fertigkeiten weiterzuentwickeln.“ Es war keine Herausforderung für sie, ihre bekannten Strukturen zu verlassen. Sie hatte keine Angst vor Veränderungen; solange sie dabei etwas machen konnte, was sie liebte.
5 Ingameposts | 09.02.2025, 14:39
Zivil Navarre
gespielt von Lini
32 Jahre
Fliegerin
Du kommst nicht aus einer Militärfamilie und genauso wenig hattest du schon als kleines Mädchen vor Fliegerin zu werden. Ehrlicherweise hast du dir erst recht spät Gedanken darum gemacht, in welchem Quintant du deine Wehrpflicht absolvieren willst. Deine Familie hat dich immer bei allem unterstützt und gefördert, was auch darin resultierte, dass deine Interessen oft sprunghaft waren und du dich nicht festlegen wolltest. Du wolltest alles testen, alles herausfinden, alles wissen. Dass du deine Wehrpflicht nicht in allen Quintanten absolvieren konntest, fandest du dementsprechend blöd. Wie soll man den vorher wissen, was man vielleicht den Rest seines Lebens machen will? Dein Bruder machte den Anfang und nach seinen Erzählungen wusstest du, dass du nicht zu der Artillerie gehen willst. Deine Eltern hatten ihre Wehrpflicht bei den Alchemisten absolviert und auch das war nichts für dich. Die Infanterie sowie Späher hast du dir ehrlicherweise nicht so spannend vorgestellt, sodass nach deinem Auswahlverfahren nur noch die Flieger übrig geblieben sind. Gut, dass klang auch am spannendsten und vor allem, du wolltest Greifen näher kennen lernen und mehr über sie erfahren. Das Wissen aus Büchern war zwar vielseitig, aber es war dennoch nicht das Gleiche wie einen Greifen aus nächster Nähe zu treffen. Also bist du dem Quintant der Flieger beigetreten und bis heute bereust du deine Entscheidung nicht.
Deine Ausbildung verlief holprig. Nicht, weil du es nicht konntest, sondern, weil deine Gabe dir Schwierigkeiten bereitet hatte. Du bist eine Gedankenleserin und anfangs haben dich die Intentionen und Gedanken anderer übermannt - die eine Flut und Wirrwarr aus Gedankenfetzen waren, von denen du keinen klar verstehen konntest. Du hast dich zurück gezogen und deine Gabe trainiert, damit du nicht mehr dauerhaft diese Flut Intentionen und Gedanken wahrnimmst, sondern deine Magie gezielt channelst und einsetzt. Mit der Zeit wurdest du auch besser und konntest dich wieder mehr anderen öffnen, wieder deutlich lebensfroher sein - nachdem du nicht mehr von einem dauerhaften undeutlichen Rauschen begleitet wurdest, welches die Gedankenflut der Leute um dich herum auslöste. Nach deiner Ausbildung kamst du in ein Schwadron und manch einer würde vielleicht sogar behaupten, dass es Schicksal war, dass du im gleichen Schwadron gelandet bist, wie der zukünftige Commanding General. Man sah dein Potenzial, förderte und trainierte dich intensiver, sodass du in kurzer Zeit über dem Durchschnitt warst und dich bewiesen hast. Sogar so gut, dass du zur Schwadronsführung befördert wurdest und du voller Stolz deinen Eltern und deinem großen Bruder noch am gleichen Tag Briefe geschickt hast - die zwar erst später angekommen sind, aber egal. Du warst gut in deinem Job als Schwadronsführung und du hast den Job auch gerne gemacht. Zusammen mit Nerodan warst du in einem Schwadron und verstandest dich gut mit ihm. Als er zum Commanding General befördert wurde, bot er dir den Job als seine Adjutantin an. Nicht lange hast du überlegt, ehe du zugestimmt hast und somit vor einer neuen Aufgabe standest. Eine Aufgabe die du furchtbar gerne machst und bei der du viel lernen kannst.
1 Ingameposts | 14.07.2025, 11:10
Militär Poromiel
gespielt von lia
23 Jahre
Reiter
Unter deinen nackten Füßen auf dem rauen Holz spürst du jede deiner Gewichtsverlagerungen – das sanfte vor und zurückwippen, wie du dich mit deinen kleinen Fingern an der Fensterbank festhältst und mit deiner Nasenspitze grade so über den Fensterrahmen schauen kannst und wartest. Du wartest schon den ganzen Tag, du bist grade einmal sechs Jahre alt und wartest jeden Tag das Papa nachhause kommt. Ohne dass du genau das Gesicht unter dem schweren Reiterleder erkennen kannst, siehst du am Gang, dass er es ist und springst zur Tür. Dann passiert ein Ablauf aus Dingen, die sich seit deiner Geburt anfühlen als seien sie in Stein gemeißelt.
Tür geht auf; Papa kommt rein. Schwere Stiefel auf dem knarzenden Boden, dann fällt die Tür ins Schloss und du siehst seinen Rücken, bis er sich umdreht. Die Lippen mürrig verzogen zieht er sich die Stiefel von den Schuhen und dann (erst dann) schaut er dich an. Du schaust hoch (wie immer) und er lächelt schwach, dann geht er in die Hocke und breitet die Arme aus, du fällst hinein und lässt dich von ihm tragen und denkst dir dass sich Fliegen auf einem Drachen genauso anfühlen muss (nur eben noch viel größer und höher). Heute ist eben so viel größer und höher; heute schaust du nicht mehr mit deiner Nasenspitze über die Fensterbank auf verschneite Wege und wartest. Heute sitzt du auf 8.74 meterhoher roter Wut, spürst den Wind der dir ins Gesicht schneidet und Leder dass sich in deine Haut frisst. Alles was an den kleinen Jungen, der auf Zehenspitzen stehend am Fenster auf Papa wartet, erinnert, ist der Siegelring an deinem Finger und der Name, den du mit ganz schön viel (viel zu viel) Stolz trägst und damit, und der ganzen Wut in deinem Bauch, Schneisen in Basgiath schlägst, die vor allem die zu spüren bekommen, denen du vor lauter Hass nicht mal ins Gesicht schauen kannst. Keine Freunde; aber Feinde. In jedem Gesicht der Gezeichneten siehst du die letzten Erinnerungen an deinen toten, kleinen Bruder und du willst sie alle brennen sehen.
4 Ingameposts | 22.06.2025, 19:31
Basgiath War College
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