Spiegelforum: Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Alex
42 Jahre
Reiterin
Geboren und aufgewachsen in Calldyr Stadt, stammt Kaela aus einfachen Verhältnissen. Sie ist eines von mehreren Geschwistern und weiß, was es heißt, sich seinen Platz in der Welt hart zu erarbeiten. Schon als Kind träumte sie davon, Drachenreiterin zu werden. Sie trat in den Reiterquadranten ein und bestand die harten Jahre des Trainings mit Ausdauer, Disziplin aber allem voran mit Entschlossenheit. Eine Entscheidung, die sie nie bereute und ihr Leben nachhaltig veränderte.
Inzwischen dient sie gemeinsam mit ihrem Drachen Drish (ein grüner Skorpionsschwanz) seit vielen Jahren in der Stadtwache von Calldyr Stadt. Drish ist für Kaela nach all den Jahren nicht nur ihr Kampfgefährte, sondern beinahe eine seelische Erweiterung ihrer selbst. Tief verbunden, vertraut sind die beiden inzwischen fast wortlos im Einklang. Sie könnte sich ein Leben ohne Drish gar nicht mehr vorstellen und zum Glück muss sie das auch nicht, ist ihr Leben schließlich für immer an das von Drish gebunden.

Kaela ist der Königsfamilie in bedingungsloser Loyalität ergeben. Nie würde sie Entscheidungen des Königs hinterfragen oder gar in Zweifel ziehen – sie ist zutiefst davon überzeugt, dass er stets das Wohl des Volkes im Blick hat. Ihre Pflichterfüllung und ihr Glaube an die Krone scheinen unerschütterlich zu sein.

Gleichzeitig ist Kaela eine Frau, die in zwei Welten lebt – neben der Ehre und der Pflicht als Drachenreiterin gilt ihre Loyalität auch ihren beiden Kindern. Vor fünf Jahren wurde sie zum ersten Mal Mutter und dann vor drei Jahren zum zweiten Mal.
Ihren Ehemann verlor sie vor zwei Jahren an ein unbekanntes Fieber. Seither ist Kaela Witwe, alleinerziehende Mutter eines kleinen Sohnes und einer noch jüngeren Tochter.
Die Trauer, das Erbe ihres verstorbenen Mannes und der erbitterte Streit mit dessen Brüdern um das Vermögen und die Zukunft ihrer Kinder lasten schwer auf ihr und haben sie maßgeblich verändert, wo sie früher mutig bis zur Unbedachtheit handelte, wägt sie heute ihre Entscheidungen ab – nicht aus Angst, sondern aus Verantwortung.

Kaela kämpft an mehreren Fronten – als Mutter, als Witwe, als Drachenreiterin. Doch auch wenn das Leben sie gezeichnet hat, ist sie nicht zerbrochen. In der Tiefe ihres Wesens brennt noch immer das Feuer jener jungen Frau, die einst von den Lüften träumte – und heute stärker denn je mit beiden Beinen auf dem Boden steht.
4 Ingameposts | 16.06.2025, 16:14
Militär Navarre
gespielt von Josi
32 Jahre
Flieger
Die Schiffsglocke schlägt fünf. Zeit das Stundenglas ein weiteres Mal zu drehen. Der diensthabende Wachposten tut's, wie ich aus dem Augenwinkel seh, auch wenn das Tageslicht bisher nur dämmert. Neben mir steckt Paidi noch mal seinen Schnabel unter einen Flügel, die Tage auf dem Schiff beginnen früh, die Abläufe hier sind mir vertraut, so wie das Geräusch der schlagenden Wellen gegen den Rumpf der Darakor und das leichte Schaukeln meiner Hängematte.

Bin seit Jahren hier stationiert, aber es ist nicht nur der Außenposten meines Dienstes, ist mein zu Hause geworden, nicht mein Schiff, aber meine Heimat. Mehr als alles zuvor. Von der Darakor sagt mehr über mich aus, als der Nachname meines Vaters Szatari, den ich noch immer trage, auch wenn's ihn nicht mehr gibt. Oder vielleicht doch, wer weiß das schon, ich weiß nur, dass er weg ist. So wie ich weiß, dass meine Mutter irgendwo in der Hauptstadt ist, vielleicht noch mit ihrem 7. Ehemann, vielleicht im Versuch den 8. in der königlichen Familie zu finden.

Spielt kaum eine Rolle, nicht mehr, hat mir lang genug im Weg gestanden. Das schlechte Gefühl und ich mir selbst. Das nirgendwo dazu gehören, bis ich meinen Platz endlich gefunden hab. Hab das gehofft, dass mit dem Flieger werden auch ein Platz für mich kommt, der passt. Dass ich nicht nur die Gesellschaft eines Greifen finde, für immer, sondern auch die von Kameraden. Hab was besseres gefunden. Familie.

Nicht die, die ich selbst gegründet hab. Vielleicht irgendwann. Sondern die, in die ich aufgenommen wurde, von jenen die schon vor mir hier waren, so wie wir jeden aufnehmen, der dazu kommt. Denk trotzdem darüber nach, über Familie. Vor allem seit dem sie hier ist. Die Frau, an die ich denke, wenn man mich fragt, wen ich schön finde oder nach wem ich mich sehne, wenn ich alleine einschlafe.

Ist immer sie, war immer sie. Junia. So wie's immer ich bin, der bei Sonnenaufgang als erstes in die Wellen springt um zu schwimmen, um richtig wach zu werden, an jedem neuen Tag, egal bei welchem Wetter. Dann das Frühstück, mach's gern, wenn die Anderen endlich alle aus ihren Kojen gekrochen sind und die die Nachtschicht hatten noch was mit essen bevor sie schlafen gehen.

Bin dankbar für jeden neuen Tag, den das Meer uns erleben lässt. Bin neugierig, wohin die Winde uns morgen tragen. Auf zu fremden, unbekannten Orten, macht mir nichts aus. Ist überall ein bisschen zu Hause, mit diesem Schiff und dieser Mannschaft, mit unseren Greifen und unseren Freunden. Und mit ihr. Nach so vielen Jahren endlich mit ihr, nach getaner Arbeit irgendwo an Deck sitzen, bis die Sonne unter gegangen ist, als tät sie's nur für uns.
4 Ingameposts | 18.07.2025, 19:46
Militär Poromiel
gespielt von Jella
27 Jahre
Fliegerin
Mein Blick gleitet über die Akte zwischen uns. Akte 349 steht oben, in klaren dicken Lettern darunter mein Name. Rowena Averan. Niemand hat notiert, dass man mich im engeren Kreis nur Wren nennt oder wer meine Familie eigentlich ist. Es gibt nur die Benennung der Akte und meinen Namen. Ich hebe den Blick von dem Umschlag zum Gesicht mir gegenüber. Ich weiß nicht, was alles in der Akte steht, aber ich bin mir sicher ich werde zumindest Teile heute herausfinden. Also lächle ich freundlich, bin froh, dass ich meine langen Haare heute morgen zurückgebunden habe und meine Uniform frisch gebügelt ist. Professionell, aber nicht einschüchternd ist der Eindruck den ich machen will. Ich will ernstgenommen werden, auch wenn ich weiß, dass ich auf den ersten Blick nicht aussehe, als wäre ich zur Fliegerin geboren. Ich bin schmal, zierlich, trotz mittlerweile jahrelangem Training nicht wirklich muskulös. Ich strecke meine Schultern durch und warte. Warte darauf, dass man mich zu irgendetwas befragt, aber man bietet mir nur Kaffee an. Ich nehme das warme Getränk an, auch wenn es wohl kaum etwas gegen meine Anspannung tun wird. „Leutnant Averan, wir wollen heute über ihre Stationierung sprechen“, beginnt die Frau mir gegenüber mit einem Lächeln. Meine Stationierung. „Wir wissen, dass Sie eigentlich einen anderen Wunsch eingereicht hatten.“ Es stimmt, dass ich eigentlich gerne an die Grenze zu den Ödlanden gegangen wäre. Ich bin schließlich Fliegerin geworden, um unser Land zu beschützen und so schwierig unser Verhältnis zu Navarre auch ist, empfinde ich die Veneni derzeit als größere Bedrohung. „Wie ist es Ihnen seit Ihrem Abschluss ergangen?“ Ich blinzle. Ich habe nicht um dieses Gespräch gebeten, also kann es nur ein Versuch sein, Mitarbeiterinnenführung zu betreiben. „Ich gehe dorthin, wo ich gebraucht werde.“ Professionell und respektvoll. „Und in meiner Schwadron und auf dem Schiff ist meine Gabe recht nützlich.“ Ich bin nicht mehr ganz so frisch. Ich bin 27 Jahre und weiß langsam deutlicher, was ich will. Beispielsweise meinen Kameradinnen und Kameraden eine echte Hilfe zu sein. Sie haben mich nie anders behandelt. Wir wissen alle, dass sie es könnten.

„Und Ihre Eltern?“ Ich schweige, aber spüre wie die Anspannung unweigerlich in meine Kiefer zieht. „Die sind weiterhin in Draithus, dementsprechend muss ich für Besuche nicht allzu viele Urlaubstage opfern.“ Ahne, dass das nicht das ist, was sie wissen wollte. Es ist kein Geheimnis, dass die Averans bisher keine Fliegerinnen und Flieger hervorgebracht haben. Zumindest keine, deren Namen man behalten hat. Meine Familie ist bekannt für ihren Großgrund vor Draithus und in ganz Krovla. Einflussreiche Händler nennen sie uns, aber ich könnte auch einfach sagen, ich gehöre nicht mehr dazu. Mein Nachname erscheint mir seit geraumer Zeit nicht besonders hilfreich für die Wege, die ich gehen möchte. Wege, die sich nicht so leicht gehen lassen, wenn der eigene Nachname in die wichtigen Handelsabkommen mit Navarre verwickelt ist. Wenn der Einfluss bis in die Politik reicht und schlussendlich wohl auch dafür gesorgt hat, dass ich auf dem Schiff gelandet bin, anstatt an der anderen Grenze. „Sehr hilfreich, die Familie so nah zu haben.“ Ich verstehe nicht wirklich, was das zur Sache tut, aber ich nicke lediglich. Hilfreich, aber auch erdrückend. Ich liebe meine Eltern, aber wär‘ ihrem Geschäft gern schon vollends entwachsen. Ich würde ihren Einfluss gern ablegen, auch wenn ich weiß, dass er ein Privileg ist. Bin trotzdem zu oft Averan und nicht Wren. In meiner Schwadron ist’s anders. Da sehen mich die Meisten einfach nur als Soldatin. „Ich bin gerne auf See.“ Mein Versuch das Thema wieder umzulenken. Auf das Wasser, welches mich fasziniert. Auf die Weiten, die mich anderes vergessen lassen. „Und ich lerne auch die Grenzen der Telepathie auszutesten.“ Bis nach Draithus reicht man Radius lange nicht, wenn wir weit rausgefahren sind. Aber auf andere Schiffe. Oder an die Küste, wenn wir uns nähern. Es ist praktisch, auch wenn es sich an manchen Tagen noch immer seltsam anfühlt, telepathische Verbindungen mit anderen aufzubauen. Mein Gegenüber schlägt die Akte auf und notiert etwas. Ich lächle wieder, als sich der Blick zurück zu mir hebt.
6 Ingameposts | 02.06.2025, 18:39
Militär Poromiel
gespielt von Jani
33 Jahre
Schriftgelehrte
Aurelia Ganasdir. Aurelia Seagha. Wenn man den Listen vertraut, existiert nur noch eine dieser Personen. Hast deinen Mädchennamen hinter dir gelassen, weil es keine Rolle spielt: Namen tragen keinerlei Bedeutung. Sie verblassen in den Schatten der Geschichte. Bleiben vielleicht als Flüstern in den Archiven zurück, als Markierungen in Büchern – doch irgendwann verschwinden sie selbst dort. Werden im Angesicht der Zeit über Generationen hinweg vergessen. Du fühlst keine Traurigkeit darüber, bist nicht hier, um deinen Namen unsterblich zu machen. Willst formen, prägen, hinterlassen. Die Worte, die du schreibst, die Entscheidungen, die du triffst: es sind jene, die zählen. Bist von einem Pragmatismus umgeben, der sich bereits in deiner Kindheit manifestiert hat. Warst lieber umringt von Büchern als von Menschen. Hast Erklärungen und Logik besser verstanden als Emotionen. Dich selten dem Idealismus hingegeben und dich stattdessen auf umsetzbare Lösungen fokussiert. Du hast die Überzeugungen deines Vaters geerbt, aber den Verstand deiner Mutter. Vielleicht bist du ihr deswegen in den Quadrant der Schriftgelehrten gefolgt; um nicht müde zu werden. Neue Herausforderungen zu finden. Nimmst die Welt in Formen und Mustern, Bildern und Abfolgen wahr – wie Sprachen, die einem wiederkehrenden Rhythmus nachgehen. Fühlst dich umgeben von Tinte und Federkielen zuhause, liebst das raue Pergament zwischen deinen Fingern. Hauchst den toten Sprachen wieder Leben ein, zu wichtig sind die Inhalte, die in ihnen verborgen liegen. Zu gefährlich das Wissen, welches ansonsten durch Zufall erlangt werden kann. Bei dir war es nicht anders: bist in die Geheimnisse des Königreiches hineingeschlittert. Unbewusst, aber nicht ahnungslos. Hast schnell die Bedeutung verinnerlicht, die Notwendigkeit in dem Handeln der Generäle gesehen. Es hat den Kern deiner Arbeit geändert. Schreibst nicht mehr nur Berichte, leitest keine simplen Informationen mehr weiter: sondern verschleierst, lügst und beeinflusst. Wärst du ein besserer Mensch, würde es dir vielleicht schlaflose Nächte bereiten, aber deine eigenen Motivationen verhindern es. Nicht der Krieg entscheidet darüber, wer das Richtige tut. Er entscheidet darüber, wer am Ende überlebt. Und für dich zählt nicht mehr als das: das Überdauern des Königreiches. Willst keine zweite Rebellion erleben, willst das Land in Sicherheit wissen. Und auch wenn es nicht deinem Wesen entspricht, stimmst du der Meinung deiner Vorgesetzten zu: manchmal ist Nicht-Wissen besser. Zumal es nichts ändern würde – der Krieg und die Verluste würden dennoch existieren. Nur der Feind wäre ein anderer.


Du hast dich in den letzten Jahren weiterentwickelt: durch deine Verantwortung und deine Aufgaben. Bist nicht mehr nur stille Beobachterin, sondern Strategin. Hast gelernt in Momenten des Chaos Ruhe zu bewahren. Deinen rationalen Gedanken zu folgen, statt dich von Gefühlen leiten zu lassen. Gibt nur wenige Situationen, wenige Menschen, die dich deine Selbstbeherrschung vergessen lassen. Der Tod deines Bruders hat für Tränen auf deinem Gesicht gesorgt. Zu schmerzhaft war der Abschied, um dich darüber zu sorgen, wer sie hätte sehen können. Deine Freunde entlocken dir ein Lachen, selbst wenn du es hinter einem Augenrollen zu verstecken versuchst. Und im Angesicht deines Ehemannes bröckelt deine ganze Fassade. Kannst deine Gefühle nicht immer fassen, sie nicht immer kontrollieren – lässt zu, dass deine Gedanken in der Zweisamkeit stolpern. Dass du dein Gleichgewicht verlierst, weil du weißt, dass er dich selbst in den hitzigsten Diskussionen auffängt. Er dich nicht fallen lassen würde, selbst wenn du dabei wärst, zu zerbrechen. Vermutlich würdest du es allein hinbekommen: aber musstest es in den vergangenen Jahren nicht sein. Hast nicht nur eine Bestimmung, sondern auch eine Familie in deiner Staffel gefunden. Ein zuhause entfernt von deiner eigentlichen Heimat in Tyrrendor. Selbst wenn deine Tätigkeiten noch immer verwoben mit der Provinz und ihrer Kultur sind und du weißt, dass beides Teile deiner Geschichte sein werden. Denn wer bist du, wenn nicht das, was du hinterlässt?
15 Ingameposts | 09.02.2025, 14:37
Militär Navarre
gespielt von Jani
23 Jahre
Reiter
Der Tod ist nichts Schlimmes, Yiannis. Malek wird mich mit offenen Armen empfangen und irgendwann werden wir uns wiedersehen.“ Seine Mutter sprach leise, lehnte ihre Stirn bei den Worten an seine. Ein zaghaftes Lächeln auf den Lippen. Sie war nie ängstlich gewesen – nicht in seiner Kindheit, wo sie seine Vorliebe fürs Klettern mit einem Stirnrunzeln hingenommen hatte und auch nicht im Anblick ihres Ablebens. Sie hatten sich darauf vorbereiten können, auf diesen Tag und diese letzten Stunden. Es zu erleben war dennoch etwas anderes. Sein Herz schien langsamer zu schlagen, die Welt war dabei stehen zu bleiben. Nicht für alle, aber für ihn. Er wusste, dass es nicht fair war, sie zu verlieren. Dass sein Vater nicht die Kraft haben würde, weiterzumachen. Schon jetzt musste er ihn an den meisten Abenden in den Tavernen der Stadt ausfindig machen. „Sei nicht wütend.“ Er wünschte, er hätte das bedingungslose Vertrauen seiner Mutter in die Götter geerbt. Aber so war er nie gewesen – zu hitzköpfig, zu temperamentvoll, zu eigensinnig hatte er nie jemand anderen als sich selbst zur Verantwortung ziehen können. Töricht, würde sein Vater ihn später nennen. Nutzlos. Worte, die sich wie Gift in seine Gedanken nisteten und ihn an seinem Vorhaben zweifeln ließen, mehr aus sich zu machen. Dabei hatte es nicht viel gebraucht, um es wahr werden zu lassen. Eine Prise Mut, eine gewisse Vorbereitung und eine einzige Person, die sich die Mühe gemacht hatte, ihn tatsächlich zu sehen. An ihn zu glauben.

Reiter zu werden war keine Entscheidung gewesen, die er leichtfertig getroffen hatte. Es war kein Geheimnis, wie tödlich die Ausbildung war. Wie gefährlich jede einzelne Prüfung. Womit er dennoch nicht gerechnet hatte, war die Veränderung, die ein Ort wie Basgiath mit sich bringen würde – in seinem ersten Jahr war es darum gegangen, zu überleben. Darum, Freunde sterben zu sehen. Zu lernen, Verluste mit nicht mehr als einem Nicken hinzunehmen und weiterzumachen. Sich von seinen Gefühlen zu distanzieren und zu funktionieren. Doch es war sein zweites Jahr gewesen, welches letztlich dafür gesorgt hatte, dass er sich endgültig von seinem alten Ich löste – von dem Jungen, der er einst in Lewellen gewesen war. Der Hoffnung empfunden und zumindest in Teilen das Gute in Menschen vermutet hatte.
24 Ingameposts | 09.02.2025, 14:36
Basgiath War College
gespielt von Jani
20 Jahre
Reiterin
Ich hab’ noch immer nicht gepackt. Seh‘ auf den leeren Rucksack vor mir und frag‘ mich, wie mein Leben dort hineinpassen soll. Wovon ich mich trennen muss, um es über’s Viadukt zu schaffen und ob’s überhaupt wichtig ist – weil nichts davon verschwinden wird. Meine Eltern werden mein Zimmer nicht ausradieren, als hätte es mich nie gegeben. Sie werden meine Tagebücher der letzten Jahre nicht im Winter nutzen, um den Kamin damit zu entzünden. Überall im Haus verteilt hängen noch immer Bilder, die ich gemalt habe, als ich gerade so einen Stift habe halten können. In deren Ecke unsäuberlich Juno steht, als gäb‘ es noch andere (semi-begabte) Künstler in meiner Familie. Ich brauch‘ nichts von den Dingen vor mir wirklich – die Bücher über Drachen sind zu schwer, sie verändern meine Balance zu sehr, als dass es Sinn ergeben würde, sie tatsächlich mitzunehmen. Das sonnengelbe Kleid, was ich gerade erst zum Geburtstag bekommen habe, werd‘ ich dort nicht tragen können. Selbst die Dolche werden mir keine große Hilfe sein: bei den meisten von ihnen handelt es sich sowieso um Trainings-Klingen. Hinterlassen nicht mehr als Kratzer auf der Haut. Bin mir sicher: ich hab‘ bereits das vierte Mal alles neu sortiert. Dinge eingepackt, um sie anschließend wieder heraus zu räumen. Frag‘ mich langsam, warum ich nicht meine beste Freundin gefragt habe, was sie für wichtig hält. Weswegen ich nicht dabei gesessen habe, als bereits letztes Jahr für den Quadranten der Reitenden gepackt worden ist. Vermutlich bin ich zu aufgeregt gewesen. Kann mich an den Tag nur noch lückenhaft erinnern, nur noch daran, wie fest ich ihn gehalten habe, bevor er sich endgültig verabschiedet hat. Und wie sicher ich mir gewesen bin, dass wir uns in diesem Jahr wiedersehen würden.

Bin mir immer noch sicher – dass er auf der anderen Seite auf uns warten wird und wir den Abend damit verbringen werden, uns gegenseitig zu erzählen, was wir im Leben des anderen verpasst haben. Zusammengekuschelt mit Nia, irgendwelche Süßigkeiten in uns hineinstopfend. Süßigkeiten. Mein Blick gleitet zu meinem Nachttisch, hab‘ die Schublade geöffnet, bevor ich weiter darüber nachdenken kann und zieh‘ die Ausbeute unseres letzten Markttages hervor. Bon-Bons. Schokolade. Kekse. Wir sind bisher nicht dazu gekommen, sie zu essen – aber ich weiß, dass wir so bald nicht mehr die Möglichkeit dazu haben werden. Weiß, dass wir sie vielleicht brauchen werden. Um die Laune zu heben, um nervös auf der Lakritze herum zu kauen (auch, wenn sie außer mir niemand zu mögen scheint). Bin froh, dass mir meine Mutter nicht über meine Schulter schaut, denn sie würde die Augen dabei verdrehen, würde sie sehen, dass ein Drittel meines Rucksackes ausgerechnet mit Konfekten und Pralinen gefüllt ist. Sie würd‘ einen Herzinfarkt bekommen, wenn sie sehen würde, dass ich den restlichen Platz nutz‘, um die kleine Märchensammlung einzupacken, die ich Jesper geschenkt habe, kurz nachdem er hier angekommen ist. Damit er etwas anderes zu lesen hatte als die Geschichte Navarres. Damit er mich kennenlernen konnte, weil’s mein Lieblingsbuch gewesen ist und weil er sich damals dafür entschuldigt hat, dass er’s zurücklassen musste. Bin mir sicher, selbst wenn der Herzinfarkt sie ins Grab gebracht hätte, hätt‘ sie noch Zeit, um sich dort umzudrehen, würd‘ sie von oben herab auf mich blicken und die Kristalle bemerken, die nicht mehr an meiner Decke hängen und das Licht im Raum verstreuen, sondern die geradewegs – und als Letztes – in den Rucksack wandern. Ich brauch‘ nicht mehr – etwas für Nia, etwas für Jesper, etwas für mich. So wie’s die letzten Jahre auch gewesen ist. So wie’s die nächsten Monate sein wird.
8 Ingameposts | 02.05.2025, 18:39
Basgiath War College
gespielt von Jella
28 Jahre
Reiter
In einem anderen Leben hätte aus Laertes Marcaigh ein Goldjunge werden können, in diesem aber war er immer mindestens eine offiziell geschlossene Ehe von dem goldenen Löffel entfernt. Glücklicherweise hat sich dieser Umstand nie auf sein sonniges Gemüt ausgewirkt. Als unehelicher – und tragischerweise einziger – Sohn des Herzogs von Morraine wuchs mit seiner Mutter abseits des adeligen Hofes auf und ist mittlerweile auch ganz froh darüber, dass er sich die Zwänge und Eitelkeiten des Adels ersparen konnte. Die Beziehung zu seinem Vater quasi nicht-existent, war die zu seiner Mutter immer warm und von einem Zusammenhalt gezeichnet, die sich auch durch sein bis heute geselliges Wesen zieht. Einsamkeit ist Laertes immer noch zuwider, eine Tatsache, die ihn seine Gedanken nur selten von seinem Drachen abschirmen lässt, schließlich ist eine nette Folge der telepathischen Verbindung auch, dass man im Grunde nie allein ist. Dass er den Weg zum Drachenreiter einschlagen würde, war nicht nur seine eigene Entscheidung, sondern auch ein Wunsch seines Vaters, der in einer strahlenden Militärkarriere die Möglichkeit sah, seinen Sohn in der eigenen Gesellschaft noch nachträglich zu etablieren. So bekam der Junge, dessen Blick am liebsten auf dem Horizont lag und dessen Füßen regelmäßig im salzigen Meerwasser steckten, doch noch ein wenig das teils angeborene Privileg zu spüren.

Die Idylle seiner Kindheit währte also nur ein paar Jahre, wohl aber lange genug, um seine ungestüme Art zu fixieren. War er früher vor allem deswegen auffällig, weil er sich jeder Herausforderung mit einem lauten Lachen stellte, so greifen seine inneren Stürme heute weitaus tiefer. Laertes Launen gleichen manchmal den Gezeiten des Meeres oder eben jenem Unwetter, welches seine Siegelkraft ihn mittlerweile zu Teilen beherrschen lässt. Die Jahre im Dienst sowie die Zeit im College haben ihm Dunkelheit gebracht, die seine laute Art manchmal einzudämpfen weiß, manches Mal aber genau das Gegenteil folgert und ihn mit Witzen und Humor über die Schatten hinwegtäuschen lassen will. Sein bleibender Optimismus wirkt manchmal mehr wie ein Zwang, als noch ein reines charakterliches Erbe seiner Mutter und doch hängt er daran fest, dass besser werden muss, was noch nicht gut ist. Diese Auffassung lässt ihn häufiger über seinen eigenen inneren Tumult hinwegsehen, aber es gibt ohnehin auch nur wenige Menschen in seinem Leben, denen es gelingt, ihn dazu zu bringen, über seine Gefühle, vor allem die Negativen, zu sprechen.

Von einem Leben gezeichnet, in welchem auch Geldmangel das ein oder andere Mal eine Rolle spielte – schließlich war seine Mutter alleinerziehend – war Loyalität schon früh ein Anker in seinem Leben und eben jener Hang dazu, sich anderen Menschen zu verpflichten, macht ihn wohl dieser Tage immer noch zu einem guten Soldaten. Kameraden zu verlieren ist eine Konsequenz ihres gemeinsamen Dienstes, der Schutz des Landes und vor allem der Menschen, die er liebt, ist ihm dabei jedoch sein größtes Anliegen. Auch deswegen mag es auf den ersten Blick wundern, dass er mit seinem Staffelführer desertiert ist. Blickt man aber auf die genaueren Umstände, folgt es seiner Logik, schließlich sieht er in der neu erkannten Bedrohung eine viel größere Gefahr für seine eigentliche Heimat. Dieser Hang im Großen und Ganzen das Richtige tun zu wollen, ließ Laertes sogar seine große Liebe, also seine Verlobte, sowie seine kleine Schwester zurück und in dem Glauben lassen, dass er gestorben sei. Die Hoffnung, dass sie sich wieder sehen, treibt ihn trotzdem weiterhin an.
18 Ingameposts | 09.02.2025, 14:33
Militär Poromiel
gespielt von Jani
39 Jahre
Reiter
Gute Geschichten bürgen oftmals eine gewisse Tragik, eine Prise Humor und eine Ebene des Verständnisses. Wenn man dies erst einmal verstanden hat, ist es einfach, Worte zu finden, um Feinheiten zu vermitteln. Einen anderen Ton einzuschlagen und Revolutionen zu lenken. In seinem Leben hat es schon immer zwei Möglichkeiten gegeben: den einfachen Weg mit dem Kopf durch die Wand oder den langwierigen, in dem es von Nöten ist, Pläne zu schmieden und Samen zu sähen. Eigentlich ein stiller Charakter ist die Bedeutung von Worten Riven schon immer bewusst gewesen – vielleicht durch seine Mutter, die ihm von früh an beibrachte, sie zu hinterfragen und einen eigenen Sinn in ihnen zu finden. Oder durch seinen Vater, der ihn lehrte, wann ein Scherz angebracht ist und wann man den Mund besser zu halten hat. Vielleicht lag es aber auch an all den Befragungen, denen er beigewohnt hatte. Den Erinnerungen, die er auf Befehle hin hatte löschen müssen und die den Meldungen der Führungsebene widersprachen. Venini und Wyvern – in seiner Kindheit nicht mehr als düstere Märchenwesen und heute die reale Gefahr für die Menschen des Kontinents. Er hatte anerkennen müssen, dass es ein Meisterwerk war: die Verbreitung der Lügen, das Verwischen der Grenzen und die Unsichtbarkeit der Intrigen, sind sie doch tief in den Alltag verwurzelt. Es hat eine gewisse Faszination in ihm geweckt, ein Spiel entfacht, in welchem Wissen vielleicht mehr wert ist als reine Kampfstärke. Wobei seiner Meinung nach das eine durch das andere bedingt wird: denn in den meisten Fällen geht Loyalität einher mit Vertrauen. Und wenn man erst einmal die Personen im navarrianischen Militär erkannt hat, die Zweifel haben, ist es kein Kunstwerk mehr, die Wahrheit zu nutzen, um sie von dem Vorhaben der Revolution zu überzeugen.

Riven hat sich selbst nie als Ratsmitglied gesehen – wurde gewissermaßen in die Rolle gedrängt. Manche sagen aufgrund seiner Erfahrung, manche begründen es in seiner Rhetorik, doch für ihn geht es damit einher, dass er als einer von Wenigen unbemerkt überlebt hatte. Kein Teil der Schlacht von Aretia gewesen war und die reine Zerstörungswut erst im Nachhinein vor Augen geführt bekommen hatte. Es hatte etwas in ihm verändert: der Anblick seiner verbrannten Heimatstadt. Menschen unter den Trümmern. Die Hinrichtung seiner Freunde. Die Scheu vor Verantwortung hatte etwas anderem Platz gemacht – dem Wunsch danach, dass nichts umsonst gewesen war. Dass die Bewegung nicht endgültig zerschlagen worden war. Da war Wut in ihm gewesen. Hass. Aber auch Unverständnis: schließlich liegt der wahre Feind nicht in Poromiel. Nicht einmal in Navarre, auch wenn es sich manchmal danach anfühlt.
18 Ingameposts | 09.02.2025, 14:37
Militär Navarre
gespielt von Jella
33 Jahre
Reiter
Eis, so spät es auch in Form seiner Kraft in seiner Tatsächlichkeit Teil seines Lebens geworden ist, war in seinen vorrangigen Eigenschaften schon früh Teil von Kian Seaghas Leben. Kälte, Härte und Unnachgiebigkeit waren und sind grundlegende Eigenschaften, die ihm familiär und auch mitsamt seiner Erziehung in die Wiege gelegt wurden. Dass ihn diese vollends verinnerlichten Grundanker heute kaum zum massentauglichen Helden machen, sondern wohl eher in seiner Charakteristik als Bösewicht einzuordnen wäre, lässt ihn gewohnt kalt – sicherlich auch, weil er seinen Drang nach Heldentum in der gräulichen Schattierung seiner beruflichen Aufgaben verloren hat. Das Richtige zu tun ist für ihn nicht länger gleichbedeutend damit auch etwas Gutes zu tun, schließlich sind moralische Grenzen nicht nur dehnbar, sondern auch im Sinne eines großen Ganzen zu missachten. Glücklicherweise ist es dabei nicht Kians eigene Aufgabe vorzugeben, was diese Sinnhaftigkeit ist, schließlich wurde die Sinnfrage schon mit seinen ersten Atemzügen für ihn beantwortet. Der Ausdauernde, was sein Name übersetzt bedeutet, ist in erster Linie dem Militär verpflichtet und somit dem, was dieses zum Wohle seines Landes von ihm fordert. Wohl möglich, dass ein System keine Familie ersetzen kann und doch sind es Außenposten und militärische Strukturen, die ihm so familiär geworden sind, dass ein Hinterfragen dieser schon einer existenziellen Sinnfrage nahekäme. In allererster Linie und dem Kern seines Wesens ist Kian Soldat, scheut nicht davor zurück sich die Hände schmutzig zu machen und hat schon vor geraumer Zeit gelernt sein Gewissen auszuschalten. Was andere als monströs betiteln, ist in seinen Augen notwendig – der Glaube, dass der Stärkere gewinnt, unabhängig davon in welcher Disziplin, in seinem Leben integral. Der ihm dadurch eigene Ehrgeiz sorgt dafür, dass Freundschaften in seinem Alltag eher rar sind und sich zumeist im beruflichen Kontext bewegen, dabei ist seine Loyalität denen gegenüber, die in seiner Staffel sind oder darüber hinaus Bedeutung in seinem Leben gewonnen haben, immens. Dahingehend war ihm sein Schicksal zumindest gnädig, hat eben diese Loyalität ihm im Rahmen seines Berufs glücklicherweise bisher keinen inneren Konflikt beschert. Eben jene, die Gefühlsebene, ist Kian trotz seiner durchaus gewachsenen Lebenserfahrung dennoch häufig noch ein Rätsel, weil seine eigenen Verhaltensmuster eher auf Instinkten und Gedanken basieren, eine gewisse Akzeptanz und Verständnis aber gerade aufgrund seiner zweiten Siegelkraft gewachsen. Die mildere Form des Gedankenlesens manifestierte sich aufgrund der Tatsache, dass der Drache seines Großvaters sich beim Dreschen für ihn entschied und damit nicht nur die Gesetze des Empyreans missachtete, sondern ihn mit einer zusätzlichen Macht bedachte. Eben jene hätte eigentlich sein Todesurteil sein sollen und macht ihn umso mehr dem Militär verbunden, welches ihn nutzt anstatt ihn zu töten, wenngleich die Wirkung seiner Kraft auch stark von den Denkmustern und der Offenheit seines Gegenübers abhängt sowie er sich über ihre Funktionsweisen auch deswegen nur mit wenigen austauschen kann, weil seine zweite Siegelkraft hochklassifiziert ist, also geheim gehalten wird.

Die mangelnde Wärme seines Wesens und seiner Kindheit vermag sein Drache Kani nur dahingehend auszugleichen, dass sie Feuer spukt, ein wohl dahingehend interessanter Widerspruch, dass man Kian in den allerseltensten Fällen ansehen wird, dass er für etwas wahrlich und vollends brennt und auch seine erste Siegelkraft, die Eismanipulation das kühle Blau seiner Augen unterstreicht. Die wahre Wärme findet sich in erster Linie in seiner vor geraumer Zeit geschlossenen Ehe, so aber weitestgehend hinter verschlossenen Türen. Seine Ehefrau, eine Schriftgelehrte, ist sicherlich die Person, die sich am besten in den Weiten seiner Innenwelt auskennt und somit auch seine sanfteren sowie hitzigen Seiten kennt. Eine gewisse Furcht, dass man sie irgendwann gegen ihn verwenden könnte, lässt ihn manche Grenze deutlicher ziehen. Als begnadeter Gegner im Faustkampf glaubt er sie aber im Notfall verteidigen zu können. Seine Fähigkeiten in diesem Stil sieht er als Erbe seines Onkels, seine Entschlossenheit als das Erbe seiner Mutter. Zu letzteren ist das Verhältnis dabei kaum enger als zu seiner Geschwaderführerin, auch wenn sie beide als Koryphäen des navarrianischen Militärs gelten. Ein Ziel, welches auch Kian anstrebt, dabei sind ihm die militärischen Würden im Grunde weniger wichtig als das Ansehen, welches mit ihnen einhergeht. Anhand diesem mögen manche Geschichtsbücher im Sinne der Verschwörung vielleicht doch zum Helden erhöhen, welche Geschichte das Land für ihn abschließend schreibt, muss jedoch wohl noch entschieden werden.
11 Ingameposts | 09.02.2025, 14:33
Militär Navarre
gespielt von Jackson
20 Jahre
Reiterin
Ich bin mit meinen 1,55 m nicht sonderlich groß. Auch würde ich mich eher als drahtig bezeichnen, denn als wirklich muskulös. Doch denke ich schon, dass ich verhältnismäßig kräftig bin. Ich habe blaue Augen, über deren Wirkung ich mir noch ein wenig im Unklaren bin. Keine Ahnung, ob ich damit auf andere anziehend wirke, bisher habe ich ja immer jeden direkt von mir gestossen. Ist ja auch sicherer, mich hasst sowieso jeder. Doch zurück zu meinem Look. Ich habe dunkelbraune, etwas weniger als schulterlange Haare. Das hat praktische Gründe, denn ich mag es einfach nicht, wenn sie mir beim Laufen oder sonstigen Training ständig in die Augen fallen. Also man merkt sicher schon, ich bin nicht sonderlich eitel. Ich schäme mich auch nicht für die Schrammen oder blauen Flecken, die ich irgendwie ständig mit mir herumtrage, ob nun an den Armen, Beinen oder auch mal im Gesicht. Soll ruhig jeder sehen, dass ich hart bin und mich wehre und mich eben nicht rumschubsen lasse. Lächelnd sieht man mich eher selten, ich hatte ja auch bisher wenig Grund dazu. Für wen also?
Meine Kleidung ist auch meist eher praktisch, robuste Hosen und Oberteile, feste Stiefel. Nichts was Mädchen auch nur annähernd als sexy bezeichnen würden.

Und es geht weiter. Meine Bewegungen sind auch eher zielgerichtet, ich mache nichts um des Selbstzwecks wegen, sondern weil es effektiv sein soll. So hat man mir auch schon mehrfach hinterhergerufen, ob ich denn ein Kerl sei. Tja, ich lasse mich nicht beleidigen, ich bin auf ihn losgegangen und hatte wieder ein paar Schrammen mehr. Ihr merkt schon, ich lasse mir nichts gefallen. Ich weiß auch nicht, aber ich fühle in mir immer nur Zorn und Wut. Aber da ist noch etwas. Wenn ich andere in Basgiath zusammen reden und lachen sehe … wie gern wäre ich dabei. Ich stosse alle von mir und möchte doch Nähe. Ja, vielleicht einfach in den Arm genommen werden, auch wenn ich mich davor fürchte. Mit anderen lachen, mich geborgen fühlen, meinen persönlichen Safe Space, den ich noch nie hatte! Aber da geht es dann schon los – Vertrauen! Ich traue niemanden, ich bin so misstrauisch! Und ich ertappe mich dabei, dass ich schon reflexartig lüge, auch wenn es überhaupt keinen Sinn macht, unnötig ist. Ich glaube ich bin total verkorkst …

Ich kann mich kaum noch an die Zeit erinnern, als ich mal wirklich unbeschwert und frei war. Ich herzhaft gelacht habe und … Freunde hatte! Ich weiß ja, dass ich mich ändern müsste, um Freunde zu finden, aber wenn ich an diese Familie denke, ihre Namen will ich gar nicht aussprechen, bei der ich Leben musste – dann jetzt in Basgiath, wo es auch jeden Tag vorbei sein könnte, wenn du den Falschen vertraust … wie soll ich es anstellen? Ich weiß es nicht …
0 Ingameposts | 26.08.2025, 19:03
Basgiath War College
gespielt von Jella
20 Jahre
Reiterin
Vier
Ich atme ein und zähle jeden einzelnen Atemzug. Mach das seitdem ich klein bin und vor lauter Angst vor den Schatten in meinem Zimmer nicht einschlafen konnte. Zieh die Luft durch meine Nase und zähle. Entspannt, fokussiert, lässt mich an etwas andere denken als das Kribbeln unter meinem Brustkorb. Die Fußstapfen meines Vaters sind in diesem Belang groß. Er ist Reiter, ich will eine werden. Das Schwarz der neuen Uniform kommt mir noch falsch vor. Zuhause hab ich’s lieber bunt. Mag weite Pullover, mag Pastelltöne, mag Schwarz nur in Ausnahmefällen. Aber das war die alte Nia Devi, die Neue macht gerade mit den anderen Kadettinnen und Kadetten immer wieder ein paar Schritte nach vorn. Ich will Reiterin werden, nicht nur weil es mein Vater ist, sondern auch, weil ich so zum Schutz des Landes beitragen kann, was ich liebe. Ich bin schon immer Kind von Navarre, war in Lewellen nur ein paar Jahre, bevor’s nach Adruil ging. Erinnere mich nicht mehr an meine Kindheitstage in Tyrrendor, nur an die Sommerurlaube, die mich immer und wieder hingetrieben haben. Der Weg aus Adruil war kürzer. Lege den Kopf in den Nacken und lasse meinen Blick über das College schweifen. Da ist das Gefühl wieder, was mich schon seit Jahren an Atemtechniken festhalten lässt. Angst. Ich hab‘ mich an sie gewöhnt. Ich nehme sie bei der Hand, auch wenn meine Rechte kurz nach den Fingern meiner besten Freundin greift. Damals hab‘ ich mich von der Angst lähmen lassen, heute ist sie mein bester Motivator. Lass zu, dass sich ein kurzes Grinsen über meine Züge schleicht. Spür das Kribbeln und deute es als Aufregung um.

Sieben
Halte den Atem an, zwing die Luft in meine Lungen. Verlangsamt meine Herzfrequenz, das weiß ich. Meine Mutter hat mir die Technik beigebracht, als ich mich nicht getraut habe zur Musikstunde zu gehen, die sie mir organisiert hat. Erinnere mich an meine leise Stimme „Was wenn sie mich nicht mögen?“ und an ihr sanftes Lächeln. Dann sind sie’s nicht wert, hat sie gesagt und mittlerweile bin ich mir sicher, dass sie Recht hat. Ich lass meinen Blick vom College wieder zu den Köpfen vor uns wandern. Es sind viele, die den gleichen Weg gehen wollen wie ich. Viele und doch werden nicht alle Freunde sein. Das ist okay und im Grunde nicht neu. Dass wir um unser Leben kämpfen werden aber schon. Frag‘ mich wer von denen vor und hinter mir als erstes jemanden töten wird. Frage mich, ob ich’s schon während der Ausbildung tun muss. Meine zwei Sicheln führ ich sicher. Ich habe keine Angst vor den ersten Kämpfen, aber der Gedanke daran, Malek zu begegnen lässt das Kribbeln wieder deutlicher werden. Ich halte den Atem an und kurz auch mein Leben. Jetzt, das ist das davor. Das ist noch Nia Devi, die mit den Pullovern und den Glitzersteinen auf den Wangen. Bald ist’s hoffentlich Nia Devi, Reiterin, die Person, auf die man auf der Matte aufpassen muss. Ich weiß die Fußstapfen meines Vaters sind zu groß, aber stolz machen will ich meine Eltern trotzdem. Möchte nicht nur überleben, sondern auch gut sein, indem war vor mir liegt. Gute Noten, die entlocken mir ein Lächeln. Erfolg, der fühlt sich an, als wär’s genau richtig. Als wäre ich richtig.

Acht
Lasse die Luft durch meinen Mund wieder raus. Lass‘ los. Hab‘ viele Erwartungen, vor allen an mich selbst, aber ich straffe die Schultern und lass‘ sie los. Überleben, das wird nicht reichen, aber ich muss auch nicht gleich nach den Sternen greifen. „Wer glaubst du wird Freund und wer Feind werden?“ Meine Stimme gleitet durch ein paar Reihen vor und hinter uns. Erkenn‘ ein paar Blicke, die schärfer werden, aber auch ein paar zuckende Mundwinkel. Das wird kein Kinderspiel, aber wir sind auch keine Kinder mehr. Weiß‘ nicht, ob ich mich schon ganz erwachsen fühl. Aber das wird wohl kommen. Mit den grauen Hallen, die uns zwingen erwachsen zu werden. Nehme ein paar weitere Schritte nach vorn. Ist noch nicht das Viadukt, erst der Aufgang, die Treppen. Meine Muskeln ziehen nicht, sind’s gewohnt. Würde gerne den Rhythmus der Schritte mit den Klängen einer Gitarre untermalen, stell‘ mir meine eigene kleine Hintergrundmusik vor. Meine Stiefel sind rutschfest, als wir schließlich oben ankommen. Oben und somit den Blick aufs Viadukt bekommen. Der schmale Überweg ist keine Klippe, an der man aus Spaß entlang balanciert. Er ist der Weg in unsere Zukunft. In meine. Hebe den Kopf, sorge dafür, dass meine Züge neutraler werden und klopf mit meinen Fingern kurz auf meine Brust. Das Kribbeln ist noch da. Die Angst auch. Ich nehme beides mit meinem ersten Schritt mit. Hält mich nicht auf, als der Wind an meinem Körper reißt. Fühlt sich nicht nur gefährlich an, sondern dank des Adrenalins auch nach Freiheit. Ich bin bereit für diesen Teil meines Lebens. Ich atme ein, ich atme aus und nehme den restlichen Weg.
11 Ingameposts | 02.05.2025, 18:34
Basgiath War College
gespielt von Berrie
24 Jahre
Fliegerin
Kleine Finger tasten nach trockenem Brot. Hunger. Dein Magen ist leer und knurrt. Bist nicht die einzige. Wenn du dich umschaust, siehst du in eingefallene Gesichter. Siehst in braune Augen und in – blaue. Grün, gelb, lila färbt sich die Haut, das Auge mittlerweile abgeschwollen. Die Haut über deinen Knöcheln nicht mehr rot, nicht mehr eingerissen. Rau ist sie geblieben. Wird sie immer sein. Schmeckst auf der Zunge den Geschmack unverdauter Wörter. Duckst dich unter einem Versuch, dich von den Beinen zu ziehen, hindurch. Bis du groß genug bist, nicht mehr ausweichen zu müssen, sondern selbst die zu sein, die ausholt. Als du noch klein warst, hast du geträumt; von einem anderen Leben. Von einem, in dem kein Wasser durch das morsche Dach tropft. Von einem, in dem du ein eigenes Bett, vielleicht sogar ein eigenes Zimmer hättest. Von einem, das besser zu dir euch wäre. Hast nie viel gehabt, nichts, was wirklich dir gehört, bis auf eins: euch. Und das Gefühl, das damit einhergeht. In Büchern nennen sie es Liebe, die für die Familie, obwohl nicht das gleiche Blut in euren Adern fließt. War immer egal, denn sich verbunden zu fühlen, das kann man auch mit Eltern, die fortgegangen sind, mit Eltern, die gestorben sind und mit Eltern, die man nie gekannt hat. Du hast es dir erhalten, dieses Gefühl. Und den Wunsch danach, es wieder zu fühlen.

Hast nie gedacht, egoistisch zu sein. Hast gestohlen, dich geschlagen, dir Veilchen und Ärger eingehandelt, aber nie für dich. Immer für euch. Jetzt klebt’s an dir, das schlechte Gewissen. Weil deine Entscheidung bedeutet, nie mehr zurückgehen zu können. Wolltest dir einmal im Leben beweisen, dass es da draußen was nur für dich gibt. Dass sich jemand nur für dich entscheidet.

Und hattest so unerwartet recht, dass du gar nicht wusstest, wie damit umzugehen.

Du wolltest einen Bund und den hast du jetzt. Für ein ganzes Leben. Macht dir in stillen Momenten Angst, diese Verantwortung. Hast nie darum gebeten, sie haben zu müssen, aber – irgendjemand muss. Irgendjemand muss für sie stark sein. Irgendjemand muss sie beschützen. Irgendjemand muss für sie einstehen. Du bist stark, du beschützt, du stehst ein. Nicht nur für dich und deinen neuen Bund, sondern für alle, die’s (noch) nicht (selbst) können.

Glänzt mittlerweile das Abzeichen an deiner Uniform, fragst du dich, warum.

Du trägst keinen bedeutungsschweren Namen. Sind keine großen Fußabdrücke, in die du rutschen könntest. Eine Vielzahl nicht weniger geeigneter Kameraden und Kameradinnen in deinem Rücken. Und doch bist du’s. Du. Hast den Rang nicht um des Ranges wegen, hast die Verantwortung nicht der Verantwortung wegen, profilisiert dich weder über Abzeichen noch die Menge gewonnener Kämpfe. Bist nicht die schlauste, nicht die größte, nicht die stärkste; in vielem Mittelmaß, in vielem anders als die Norm. Du weißt nicht, wohin der Weg dich führt, hast keine klare Linie vor Augen, hegst keine Ambition, eine Leiter hinaufzusteigen, deren Ende du nicht kennst. Gibt nur eins, was du weißt: Über- und Leben ist (d)ein Gebot. Nicht du. Sondern sie alle. Bist nicht hier, um Krieg zu spielen. Dein Blick für sie nie verblasst, ist es womöglich genau das, was dich für deine Rolle qualifiziert. Dein Bewusstsein für sie. Für ihrer aller Leben. Und deine Bereitschaft, genau das sichern, statt um des Konflikts Willen Leben nehmen zu wollen.
1 Ingameposts | 31.07.2025, 10:55
Cliffsbane Akademie
gespielt von Berrie
35 Jahre
Reiter
Gibt nur wenige Regeln im Umgang mit Drachen. Dreh' dich nicht weg, lauf nicht davon, senke den Blick - und bete zu den Göttern, dass sie dich nicht trotzdem bei lebendigem Leib verbrutzeln. Vor über zehn Jahren hast du all diese Regeln live und in Farbe gelebt, hast am Basgiath War College zwei Mal das erste Jahr durchlebt, nachdem beim ersten Mal offenbar keiner der bindungswilligen Drachen dein Potenzial erkannt hat (O-Ton). War zunächst ein herber Schicksalsschlag für dich, war für dich immer klar, dass du ein verdammt guter Reiter werden würdest. Dass du immer eher ein Händchen für Drachen hast, die nicht deine sind, war vielleicht ausschlaggebend, vielleicht auch nicht. Hat ja aber schließlich doch dazu geführt, dass dein Leben nicht so trostlos wurde, wie angenommen. Neben deiner körperlichen Fitness war dein Köpfchen eigentlich schon immer deine stärkste Waffe. Wärst damals schon von Anfang an gut bei den Heilkundigen untergebracht gewesen, aber Menschen heilmachen war irgendwie nicht dein Ding. Drachen hingegen ... Vor 'nem Jahrzehnt hat man dich dafür belächelt, sogar ganz offen über dich gelacht. Heute flattern Briefe in deine Gemächer, Befehle und Bitten gleichermaßen, die dich durch das ganze Königreich führen, um fremder Leute Drachen zu behandeln. Manchmal wirst du der Drachenflüsterer genannt; bist der, der eine Bindung zu ihnen aufbauen kann, ohne sich zu (erneut) binden. Der Respekt von denen bekommt, die keinen Respekt vor sich selbst haben. Bist somit rastlos, nirgends wirklich heimisch, nie länger an einem Ort. Obwohl du dein Engagement in deiner Staffel in Samara ernst nimmst, ist deine Anwesenheitsquote nicht selten sporadisch. Bist häufig da, wo du eigentlich gar nicht sein wolltest: an Außenposten, irgendwo nahe der Grenze. Dort, wo man dich gesehen hat, kurz, nachdem die große Blaue mit dem Dolchschwanz dich gebunden und für Raunen und Aufsehen gesorgt hat. Bist auch ein ausgemachter Glückspilz: erst gar nicht gebunden werden und dann von einer der seltenen blauen, die man sich besser nicht zum Feind macht. In der Hinsicht passt ihr wirklich ausgezeichnet zueinander. Wenn du schon sonst nur selten jemanden wirklich als ‘an deiner Seite stehend’ bezeichnen kannst, bist du dir bei ihr so sicher, wie bei niemandem sonst. Dann allerdings nicht in der Front Row zu stehen und ihren Dolchschwanz in die gefiederte Brust zu kurz geratener Löwe-Adler-Mischungen zu bohren, hat überraschend nicht für Wohlwollen gesorgt. Da stehst du nun also, machst irgendwie nie das, was man von dir erwartet. Brichst mit althergebrachten Traditionen und über Jahrhunderte hinweg übermittelten Wissen. Bist experimentierfreudig, denn nur, weil was die letzten 6 Jahrhunderte geklappt hat, heißt das ja nicht zwangsläufig, dass man das nun auch so beibehalten muss. Findest du. Sonst niemand. Ist dir aber auch egal.
6 Ingameposts | 08.02.2025, 14:39
Militär Navarre
gespielt von alice
21 Jahre
Reiterin
Du bist wie eine Katze — landest immer auf den Pfoten.
Mit Krallen und Zähnen kennst du dich auch aus. Du ziehst an Haaren, du kratzt und du beißt, wenn du musst (oder willst). Deine Finger sind so flink, dass du damit früher nicht nur Brote klauen konntest, auch Münzen im Vorbeigehen aus Taschen irgendwelcher Herren, die definitiv mehr Glück in der Lebenslotterie gehabt haben, als du. Dass du deinen Vater nie kennengelernt hast, ist eine Sache, nennen wir’s: Pech (oder Glück?!). Dass deiner Mutter die Mittel gefehlt haben, ihren Kindern ‘ne warme Mahlzeit auf den Tisch zu stellen, ist doppelt Pech. Hast früh gelernt dich durchzuschlagen. Ellenbogen raus. Du bist nicht leise, du bist laut — außer dann, wenn du schnell wie der Wind durch die enge Gasse rennst, Herzschlag bis zum Hals, hier abbiegst und da über eine Mauer springst, nein, fliegst und du liebst das Gefühl. Ob du auch Drachenreiterin geworden wärst, wenn du’s nicht gemusst hättest? (Ja. Nein. Vielleicht.) Hast nie die Zeit gehabt, darüber nachzudenken. Kein Platz für Träume zwischen aufgeschürften Knien und blauen Flecken, zwischen: wer spuckt am weitesten und wer lacht am hässlichsten. Dir fehlen lange Zeit gute Vorbilder, auch wenn du’s nicht zugeben willst. Dir fehlt die strenge Hand des Vaters (oder eines anderen Mannes), denken Nachbarn und du denkst: fick dich und zeigst deinen Mittelfinger. Du lässt dir deine Welt nicht erklären, lässt dir die Butter nicht vom Brot nehmen, bist Straßenköter wenn es darum geht, deine Meinung durchzusetzen.
Du bist ein Wildfang, nur fangen lässt du dich nicht.

Hätte alles besser werden können.
Erst die Exekution. Dann die neue Familie. Ein anderes Umfeld, eine andere Stadt, eine Mutter, die wirklich da ist, ein Vater, der gutes Geld nach Hause bringt (und manchmal greifst du einfach zu und niemand merkt’s — weil sie nicht damit rechnen oder weil sie die Münzen nicht vermissen, ist dir scheiß egal).
Aber nichts wird besser. Du bist wütend und traurig und allein und du wirst noch lauter, schleichst dich heimlich weg, nachts, tags, immer dann wenn man dich zwei Minuten aus den Augen lässt, dann bist du weg. Dich kann man nicht einsperren, du findest immer einen Weg. Bist lieber überall, nur nicht da, wo man dir Worte in den Mund legt, die nicht deine sind und dich in Kleider steckt, die dir nicht passen wollen. Du schlägst deiner „neuen Schwester“ ‘nen Zahn aus, weil sie schlecht über deine tote Mutter spricht. Du klaust eine goldene Uhr auf einem vollen Marktplatz und wirst zum ersten Mal erwischt. Tränendrüse rettet dich. Du bist froh, als du da weg kannst und du bist traurig (schon wieder), weil’s heißt, dass du Calanthe erstmal nicht mehr siehst. Der einzige Mensch, der dir (noch wirklich) wichtig ist.

Das Gute an Basgiath?! Du musst nicht mehr um deine warme Mahlzeit kämpfen. Das Schlechte?! Überall sind Männer, die denken, sie müssen dir die Welt erklären. Das findest du ä t z e n d und zum k o t z en . Aber du findest auch die Freundinnen, mit denen man das aushalten kann — und wenn du heut noch klaust, dann entweder Messer auf der Matte oder einfach nur zum Spaß oder den Süßkram anderer, weil’s sich mit Schokolade eben am besten lästern lässt.
19 Ingameposts | 21.04.2025, 13:31
Basgiath War College
gespielt von Maj
25 Jahre
Reiterin
Eine Prinzessin des reichsten Herzogtums von Navarre. Reiterin. Direkt nach Ende der Ausbildung der ersten Staffel des Flammenschwarms im Nordgeschwader zugeordnet. Eine Siegelkraft, die als ‚geheim‘ klassifiziert wird und somit besonders wertvoll sein muss. Eine Alltagsaufgabe, aufgrund derer sie sich im Machtzentrum des Königreichs bewegt.
Betrachtet man diese Details, so wirkt es, als hätten die Götter Josiane Calthyr, Prinzessin von Calldyr, übermäßig reich beschenkt. Es ist bloß sie selbst, die sich nicht als einen Liebling der Götter wahrnimmt, sondern sich fragt, welche Buße für frühere Fehler sie offenbar tut. Laut käme dergleichen jedoch nie über ihre Lippen. Josiane weiß sich zu benehmen, ist Höflichkeit, Eleganz und vornehme Zurückhaltung. Vor allem aber ist sie noch immer deutlicher Prinzessin als Reiterin, denn die elterliche Erziehung bietet Josiane mehr Orientierung und Rückhalt. Es ist leicht, die eigene Unsicherheit hinter dem zu verstecken, was Josiane als gesellschaftlich angemessen kennengelernt hat.
Dazu zählt, sich ihre eigenen Unsicherheiten nicht anmerken zu lassen.
Und derer hat Josiane viele.
Ein Teil dieser Unsicherheiten gilt Josianes familiärer Situation: In den letzten fünf Jahren ihren Vater und ihren Bruder verloren zu haben, hinterlässt schon für sich genommen Spuren in der Seele einer jungen Frau, die ohnehin empfindsam ist. Doch aus Josianes Sicht hängt auch die Sicherheit und Zukunft eines ganzen Herzogtums an der Stabilität seiner Herrscherfamilie. Und die ist mit einem 13jährigen Herzog vergleichsweise unsicher, ist in den letzten Jahren ausgedünnt worden und braucht viel Zusammenhalt. Diesen kann Josiane als Reiterin jedoch nur eingeschränkt bieten – und damit gehört diese Entscheidung, Reiterin zu werden, zu – womöglich – vielen, bei denen Josiane sich fragt, wie falsch sie sind.
In schlechten Momenten ist es gar ihre gesamte Existenz, die Josiane in Frage stellt und als falsch empfindet. Es fängt damit an, dass sie auffällig – teils unangenehm – groß ist für eine Frau. Setzt sich darin fort, dass Josiane zu sanftmütig für eine Reiterin ist und aus ihrer Siegelkraft mehr Qual als Nutzen entsteht. Das gilt für ihr Umfeld und sie selbst gleichermaßen, so wenige auch darüber informiert sind, dass Josiane Gedankenleserin ist. Die entsprechende Lüge lastet Josiane schwer auf der Seele und sorgt dafür, dass sie emotional um so mehr an Freunden und Familie hängt. Dazu spaziert sie nicht mühelos durch die Gedanken andrer, sondern muss Arbeit darin investieren. Dazu gehört auch, mit permanenten Kopfschmerzen zu leben.
Zu lächeln.
Selten nur begegnet Prinzessin Josiane einem mit anderen Gesichtsausdruck und mittlerweile oft in der Gesellschaft ihres Schwagers. Für Kronprinz Daelan übernimmt sie Aufgaben einer persönlichen Assistentin, ist auf vielen Besprechungen und Veranstaltungen unmittelbar an seiner Seite. Mehr Gefühle als durch tausend Worte kann sie durch dieses Lächeln ausdrücken - und verliert doch nie, anderen das Gefühl eines aus dem Nest gefallenen Vogels zu vermitteln, den man beschützen will.
14 Ingameposts | 15.05.2025, 06:23
Militär Navarre

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