Charakterliste
|
gespielt von Keks
58 Jahre
Heilkundiger
How to save a life…
Ashandor verschrieb sich dem Quadranten der Heilkundigen, weil es genau das war, was er können wollte. Leben retten. Zum Krieger war er nie geboren worden, eine Tatsache, die jeder in seiner Familie schon früh verstand und erkennen konnte. Er war definitiv kein Reiter und fairerweise sah man ihn auch nicht im Quadrant der Infanterie. Am meisten sah er sich selbst bei den Schriftgelehrten oder bei den Heilkundigen. Wo seine Geschwister das Spiel Soldat und Reiter liebten und sich gegenseitig mit den Spielzeugwaffen und manchmal gar mit einfachen Stöcken spielerisch bekämpften, war er stets derjenige mit einem Buch vor der Nase. Nicht zu begeistern für solche Spiele, doch immer in der Nähe der jüngeren Geschwister anzutreffen. Früh war er sich seiner privilegierten Stellung bewusst, immerhin war es nicht selbstverständlich, dass seine Eltern ihm und den Geschwistern alle Wünsche erfüllten. Als ältester von insgesamt sechs Söhnen übernahm Ashandor schon früh Verantwortung für seine jüngeren Geschwister und bis heute spielt er eine zentrale Rolle in deren Leben. Warmherzig, offen, tolerant, geduldig… als dies sind Beschreibungen, die seine Geschwister und Freunde wohl für ihn wählen würden. Liebevoll und ein Familienmensch. Bei allen Erfolgen, die Ashandor im Laufe seines Lebens erzielen konnte: Sein größter waren und sind seine Kinder. Er machte nie und gegenüber niemanden ein Geheimnis daraus, dass sie für ihn der Mittelpunkt seines Lebens sind. Generell war und ist Ashandor niemals jemand gewesen, der sich für seine eigenen Gefühle geschämt hat. Für andere immer da sein zu wollen ist eine Eigenschaft, die man sowohl positiv als auch negativ betrachten kann. Denn wo er für andere da ist, sich kümmert und auch für sie aufopfert, kann er die gleiche Hilfe nicht für sich selbst annehmen. Wie sehr der Verlust seiner beider selbstgewählten Familien ihn getroffen und traumatisiert hat, fällt ihm bis heute unendlich schwer zu verbalisieren und kann er nur gegenüber sehr wenigen Vertrauten äußern. Die Haltung, dass er zurechtkommt, ist eine, die ihm in Fleisch und Blut übergegangen ist. Und an der er gleichzeitig zerbricht und die ihm doch auch Stärke verleiht. Denn auch wenn er glaubte, dass er nach dem Verlust seiner Jugendliebe und ihrer beider Kinder nie wieder in der Läge wäre, auf diese Weise zu lieben, ist es ihm gelungen. Neue Hoffnung in einer Wüste aus Verzweiflung und Trauer. Doch auch sie währte nicht für die erhoffte Ewigkeit. Es hätte ihn zerstören und brechen sollen. Für immer und endgültig. Und das hat es auch, auf nahezu jede erdenkliche Art und Weise. Sein Herz und sein Heim für ein Rebellenkind zu öffnen, war eine Entscheidung, die Ashandor freiwillig und nicht aus Loyalität dem Staat gegenüber getroffen hat. Denn wer selbst alles, was er kennt und liebt, verloren hat, ist vielleicht am besten in der Lage jemand anderen zu verstehen, dem es genauso ergangen ist. Wenn er von Cascar spricht, dann nie mit dem Zusatz, dass er ein Rebellenkind ist. Sondern einzig und alleine mit dem Zusatz ‘mein Sohn’. Cascar war und sollte auch nie ein Ersatz für Ashandors verlorene Kinder sein. Ihm war immer bewusst, dass das nie Casvars Rolle im Leben sein sollte und genauso wusste er, dass er ihn nicht dazu bringen könnte einen Vater in ihm zu sehen. Sie waren zwei Menschen, die auf die gleiche und doch verschiedene Art und Weise fremd, kaputt, unvollständig und farblos waren. So wie Ashandor Cascar seine Farben zurückgab, tat Cascar das gleiche für Ashandor. Als Heilkundiger hatte Ashandor Leben retten wollen. Und lernen müssen, dass es immer mehr Leben sind, die er nicht retten können wird. Aber nun ist es für ihn wichtig, dieses eine Leben retten und schützen zu können. Und es ist nicht sein eigenes, welches er retten würde. Es wären immer die Leben anderer, die er seinem vorziehen würde. Es wäre Cascar’s Leben das er seinem eigenen vorziehen würde.
7 Ingameposts | 06.05.2025, 18:23
Militär Navarre
gespielt von Luxi
49 Jahre
Reiterin
“Schon immer” gab es für die Mitglieder deiner Familie nur diesen einen Weg. Teil des Militärs, Teil des Reiterquadranten werden - auch, wenn es Ausnahmen unter euch gab. Hast diese Bürde mit Würde und Überzeugung getragen, die für dich eigentlich nie eine war. Nicht als Heranwachsende, als du es kaum erwarten konntest endlich selbst Platz auf dem Rücken eines Drachen nehmen zu dürfen. Reiterin zu werden die einzig logische Entwicklung deines Lebens. Auch, wenn dich die Ausbildung maßgeblich veränderte, dir deinen Idealismus genommen hat. Dennoch hieltest du an deinen Werten und deinem Traum fest. Reiterin zu sein war deine Bestimmung. Dass dich mit Mire eine blaue Drachin gebunden hat, erschien dir diese Bedeutung nur mehr zu verdeutlichen. Bist aufgegangen in deiner Rolle, hast viele Sonnenseiten gesehen, aber auch die Schatten erlebt. Der Verlust deines kleinen Bruders und seines Drachen ein Schmerz, den du nie für möglich gehalten hättest. Hast bis dahin schon einige Bekannte und Kameraden verloren, doch nichts war vergleichbar mit diesem. Die Risse in deinem Herzen hast du irgendwie zusammengehalten, weiter gemacht. Für sein Andenken, deine Familie, die Zukunft des Landes, das dir so viel bedeutet. Hast deine Bestimmung und Aufgabe darin gefunden, Navarre mit all deinen dir zur Verfügung stehenden Mitteln zu schützen. Schmerz wurde einmal mehr zu deiner Waffe. Hast durch deine Verbissenheit und Mire gelernt, dich auch von deinem eigenen nicht zerfressen zu lassen, ihn stattdessen hinter dicke Mauern gesperrt von dir fernzuhalten.
Der Drang Reiterin zu sein nicht nur eine bloße Familientradition - du bist es mit Leib und Seele. Gehst vollkommen darin auf, wächst über dich hinaus und bist doch zu zäh, um daran zu zerbrechen. Ganz gleich wie herausfordernd deine Siegelkraft, die Wahnsinnsinduktion auch sein kann. Deine Staffel in Calldyr, deine zweite, die gewählte Familie. Lässt manche von ihnen Dinge sehen, die du mit kaum jemandem teilen kannst. Schon gar nicht dem Großteil deiner leiblichen Familie. Auch nicht mit deinem Kind, das Jahre bei deinen Verwandten und dann professionellen Personal nahe des Stützpunktes aufwuchs. Eure Verbindung ebenso einzigartig wie kompliziert. Du kein Material für den Orden “Mutter des Jahres” und doch jemand, zu dem dein mittlerweile erwachsen gewordenes Kind aufblickt. Dein Anker in der Realität fernab des Militärs. Die Person, der du deine Liebe schenkst, wenn auch zeitlich begrenzt. Ein kleiner Funken Normalität in einem Leben, das du ansonsten ausschließlich deinen militärischen Aufgaben gewidmet hast. Bist immer erst Soldatin und dann Mutter. Geheiratet hast du nie. Der Vater des Kindes nichts weiter als eine Notwendigkeit, um dir ein lebendes Zuhause zu erschaffen, zu dem du an freien Tagen und entbehrlichen Abend heimkehren kannst. Hast dich ansonsten ganz deiner Aufgabe und deiner Flügelfreundin Mire verschrieben. Ob du die Entscheidung bereust? Nein und ja. Kann man denn etwas vermissen, das man nie hatte? Eine Geliebte warst du nie. Nicht im klassischen Sinne. Hast dir zumindest den Wunsch nach einem Nachkommen erlaubt, doch für romantische Liebe keinen Platz mehr gefunden. Zu sehr mit den Pflichten beschäftigt, die mit deinem Dasein als Elitesoldatin einhergehen, hält es dich nicht davon ab, dich manchmal einsam zu fühlen. Ein Gefühl, das von scheinbar niemandem gestillt werden kann. Manche würden behaupten, du opferst dich auf. Du würdest behaupten, du bist einfach nur fokussiert.
3 Ingameposts | 08.07.2025, 11:00
Militär Navarre
gespielt von Luxi
28 Jahre
Reiterin
Freiheit. Ein Gefühl, das du noch nie intensiver als auf dem Rücken deines Flügelfreundes empfunden hast. Dort oben in schwindelerregenden Höhen, in denen ihr halsbrecherische Manöver fliegt und deine behandschuhten Finger durch den feuchten kalten Nebel fahren, der dir ebenso ins Gesicht peitscht. Mit Dral zu fliegen verschafft dir oft einen seltsamen Frieden, weil du dich gänzlich darauf einlassen kannst. Deine menschlichen Ängste und Sorgen wirken in den Minuten unbeschwerten Fliegens, wie Dral sie oftmals grollend beschreibt, nichtig und klein, geradezu unbedeutend. Dort oben am Firmament fühlst du dich manchmal mehr zu Hause als in deinem Zimmer aus Kindheitstagen. Fliegen. Manöver üben. Strategisch in Erscheinung treten, um unter den Bewohnern Lewellens ebenso Respekt einzufordern wie Schrecken zu verbreiten. Deinen Alltag nach dem Besgiath War College hattest du dir eigentlich ganz anders ausgemalt. An die Front wolltest du, militärische Karriere machen - so wie dein vermeintlicher namenloser Vater. Stattdessen sitzt du schon seit ein paar Jahren in Lewellen fest. Einem mitunter nicht zu unterschätzenden Brandkessel an Unruhe seitdem Aretia gefallen ist und doch kein Vergleich zum Ostgeschwader, die die „richtigen“ Schlachten führen. Wenigstens hattest du genug Zeit, um dich mit der Situation abzufinden. Wohl auch zu einem Großteil deinem Flügelfreund Dral zu verdanken, der dir oftmals auch gar nicht genug Ruhephasen gibt, um deine Gedanken gen ‘was wäre, wenn’ schweifen zu lassen. Viel zu tun und zu lernen hast du noch, wenn es nach ihm geht. Das sein wohl irgendwo gut gemeinter Tatendrang, seine Strategie, dich immer und immer wieder spontan ins kalte Wasser (
6 Ingameposts | 23.03.2025, 19:35
Militär Navarre
gespielt von Jani
28 Jahre
Gelehrte
Auch wenn es ihr vorherbestimmt erschien, hat sich Eithne als zweitgeborene Tochter des Herzogs von Luceras nie vollkommen wohl mit dem höfischen Leben gefühlt. Wie gefangen in einem Gefängnis aus goldenen Mauern, stets unter den wertenden Blicken der Gesellschaft, hat sie das Spiel der Macht und Intrigen nie gänzlich nachvollziehen können. Ihre Geschwister dagegen hatten früh gelernt, es zu meistern. Die herrschenden Kämpfe zu durchschauen, während sie die friedliche Abgeschiedenheit der Gärten den Abenden umgeben von schillernden Kleidern und fadenscheinigen Unterhaltungen vorgezogen hatte. Die Natur – samt ihrer seltenen Pflanzen, der heilenden Wirkung ihrer Kräuter – wurde schnell ihr Zufluchtsort. Sorgte für eine Faszination, die sie dazu brachte, ihr Leben weiterzudenken als dass, was ihre Mutter für sie vorgesehen hatte. Vermutlich war es ein Schock für ihre Familie gewesen, von ihrem Begehren zu erfahren, sich zur Heilkundigen an der Militärakademie weiterbilden lassen zu wollen – stand es im Gegensatz zu ihrem sanftmütigen und träumerischen Charakter. Eithne fiel es schon immer leicht, die Stimmung ihrer Umgebung wahrzunehmen. Zu spüren, was andere empfanden. Und es führte dazu, dass sie es als ihre Verantwortung ansah, Frieden in ihrer Familie zu stiften. Streitereien zu schlichten, harsche Worte zu mildern und die Rolle der stillen Schlichterin einzunehmen. Diplomatie war ihr genauso mit in die Wiege gelegt worden, auch wenn ihre Worte nicht selten als nichtig abgetan wurden – zu laut waren ihre Geschwister im Vergleich zu ihr. Zu stark in ihren Meinungen, die sie manchmal die Rationale verlieren ließen.
Die vermeintliche Unabhängigkeit, die ihre Ausbildung ihr beschert hatte, hatte auch ihre Schattenseiten mit sich gebracht. Hatte dazu geführt, einen Teil ihrer Naivität in Anbetracht des Krieges abzulegen. Ihre Perspektive vielleicht nicht gänzlich zu verlieren, aber sie zumindest zu überdenken und zu erkennen, dass die Welt nicht so einfach war, wie sie sie sich in ihrer Kindheit vorgestellt hatte. Unter ihrer sanften Oberfläche fand sich ein eiserner Wille, eine gewisse Sturheit, die nur wenige zu erkennen vermocht hatten. Eine Hartnäckigkeit, die unumstößlich war, sobald sie sich erst einmal etwas in den Kopf gesetzt hatte. Letzterem ist geschuldet, dass sie in Anbetracht der Nachricht über den Tod ihres Verlobten nicht gänzlich den Verstand verloren hatte, war mit ihm auch ihr eigenes Glück gestorben. Dass sie seine Habseligkeiten verbrennen hatte können, ohne zusammen zu brechen. Und dass sie sich auf einer Reise wiederfand, vor der sie sich vielleicht mehr fürchtete, als vor dem Tod selbst.
10 Ingameposts | 09.02.2025, 14:38
Zivil Navarre
gespielt von Luxi
33 Jahre
Reiterin
Unterschätz mich, das wird spaßig. - Als du damals in den Reiter Quadranten eingetreten bist und das Viadukt angesteuert hast, wurdest du vor allem erstmal eines: belächelt. Du mit deiner einfachen zerschlissenen Kleidung, den verbrauchten Schuhen und deiner geringen Körpergröße. In der Infanterie oder bei den Heilkundigen wärst du vermutlich besser aufgehoben gewesen. Doch das war dir nicht genug. Reiterin werden oder sterben, das war dein Weg - der Einzige. Dein Leben bis dato eine einzige Fußnote in einem Land, das sich nicht groß um Leute wie dich scherte.
Was andere über dich denken, interessierte dich zu dem Zeitpunkt ohnehin längst nicht mehr. Du würdest ihnen schon zeigen was passiert, wenn man dich unterschätzt. So wie ihm, dem Typen vor dir auf dem Viadukt. Der, der sich über dich lustig machte, als du nach ihm auf den schmalen steinernen Pfad in schwindelerregender Höhe getreten bist. Von seiner Fehleinschätzung konnte er nie berichten. Sein Körper von den Fluten unter dem Viadukt verschluckt, noch ehe er die andere Seite erreichte. Blind für das Lächeln auf deinen Lippen, das du ihm beim Fall hinterher geschickt hast. Es war dein erstes ganz eigenes Geschenk an Malek - es sollte nicht das Letzte sein. Mit der Zeit hast du echte Freude daran entwickelt, Menschen, die dich unterschätzen, eines Besseren zu belehren. Sie kalt zu erwischen, wenn sie nicht damit rechnen. Rache servierst du am liebsten kalt, überraschend und unvorhergesehen. Das Leben lehrte dich schließlich hart und unerbittlich zu sein. Niemand schenkte dir damals etwas aus reiner Herzensgüte. Du warst darauf angewiesen zu stehlen, um nicht verrückt vom Hunger zu werden oder im Winter zu erfrieren, weil euch gute warme Kleidung fehlte. Du musstest darum kämpfen, es dir selbst nehmen. Dieser Biss sorgte dafür, dass du Reiterin mit Leib und Seele wurdest, dich dem navarrischen Militär mit scheinbarer Ergebenheit verschrieben hast. Dass deine Beweggründe weitaus egoistischer sind, als du deine Vorgesetzten glauben lässt, behältst du für dich. Alles was sie sehen ist absolute regimetreue und einen Hass auf die Rebellion, der seinesgleichen sucht. Deine Motive dafür könnten kaum persönlicher sein, verbrannt mit der ursprünglichen Rebellion und deiner Heimatstadt. Alles, was von ihnen übrig ist, baumelt an einem ledernen Band unter deiner Uniform auf Höhe deines Herzens. Ein einfach gearbeiteter Ring mit einem Schriftzug einer alten Sprache versehen das sentimentalste, was du besitzt und nah bei dir versteckst. Die Erinnerung an jene Menschen tief vergraben, die heute nur noch Asche sind. Längst Eins mit dem Erdboden von Aretia wurden. Nur noch ein ferner Gedanke, das stumme Flüstern im Wind. Du denkst nicht mehr an sie. Hast auch gar keine Zeit dafür. Schließlich wurdest du Anfang August in eine neue Staffel versetzt. Ein klassifizierter Langzeiteinsatz der besonderen Art, bei dem du beinahe dauerhaft Aufpasserin spielen musst. Dein neuer Posten scheint von großem Risiko gezeichnet, jedenfalls erzählt das die verhältnismäßig hohe Sterberate deiner Vorgänger. Es schert dich ebenso wenig, wie es dich fürchtet. Du bist zäh und listig, so einfach wird er dich nicht los.
10 Ingameposts | 07.04.2025, 21:31
Militär Navarre
gespielt von alice
22 Jahre
Reiter
Du solltest das Feuer fürchten.
Erst geht deine Heimat in Flammen auf. Dann deine Eltern; und mit ihnen alles, woran du dein Leben lang geglaubt hast. Auf den Schmerz folgt Traurigkeit, folgt Wut, folgt Sorge um deine Geschwister — du tobst drei Tage lang, am Vierten wachst du auf, schüttelst deinen verbissenen Trotz wie Staub von den Schultern und lächelst in die Gesichter der Menschen, die dich aufgenommen haben. Oh, du bist dankbar, so unsagbar dankbar (nicht). Für alles (eher für nix). Für jedes Training (dafür wirklich), für gemeinsame Ausflüge (ätzend), für alle sitzen jeden Abend zusammen und spielen Karten (du hasst das), für die Extra-Einheiten Geschichtsunterricht, die nur du bekommst, weil sie deinen Kopf geradebiegen möchten (du bist zu stur dafür), für Gesichter, die du kennenlernst, alles königstreue Menschen (alle dumm, alles Verräter, alles Lügner (so wie du)), für einen Garten voll mit Blumen (manchmal pisst du ins Rosenbeet), für eine Kerze auf deinem Geburtstagskuchen, weil’s der erste Geburtstag in einem neuen, besseren Leben ist (du pustet sie aus und wünscht dir, dass sie am Kuchenstück verrecken). Ooh, und du bist wirklich so unfassbar dankbar — für deine Eltern, die der Wahrheit ins Auge gesehen und dir deinen Blick dafür geöffnet haben. Für alles andere?! An dem Tag, als du mit federleichtem Gepäck über den Viadukt läufst, lässt du diesen erzwungenen Teil deiner Geschichte hinter dir. Dein Lächeln zum Abschied ist gespielt. Dein „bald sehen wir uns wieder“ klingt wie der Wunsch eines Jungen, der bekehrt wurde, jetzt glücklich ist; es klingt nicht nach der Drohung, die du damit wirklich meinst: wenn wir uns wiedersehen, brenn ich erst euren Garten nieder, dann euer Haus, dann euch und mit euch alles, woran ich keinen Augenblick geglaubt hab. Du kannst das gut: so tun als ob. Du lügst. Du passt dich an, weil du’s musstest und weil du am Leben hängst, weil du eben nicht aufgehört hast an das zu glauben, was deine Eltern dich von Kindestagen an haben glauben lassen wollen. Die ersten Wochen im Quadranten waren hart, kein Wunder, dass du lieber unter, na, deinesgleichen bist, da, wo du Freunde (wieder)gefunden hast, ein paar wenige Menschen, die sich dein sparsames Vertrauen geangelt haben, einer, der dein Herz hält. Dass unter deiner Haut und hinter deiner Stirn Rache tiefe Löcher frisst, das sieht man dir nicht an. Ja, du kannst die Ellenbogen und wenn’s sein muss auch die Fäuste zeigen, aber du lachst auch gern, du bist charmant, mit dir kann man Spaß haben, du hilfst den gezeichneten Rookies auf der Matte und im Training, denn darin bist du gut. Außerhalb vom Sparring versuchst du dich zurück zu halten, du kannst schweigen, wenn du willst, sonst hast du ein lockeres, loses Mundwerk, trägst dein Herz auf der Zunge, aber die Zunge, die ist scharf und deine Zähne sind das auch. Du beißt, passt man nicht auf. Und, ooh, du siehst verdammt gut aus, das weißt du, dafür müsst du nicht tun als ob. Und apropos, so tun als ob: dein Drache kann das auch. Was genau das heißt? Mhm. —
77 Ingameposts | 02.04.2025, 19:37
Basgiath War College
gespielt von Katja
20 Jahre
Reiterin
Ist selten, dass man die Dunkelhaarige nicht bemerkt, wenn sie anwesend ist. Da ist das manchmal etwas laute Lachen, die Tatsache, dass sie nicht sehr gut darin ist wirklich still zu sitzen und der Fakt, dass sie auch gerne redet. Das auch etwas Viel. Etwas Viel, kann sie allgemein sein. Zu Kontaktfreudig. Zu Aufgedreht. Zu aufdringlich.Tja. Wenn jemand nicht mir ihr umgehen kann, ist das nicht ihr Problem Ihr egal. Behauptet sie zumindest gerne. Selbstbewusstsein kann sie schließlich. Ob es jetzt wirklich da ist, oder ob die große Klappe manchmal nur darüber hinwegtäuschen soll, dass da genug Zweifel sind? Spielt das am Ende eine Rolle? Ja. Vielleicht ist manches mal ihr Verhalten etwas aufgesetzt. Im Grunde aber ein Versuch, das Leben zu nehmen wie es eben ist. Sie will genießen. Das Leben ist zu kurz, als dass man auch nur eine Minute verschwenden sollte. Ganz besonders als 20 Jährige Gezeichnete. Die Einstellung, die sie oft vor sich herträgt (‚Mir doch alles egal‘ – ‚Das wird schon‘ – ‚Genieß den Augenblick‘) manchmal eben Fassade. Aber Schwäche zeigen eben auch keine Option. Hier wo Schwarz nicht nur getragen wird, sondern auch seinen festen Platz in dem einen oder anderen Charakter hat. Hätte sie sich selber für den Reiterquadranten entschieden? Eher nicht. Aber die Wahl hatte sie nicht, musste sie also gar nicht drüber nachdenken. Jetzt ist sie also hier. Immerhin den Viadukt ja schon einmal überstanden und Rookie. Überleben also die Devise. Kampf liegt ihr nicht. Fühlt sie sich eigentlich auch nicht wohl mit. Aber auch das keine Frage. Weil überleben keine Frage ist und sie nutzt was sie kann. Reden kann sie. Leute von sich überzeugen auch oft genug. Manipulieren. Hier und da. Wenn sie in einer Beziehung zu Jemanden einen Vorteil sieht, dann investiert sie auch. Vielleicht auch ein Grund, warum sie immer alles Wissen will. Früher kindliche Neugierde, ist das Verlangen nach mehr Information heute auch ein Weg sich zu schützen. Wenn man nicht immer selbst auf sich aufpassen kann, muss man eben Andere dazu kriegen, es für sie zu tun. Klingt doch logisch. Ist es auch. Niki ist zu einem gewissen Grad durchaus auf sich selbst bezogen. Sie findet das aber auch nur logisch. Sich selbst am nächsten stehen macht in vielen Dingen auch Sinn. Auf der anderen Seite. Allein sein ist scheiße. Mag sie nicht. Sie mag Gesellschaft. Sie mag Menschen. Sie mag Nähe. Wenn man ehrlich ist, ist sie allein mit ihren Emotionen schnell überfordert und sucht dann lieber schnell Ablenkung in Zuneigung. Trost in Nähe. Geliehen, auch gut. Alles besser als nichts.
47 Ingameposts | 14.04.2025, 12:36
Basgiath War College
gespielt von Katja
56 Jahre
Reiter
I am not perfect and I don't claim to be.
Die Haare und der Bart grau. Auf dem Gesicht, Narben die geblieben sind. Von Kämpfen zeugen, aber auch ein paar Furchen, die das Alter gezeichnet hat. Man sieht Draven an, dass er gelebt, gelitten, geliebt und gekämpft hat. Draven ist kein Mensch, der sich großartig verstellt. Er steht zu seinen Fehlern und er weiß, dass er einige davon besitzt. Er ist weit weg davon perfekt zu sein, aber er hat auch nicht den Anspruch es zu sein. Eigentlich kann er sich einfach zu den glücklichen Menschen zählen, die zufrieden sind, mit dem was sie sind. Er versucht nicht krampfhaft über sich herauszuwachsen oder jemand anderes zu sein als er ist. Das heißt nicht, dass er nicht bereit ist sich zu verändern, aber nur wenn es echt ist… er tut nicht nur so. Er unterteilt die Welt nicht in schwarz und weiß. Zwischen Schwarz und Weiß gibt es unzählige Facetten und so kann man auch nicht einfach über einen Menschen urteilen und er nimmt sich selten das Recht dazu heraus. Es sind Taten, die man beurteilen kann, das Handeln. Schlussendlich bestimmen diese wer man ist. Draven versucht aus seinen Fehlern zu lernen, er versucht falsche Entscheidungen nicht ein zweites Mal zu treffen. Mag er ja in seiner Jugend häufig kopf- und sorgenlos gewesen sein, bedenkt er heutzutage die Konsequenzen seiner Entscheidungen und Taten. Trägt er schließlich auch Verantwortung. Für sich, für die Leute die unter ihm stehen und ganz ohne Frage immer auch für seine Familie und Jenen, die ihm am Herzen liegen. Ehrlichkeit ist Draven wichtig. Er ist simpel gestrickt und seine Emotionen eben so wie sie sind. Wenn er liebt – dann liebt er. Wenn er hasst – dann hasst er. Er nimmt kein Blatt vor den Mund und sagt seine ehrliche Meinung. Das passt nicht immer allen, aber wenn jemand damit nicht umgehen kann, ist ihm das egal. Er muss sich nicht beweisen und er hat nicht den Drang dazu, sich bei allen beliebt zu machen. Er hat seine Ecken und Kanten und damit muss man eben zurecht kommen, oder man lässt es bleiben. Eigentlich ist er immer noch der Rebell, der er schon in seiner Jugend war. Er neigt dazu gegen Vorschriften und Regeln zu protestieren, er ist freiheitsliebend und in seinen Ansichten eingeschränkt zu sein stößt ihm auf. Auch wenn er das heutzutage sehr viel besser kann, als zu seiner Jugend und wenn es sein muss, dann tut er es auch. Manchmal mit zusammengebissenen Zähnen. Aber er kann Protest auch mal runterschlucken. Draven würde sich nie als wirklich guten, aufopferungsvollen Menschen bezeichnen. Er weiß, dass er durchaus auch egoistisch handeln kann. Er bedenkt seine eigenen Vorteile – oder besser gesagt – die Vorteile für die Menschen, die ihm wichtig sind. Er setzt entsprechend seine Prioritäten. Aber er ist auch kein schlechter Mensch. Mittlerweile sieht er das Leben eher aus dem Blickwinkel: ‚Leben und leben lassen.‘
4 Ingameposts | 17.05.2025, 18:22
Militär Navarre
gespielt von Katja
23 Jahre
Reiter
Rian Eodhan weiß, dass es einige gibt, die ihm aus dem Weg gehen. Puscht hier und da durchaus auch sein Ego. Ist doch gut, wenn man respektiert wird. Jetzt vielleicht fraglich, wie man Respekt definiert, aber darüber macht er sich keine Gedanken. Mit seinem Ego hat er nämlich kein Problem, vermutlich auch ein Grund warum er durchaus Risikobereit ist. Hier und da ist vielleicht sein Temperament auch etwas problematisch. Impulsiv, wie er ist, kann es schon mal sein, dass er ein bisschen die Beherrschung verliert, wenn man ihm dumm kommt, kann schon mal blöd ausgehen. Wie blöd kommt noch darauf an, ob er einen prinzipiell mag und respektiert oder nicht. Sein Maß an Selbstbeherrschung ist sehr darauf abgestimmt. Gezeichnete haben es grundsätzlich schwer mit ihm, die verachtet er nämlich, steht ihnen misstrauisch gegenüber und – weil es das einfachste ist – lädt ihnen einfach Mal mit die Verantwortung auf, dass seine Schwester in Aretia bei der Niederschlagung der Rebellion auf Seiten des Königreichs ums Leben gekommen ist. Reiter zu werden hat er spätestens damals beschlossen - dem Regime zu dienen, mit zu verhindern das so etwas noch einmal vorkommt. Er steht hinter dem Königreich, macht aus seiner Treue auch kein Geheimnis, verachtet die ein wenig, die dem zu kritisch gegenüber stehen und lässt es die Jenigen auch merken. Sein Ehrgeiz und Motivation hat auch dazu geführt, dass er 1. Offizier seiner Staffel ist. Prinzipiell unterstützt er die Mitglieder dieser auch – nur Gezeichnete haben es auch hier nicht unbedingt leicht mit ihm, haben aber immerhin auch den Vorteil, dass er ihnen nicht wirklich etwas kann. An die Regeln und die Struktur des Militärs hält er sich nämlich.
Vor Herausforderungen schreckt er nicht zurück, er ist eher der, der gerne Herausfordert und seine Überlegenheit beweist, kann dabei aber nicht so wirklich gut damit umgehen, wenn er daran scheitert und verliert. Nimmt er persönlich und kann einen danach noch weniger ausstehen. Als wirklich bösartig würde ihn vermutlich trotzdem nicht jeder bezeichnen, weil er eben auch anders sein kann. Kommt eben sehr darauf an, wer ihm gegenüber steht. Freunde und Menschen, die ihm wichtig sind, bekommen durchaus auch ein gewisses Maß an Loyalität. Er mag zwar im allgemeinen sich selbst nicht ganz zu vergessen, macht aber für diejenigen Abstriche und kann ein guter Freund sein. Denen deckt er auch den Rücken, ist für sie da und Unterstützt sie.
4 Ingameposts | 17.06.2025, 20:18
Basgiath War College
gespielt von
00 Jahre
Reiterin
0 Ingameposts | 04.09.2025, 22:04
Basgiath War College
gespielt von Alex
21 Jahre
Reiterin
Es heißt Menschen wachsen an dem, was sie nicht umbringt. Aura ist einer dieser Menschen. Geboren in eine Familie, deren Namen eiligst aus den Chroniken gestrichen wurde und deren Spuren nur noch als Makel auf ihrer Haut existieren.
Als Kind war sie sanft, offen, voller Neugier auf die Welt. Heute ist von diesem Teil kaum mehr etwas übrig. Ihre Eltern, einer ihrer Brüder, ihr Zuhause — alles zerrissen, verbrannt und nur noch in ihren Erinnerungen konserviert. Die naive Aura, die einst davon träumte, Heilerin wie ihre Mutter zu werden, starb an dem Tag, an dem der Stempel der Rebellion auf ihre Haut gebrannt wurde: Sie ist eine Gezeichnete, wie die anderen Nachkömmlinge der Rebellion. Wohin sie seither auch ging, gab es kaum einen Ort, an dem sie nicht das Gefühl hatte, dass man auf ihr Scheitern wartete. Und im War College ist es nicht natürlich nicht anders. Hier hofft man nicht nur, dass sie fällt, hier rechnet man damit, dass sie und die anderen Gezeichneten an der harten Ausbildung scheitern – alle Probleme wären damit schließlich gelöst. Doch Aura hat überlebt, einige Ihresgleichen haben das. Ein ganzes Jahr im Reiterquadrant. Nicht nur durch pures Glück. Nicht, weil man sie verschonte. Sondern weil sie gelernt hat, zu kämpfen. Zu überleben. Weil sie gelernt hat, ihre Wut zu nutzen. Es war diese Wut, die sie nährte, als ihr Kummer zu groß wurde. Wut auf die Welt, auf die Menschen, die ihr ihre Kindheit nahmen, auf das Schicksal, das ihr keine Wahl ließ. Sie trieb sie an, sie schärfte ihre Sinne, formte ihren Willen und hielt sie aufrecht, wenn ihr Körper längst aufgeben wollte. Der Schmerz über den Verlust ihrer Familie sitzt tief, doch am schlimmsten war die Trennung von den einzigen Menschen, die wirklich verstanden, was in ihr vorging — ihre Geschwister. Die einzigen, die diese Welt aus denselben zerrissenen Augen sehen wie sie. Heute vertraut sie nur noch wenigen. Vielleicht niemandem. Doch was ihr an Vertrauen fehlt, macht sie mit Instinkt und Vorsicht wett. Wer sie unterschätzt, macht einen Fehler. Aura weiß, dass ein friedliches Leben für jemanden wie sie nicht vorgesehen ist. Nicht hier, nicht im College. Und auch nicht danach. Doch das ist in Ordnung. Sie hat ohnehin längst aufgehört, von Frieden zu träumen. Ihre Pflegefamilie die Fendyrs, gaben ihr in den Jahren vor dem College wenigstens einen Funken von Stabilität. Mehr als sie selbst sich eingestehen will. Sie unterrichteten sie, stärkten ihren Körper, schulten ihren Geist — bereiteten sie vor, so gut es eben ging, auf die Härte des Lebens im Reiterquadranten. Sie gingen sogar soweit, dass sie Aura adoptierten und aus ihr mehr als nur ein Pflegekind machten. Sie ist jetzt eine Fendyr, was wiederum bei dem ein oder anderem Gezeichneten Misstrauen erweckt. Sie gehört weder dort- noch dahin. Für die Fürsorge der Fendyrs ist sie dankbar, auch wenn die Stimmen in ihrem Kopf immer wieder Zweifel säen. Ist es aufrichtig? Oder doch nur Pflichtgefühl? Oder schlimmer noch: Teil eines Spiels, das sie nicht durchschaut?
10 Ingameposts | 12.04.2025, 12:10
Basgiath War College
gespielt von Jani
21 Jahre
Reiterin
Hattest fünf Jahre Zeit, dich an dein Spiegelbild zu gewöhnen und erkennst doch nur noch wenig von dem Mädchen, das du einst gewesen bist. Deine Sommersprossen verblassen inzwischen im Winter, weil das warme Klima deiner Heimatstadt nicht bis nach Morraine reicht. Nicht, dass von dieser viel übrig geblieben ist - Aretia hat genauso gebrannt wie deine Familie es getan hat. Und selbst wenn du die Geschehnisse vergessen wollen würdest, könntest du es doch nicht. Dein Blick fällt automatisch auf deinen Hals herab, fährt über deine blasse Haut, von der sich das Mal der Gezeichneten nur umso stärker abhebt. Brauchst deinen Pullover nicht ausziehen, um zu wissen, dass sich die schwarzen Linien über deinen gesamten Unterarm ziehen. Bis hin zu deiner Handfläche. Für alle sichtbar ist der Verrat, den deine Familie begangen hat und für den du mit deiner Freiheit bezahlen musst. Kannst nicht sein, wer du bist. Kannst nicht machen, was du willst. Sondern bist umgeben von einem Ort, der dir Angst macht. Trägst eine Farbe, die sich fremd anfühlt. Reiterschwarz hast du stets nur an deiner Mutter, an deinem Bruder gesehen. Hast dir nie vorgestellt, dass sich deine langen rotblonden Haaren - die du sowieso nur noch in deinem Zimmer offen trägst - jemals von der Uniform abheben würden. Aber die Wahl über deine Zukunft wurde dir genommen. Genauso wie sie dir gern dein Leben genommen hätten; bist dir fast sicher, dass sie nicht damit gerechnet haben, dass so viele von euch das Viadukt, das Dreschen überleben würden. Dass sich so viele Drachen dafür entscheiden würden, Kinder von Verrätern zu binden. Warst vielleicht selbst davon überrascht, als die Stimme in deinem Kopf aufgetaucht ist und dich von einer Kadettin zu einer Reiterin gemacht hat. Inzwischen weißt du, dass es reines Glück ist - gebunden zu werden, einen weiteren Tag zu erleben. Es ist das, was du seit der Rebellion jeden Tag tust: überleben statt leben. Mal mit mehr, mal mit weniger Schmerzen, doch immer mit dem Gedanken daran, nicht aufzugeben.
Die Illusion vor dir verblasst, nimmt dir den Blick auf dich selbst vielleicht im richtigen Moment, um nicht weiter darüber nachdenken zu müssen, was deine Eltern wohl zu der Frau sagen würden, die du geworden bist. Um dich selbst nicht fragen zu müssen, ob sie stolz auf dich wären oder traurig über die Tatsache, dass dein Lachen nur noch selten laut erklingt. Dass deine Worte immer öfter auf deiner Zunge verbleiben, statt gedankenlos über deine Lippen zu fallen, wie es früher der Fall gewesen ist. Deine Sorglosigkeit hast du verloren, aber dafür hast du etwas anderes dazu gewonnen: einen kritischen Blick, einen starken Willen. Vielleicht sogar eine gewisse Furchtlosigkeit, die man als reine Verzweiflung erkennen könnte, würdest du Menschen nah genug an dich heranlassen. Denn auch, wenn du deine Gedanken zurückhältst, bedeutet es nicht, dass du nichts zu sagen hättest. Genau genommen hast du sogar Sorge, nicht mehr enden zu können, wenn du erst einmal beginnst – wenn du aufhören würdest, still zu sein und das weiterführen könntest, womit deine Eltern angefangen haben. Wahrheiten nicht mehr hinter deinem Trotz oder deinem Sarkasmus verbergen müsstest; immerhin wurdest du bereits als Verräterin markiert. Eine zu sein, fällt dir daher nicht einmal sonderlich schwer.
41 Ingameposts | 23.03.2025, 13:42
Basgiath War College
gespielt von Jella
34 Jahre
Reiterin
Das zierliche Äußere gepaart mit ihrem bedeutungsträchtigen Nachnamen, möchte zunächst den Eindruck nahelegen, dass die Nichte des Königs ein privilegiertes, von Diplomatie und Glanz geprägtes Leben führt. Sicherlich stimmte das bis zu einem gewissen Grad, schließlich lässt Caitria mit Vorliebe auch dieser Tage noch alles in ihrem Leben leicht und ungezwungen erscheinen, hat den Bällen und geschichtsträchtigen Sälen aber schon vor einer Weile den Rücken gekehrt. Die Energie, die sie für den Anschein von Leichtigkeit aufwendet, entspringt dabei dem gar unerschütterlichen Brunnen an Unzufriedenheit. Schon als Kind war sie nicht sonderlich angepasst, wollte lieber auf Bäume klettern, als an Teepartys teilnehmen und fand schnell heraus, dass ihr der Widerspruch immer näher lag als Zuspruch. Im Grunde gab es nur einen Menschen in ihrem Leben, zu dem sie ohne jegliche Missgunst aufsah: ihren großen Bruder. Vielleicht war es die Tatsache, dass sie abseits der eigentlichen Königsfamilie schon immer im direkten Zentrum der Macht verkehrte, aber lange keine eigene spürte, vielleicht aber auch der Behandlung geschuldet, die sie als jüngste Tochter erfuhr. Cait, wie sie nur Freunde nennen dürfen, fühlt sich oft nicht ernstgenommen und hat ihre ganz eigenen Taktiken entwickelt, um damit umzugehen. Ihr typisch böser Blick ist nicht besonders ziemlich, stört er schließlich das zugängliche Bild, aber spätestens ihre Zeit im College hat ohnehin ein anderes gezeichnet. Der ein oder andere glaubt bis heute es waren ihren familiären Verbindungen zu verdanken, dass sie es schließlich auf den Rücken eines Drachens schaffte, aber jene, die sie kennen, wissen, dass Ehrgeiz sie bis in die tiefsten Winkel ihres Charakters erfüllt. Es in den Reiterquadranten zu schaffen war dementsprechend nicht nur eine Traumvorstellung, sondern ein von dem Weg ihres Bruders abgeleiteter Zwang.
Die innere Verbissenheit, mit der sie durch ihr Leben schreitet, wird nur denen auffallen, die es wirklich nah an sie heranschaffen, weil sie ihre Mitmenschen grundsätzlich gerne auf Abstand hält. Nähe macht schließlich angreifbar und somit verletzlich. In Caitrias Welt ist das meiste grundsätzlich erst einmal eine Zweckbeziehung, einzig ihre Familie hat eine uneingeschränkte emotionale Bedeutung und darf somit auch die wärmeren Farben ihres Charakters sehen. Alle anderen Bekanntschaften erleben sie wohl zunächst eher als gefühlskalt erleben. Im generellen Zusammenleben ist sie eher manipulativ anstatt als diplomatisch, in den meisten Fällen kommt der Angriff zuerst, bevor man überhaupt über Verteidigung nachdenken kann. Ihre Wut lodert nicht, sie vereist, aber ist in ihrer Logik gefangen nicht weniger gefährlich. Sicherlich machen sich auch gerade deswegen nicht allzu viele die Mühe, um die kaltherzige Schicht zu durchdringen, die ihr Inneres auch zum Schutz ummantelt. Schafft man es aber einmal ihre Anerkennung oder Zuneigung zu gewinnen, kann man sich sicher sein, eine höchst loyale Freundin gefunden zu haben. Dass sie im Militär deutlich weniger aneckt, als ihr Wesen schlussfolgern ließe, liegt in erster Linie wohl daran, dass ihre Form des Widerspruchs heute leise oder gar stumm geworden ist und ihre Form von Kriegsführung vor allem ihrem Intellekt folgt. Wenn man wie sie das Leben als Schachspiel sieht, ist es in vielerlei Hinsicht einfacher, Menschen zu bewegen, wenn diese gar nicht wissen, dass sie sich zu einer Figur gewandelt haben, als es mit roher Gewalt zu tun. Der Drang zu Letzterer steckt immer noch unter einem Haufen von antrainierter Selbstkontrolle, aber die Tage, in der sie Nasen brach, weil man sie einmal schief ansah, sind weitestgehend vorüber. Schließlich wäre das als Staffelführerin auch etwas weniger konstruktiv. Als besonders zärtlich werden ihre Staffelmitglieder sie dennoch keineswegs erleben. Ihre Ansprüche an Andere sind beinah so hoch wie eben jene, die sie an sich selbst hat und dementsprechend nicht immer ganz so leicht zu erfüllen.
12 Ingameposts | 08.02.2025, 14:11
Militär Navarre
gespielt von Maj
00 Jahre
Artillerist
0 Ingameposts | 30.08.2025, 19:32
Militär Poromiel
gespielt von Jella
30 Jahre
Flieger
Auf den ersten Blick mehr Muskel als Hirn, mag es die meisten Menschen durchaus überraschen, dass Faebien Cailbhin schon lange die schmale Grenze zwischen beidem wandelt. Immer schon ein Mann eher wenigerer Worte, sind es eben jene eigentlich, die ihn am meisten erfüllen. In einem anderen Leben wäre er vielleicht Schriftsteller geworden, in diesem aber wurde er Soldat aus voller Überzeugung. Der Nationalstolz und das Heimatgefühl sind ihm ebenso ins Wesen eingebacken, wie dass die Fliegeridentität zur familiären Tradition gehört. Die Fußstapfen seines Vaters erscheinen Faeb, wie die meisten ihn nennen, noch heute immens, aber es hat ihn trotzdem nicht davon abgehalten, seinem Beispiel folgen zu wollen und sich dem Kampf gegen die Veneni zu verschreiben. Die Ausnahme in seinem Nacheifern bildet die Lautstärke, welche die restlichen Mitglieder seiner Familie in den meisten Fällen auszeichnet – diese ist nur in seinem Lachen zu finden, welches manchmal etwas zu laut durch Lokalitäten hallt. Ruhe hat er sich eher antrainiert, als dass es seinem Charakter entspricht. Lediglich, wenn seine Aufmerksamkeit auf einem Buch oder er auf dem Rücken seines Greifens sitzt, kann er sich vollkommen auf etwas fokussieren. Ansonsten wandern seine Gedanken, sowie seine Gabe, also die Fähigkeit der Beziehungsidentifikation ihm im Alltag eher zum Automatismus geworden ist, als dass er sie bewusst abruft. Sie hat seine Tendenz alles und jeden in Kategorien, auch die bürgerlichen, verpacken zu wollen nur verstärkt. Faebien mag seine Welt zwar nicht schwarz-weiß, aber je klarere Verhältnisse er schaffen kann, desto wohler fühlt er sich. Auch deswegen hört man das Wörtchen vielleicht nur selten von seinen Lippen, er sagt lieber ja oder nein, als sich der Unsicherheit auszusetzen.
Den Jungen vom Land hat er nur in seinen immer wechselnden Wohnorten hinter sich gelassen, ein gewisser Drang nach Weite ist ihm erhalten geblieben. Eben jene findet er entweder in der Luft oder aber in den Büchern, die sich in der Regel auch in seinem Zimmer neben seinem Bett stapeln, weil er immer zu viele davon besitzt und doch alle lesen will. Böse Zungen behaupten, er hat diese nur, um nicht zum Hau-Drauf-Klischee zu werden, aber in seiner kleinen Bibliothek wird jedes Buch gelesen, annotiert und sich überlegt, ob man nicht vielleicht selbst mal einen Roman schreiben will. Der Traum ist zu klein und farblos im Gegensatz zu dem Krieg, in welchem sie leben, aber er schlägt seit geraumer Zeit leise Töne in seinem Inneren. Es ist eben jene Art, die ihn in zwischenmenschlichen Beziehungen meist von lockeren Bekannten in enge Freundschaften springen lässt. Menschen sind ihm wichtig, das Wohl der Unschuldigen ein Anliegen und soziale Gefüge – trotz ihrer Komplexität – immer eine spannende Analyse wert. Dennoch liegt ihm unbeeinflusstes Urvertrauen nicht mehr, auch weil er um die Schattierungen von Meinungen innerhalb des Konfliktes weiß. Das Reden überlässt er gern den Anderen, sieht sich selbst meist eher im Hintergrund, vielleicht doch auch auf den zweiten Blick mehr als Muskel anstatt als Redner, dabei wäre er in der Lage beides zu sein. Gewalt ist für Faebien immer Mittel zum, nie reiner Selbstzweck. Wenn seine Emotionen überkochen, bringt er sie zum Papier oder rennt sie sich aus dem System, sie an anderen auszulassen, liegt dem auf geselligen Miteinander ausgelegten Charakter näher als der offene persönliche Konflikt. Er mag abstrakte Probleme lieber als eigene und seine Freunde werden ihn eher als Stehaufmännchen beschreiben, als dass man ihn je jammern hört. Das emotionale Treiben im eigenen Inneren wird meist rationalisiert, in Gesprächen mit Logik seziert und erst in der Folge in aller Intensität verstanden. Soll heißen, spricht man ihn auf sein Innenleben an, antwortet er durchaus ehrlich, er würde es nur zumeist nicht von selbst auf den Tisch bringen. Auch in diesem Belang macht er sich lieber zum Zuhörer. Sicherlich verpasst er dadurch das ein oder andere Mal den Moment, sich selbst durch andere hinterfragen zu lassen, aber in den wenigsten Fällen begegnet er dort einer Frist, die ihm das Umdenken schlussendlich unmöglich macht. Sein Hang zur Rationalisierung macht ihm auch im romantischen Sinne manchmal etwas schwer von Begriff und dementsprechend trottelig. Grundsätzlich hat er seine Unsicherheiten aber einmal abgelegt, zeigt er seine Zuneigung auch gern in körperlicher Nähe. Übrigens auch bei Freunden, weswegen das manchmal missverstanden werden kann.
18 Ingameposts | 09.02.2025, 14:31
Militär Poromiel
| |||||

