Charakterliste
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gespielt von Jella
23 Jahre
Reiterin
Dein ganzes Leben scheint dir von anderen Händen und Köpfen vorherbestimmt und als dritte Tochter des Herzogs von Luceras wundert es vielleicht auch nicht, dass du zeitweise mehr als Währung gehandelt wurdest anstatt als Mensch, der du eigentlich bist. Mit gerade einmal sieben Jahren wurdest du einem Prinzen versprochen und erwartet, dass du das toll findest. So richtig verstanden warum, hast du in jungen Jahren nicht, sondern nur dein komplettes Leben umkrempeln müssen, um von deinem Zuhause an den königlichen Hof, zu ziehen. Fortan warst du oft auf dich allein gestellt, nicht wirklich natürlich, weil immer irgendjemand auf dich aufgepasst hat, aber emotional gesehen warst du trotzdem irgendwie die Außenseiterin – schließlich war dein Name Esper Cyra Terrell schon Anzeichen genug, dass du noch nicht ganz in die Reihen der Thalors gehörst. Die ersten Jahre hast du dich trotzdem bemüht den Anforderungen gerecht zu werden, geschwiegen, gelächelt, brav genickt und alle Etiketten befolgt, die man dir mit den ersten Worten eingetrichtert hat. So richtig wohlgefühlt hast du dich damit nie, aber du kanntest kein anderes Leben, also wie hättest du auch wissen sollen, dass es auch etwas anderes geben kann?
Dass du in den Reiterquadranten gehen solltest oder vielleicht auch durftest, war der verzweifelte Versuch deiner Mutter, deine Verlobung zu beschleunigen. Aber im Gegensatz zu anderen Versuchen an deinen Strippen zu ziehen, fandest du diesen irgendwie verlockend. Reiterin klang nach mehr als nur die Verlobte eines Prinzen zu sein und das Risiko etwas Neues, was du in deinem Leben bisher nie eingehen durftest. Man konnte sich natürlich nicht sicher sein, dass du überlebst, aber die Tatsache, dass dein Verlobter keine Anzeichen machte dich zeitnah zu heiraten, war deiner Mutter ein solcher Dorn im Auge, dass sie das Risiko deines Todes für eine frühere Hochzeit eingehen wollte. Und du? Du denkst mittlerweile selten an deine potenzielle Hochzeit, sondern konzentrierst dich lieber auf dein letztes Jahr in der Ausbildung. Die Spiele deiner Mutter spielst du nur noch mit, wenn du glaubst, dass darauf ein bisschen Ruhe folgt. Bist im College aber auch unabhängig von all dem zu einer verantwortungsvollen Führungsperson, genau genommen Schwarmführerin geworden und hast deine Defizite aufgearbeitet. Erstaunlicherweise fällt dir das Zuschlagen deutlich weniger schwer, als man es dir im ersten Jahr nachgesagt hat. Mittlerweile glaubt auch niemand mehr, dass du deine adeligen Finger nicht schmutzig machen willst, weil den meisten dein Ehrgeiz aufgefallen ist. Warst ja schon immer irgendwie anpassungsfähig, weil man dir das abverlangt hat. Vielleicht hilft es aber in den letzten Jahren auch, dass dein Drache in regelmäßigen Abstand vorschlägt, deine Mutter zu fressen. Ist schließlich im Notfall immer eine gute Alternative, für die Hinterhand – und würdest du selbstredend nie wirklich durchziehen. Im Grunde ist deine Loyalität deiner Familie gegenüber immer noch stark genug, dass du nicht wirklich mit ihnen brechen würdest. Aber noch musst du das ja auch nicht. Generell ist Loyalität für dich aber auch ein Thema, deine Mitmenschen sind dir wichtig und auch dein Einfluss darauf, was mit ihnen passiert. Die diplomatischen Bewegungen, die du vom Hof kennst, helfen dir auch in Basgiath weiter, auch wenn die meisten Spielchen doch etwas einfacher zu erkennen und direkter sind, als es in der Politik je sein würde. Dir fiel das Zuhören früher immer leichter als das Mitreden, aber mittlerweile hast du so etwas wie einen Mittelweg gefunden. Die Strenge, mit der du aufgezogen wurdest, findet sich in abgewandelter Form auch in deinem Verhalten wieder, ist aber nicht unfair, weil du weißt, wie ätzend es sein kann, wenn man kein Mitspracherecht hat. Generell gehst du keiner guten Diskussion aus dem Weg, auch nicht auf der Matte, auch wenn dir Worte in den meisten Fällen doch noch lieber sind als Fäuste. Du magst das Gefühl trotzdem, dass du dich wehren kannst und deine Muskeln dich deutlich besser tragen, als es noch vor drei Jahren der Fall war. Stimmt zwar, dass du nicht weißt, ob Zeke dich irgendwann vielleicht doch heiraten will, auch wenn ihr mittlerweile Freunde seid, aber irgendwie spielt es gerade auch gar nicht so eine große Rolle für dich. Gibt Wichtigeres da draußen, als eine Ehe, auch wenn deine Mutter das wohl anders sieht.
18 Ingameposts | 09.02.2025, 14:31
Basgiath War College
gespielt von Berrie
31 Jahre
Reiter
In deinen Adern fließt blaues Blut, der goldene Löffel steht dir per Geburtsrecht zu. Bist der Erste deines Namens, Sohn des großen Königs - und doch nur einer von vielen. Gibt ein ganzes Dutzend von dir; von Miniaturversionen des großen Herrschers. Ihr seid die Abziehbilder eures Vaters, hochgewachsen, blaue Augen, braunes Haar und doch ist der Thron dir ferner als jemals zuvor. Gibt ungefähr eine Million Dinge, die auf deiner “Im Leben einmal gemacht haben”-Liste vor den königlichen Audizien stehen, für die du dich mehr interessierst als höfische Etikette, rauschende Feste mit dem Adel und den jungen Damen, die in von Rüschen besetzten Kleidern an deiner Hand über das Parkett geführt werden. Bist mehr so der Pragmatiker unter deinen Geschwistern, musst etwas mit der Hand machen und fühlen um zu wissen, dass du was geschafft hast. Dass dir drei andere, verantwortungsvollere, weisere Kinder voraus sind - und auch schon selbst Kinder mit Anspruch auf den Thron haben - macht’s dir in deiner Position ziemlich leicht. War ein kleiner (großer) Schock, als du über den Viadukt spaziert bist, wie noch kein Königsanwärter zuvor. Aber du machst dir nichts vor; hast es sowieso noch nie: bis du in den Genuss der Regierungsbildung kommst, muss es schon mit den Göttern zugehen. Da war’s schon deutlich wahrscheinlicher, dass Pon dich beim Dreschen als saftiges Barbeque zubereitet, aber zu euer beider Glück, sitzt du nun seit guten zehn Jahren lieber auf seinem Rücken, als in seinem dritten Magen verdaut zu werden. Glück ist etwas, von dem du lange Zeit dachtest, es gepachtet zu haben. Warst nie mittellos, hast keinen Hunger gelitten, die besten Lehrer:innen haben für die notwendige Bildung gesorgt. Gut, die leidigen Feste waren nie so deins, aber seit deine Verlobte den Schnuller gegen Wein getauscht hat und dir mittlerweile sogar echt ans Herz gewachsen ist, ist auch das erträglich. Du hast so viel Glück, das dir die längste Zeit deines Lebens quasi selbstverständlich vorkam. Glück, das andere nicht haben. Manchmal beschleicht dich der Gedanke, ob es im Universum nur ein spezielles Maß an Glück gab und du deines mit dem der anderen anreichern würdest. Spätestens, als du das erste Mal in die roten, seelenlosen Augen geblickt hattest, wusstest du: das Glück ist dieser Tage niemandem mehr hold. War gar nicht deine Aufgabe, davon zu wissen. War das Los deines ältesten Bruders, eines Tages darüber zu befinden, wie viel die hiesige Bevölkerung von diesem Umstand wissen sollte. Bist doch nur einer von vielen Abziehbildern der royalen Familie, bist doch nur der dritte Sohn ohne realistischen Anspruch auf den Thron. Hättest doch einfach dein Leben in Ruhe und voller Glück leben können. Hättest weiter den Frieden gefeiert und beim Humpen Bier gelobpreist. Wäre doch da nicht nur das kleine Wörtchen “wenn”.
20 Ingameposts | 08.02.2025, 14:11
Militär Navarre
gespielt von Jella
50 Jahre
Reiterin
Nicht jede Macht schlummert in starken Körpern. Manch wahre Stärke schlummert in der Verbindung, die man seit Jahren zum eigenen Drachen pflegt, in der Siegelkraft, die aus der Bindung entstanden ist und in dem Kopf, der auf schmalen Schultern sitzt. Myrrin lebt seit jeher mehrere Leben: das der Erforschung von Magie, speziell von Runen, eben jenes im Revolutionsrat und das andere als Lehrerin eben gerade an jener der Schule, die sie damals selbst kaum überlebt hat. In den Reihen der Reiterinnen und Reiter wurde sie stets aufgrund ihrer körperlichen Schwäche belächelt, hatte Glück überhaupt bis zum Dreschen zu kommen. Mittlerweile unterschätzt man sie weniger und doch ist da immer dieser Blick, der deuten lässt, dass manch einer glaubt, ohne ihre Drachen wäre sie nichts. Die schmale beinah zerbrechlich wirkende Frau hat gelernt solche Blicke durch ihre vier Jahrzehnte Lebenserfahrung auszublenden, ebenso wie sie sich mit ihren eigenen körperlichen Defiziten mittlerweile zu arrangieren weiß. Ihre maßgeschneiderten Flugleder lassen sie innerhalb ihrer Formation kaum noch auffallen, ihr Wissen über Magie macht sie nicht nur zu einer begnadeten Lehrerin, sondern auch zu einer ernstzunehmenden Gegnerin. Der Kampf ist ihr mittlerweile in ihr Innerstes gewebt, befeuert den rhythmischen Klang ihres Herzens und einen eisernen Willen. Zwei Mal musste Myrr in ihrem Leben etwas aufgeben, in beiden Fällen waren es andere Menschen und doch tut sie sich generell schwer mit dem Konzept, hält auch heute noch an stillen Wünschen fest, obwohl man sie hätte längst über den Haufen werfen können oder auch müssen. Es ist dieser nicht zu brechende Kampfgeist, der sie immer weitertreibt, selbst die schwersten Wunden und auch ihre bisherige Zeit an der Front überleben ließ. Dabei ist nicht zu verleugnen, dass sie über die Jahre Dinge verloren hat, Freunde, Vertraute, ihre eigene innere Wärme begraben unter einem Berg von Distanz, die sie zu den meisten Menschen in ihrer Umgebung hält, um in ihrem Doppelleben nicht aufzufliegen. Professionell ist das Adjektiv mit dem Meisten sie in ihrem beruflichen Kontext beschreiben, dabei glaubt sich Myrrin manchmal eher eine Hülle ihrer eigentlichen moralischen Kernwerte, eine Maske so lange zurechtgenäht bis kaum noch zu erkennen ist, wer eigentlich darunter steckt. Diese Ambivalenz ist für sie ein erprobtes und doch auch zuweilen einsames Konstrukt, einem die sie mit ihren magischen Studien entgeht, verbinden diese doch ihre beiden Welten.
Magische Beschwörungen sind für sie zum Alltag geworden, die Grenzen ihrer eigenen Energiereserven und jene ihres Drachen auszutesten, erfordert ein Feingefühl, mit der sie den meisten Aufgaben begegnet. Dabei scheut sie keineswegs ihre Siegelkraft des Energieentzugs gegen andere zu verwenden, weiß wohl aber um die Gefahren, die mit diesem komplexen Spiel einhergingen. Als Kind noch in dem Glauben, die Veneni seien nicht mehr als schaurige Geschichten, die man in ihrer Heimatprovinz Tyrrendor erzählte, folgerte das plötzliche Verschwinden ihrer Eltern und der Brief, den sie ihr in das kleine geheime lose Brett geschoben hatten, ein Wissen, welches sie fortan als Geheimnis durch die Welt tragen sollte. Ihr bis zu dem Verschwinden ihrer Eltern gelehrtes Wissen über Runenmagie sowie ein paar Bücher aus dem Familienerben blieb ein Weiteres. Beide sollten den Grundstein für ein Leben dominiert von Unausgesprochenem bilden, wissen doch bis heute selbst die wenigsten ihrer Vertrauten von der Tochter, die sie schon vor ihrem Wehrdienst bekam und in dem Wunsch ihr und sich selbst ein besseres Leben zu bieten, abgab. Jeglicher Versuch sie in den letzten Jahrzehnten zu finden und eventuell doch ein Verhältnis aufzubauen indes scheiterte. Ihre Familie knöpft sich daher seit geraumer Zeit nicht aus Blutbanden sondern rein über denselben ideellen Anspruch, den der Revolutionsrat verfolgt. Ihr engster Vertrauter ist seit Jahren ihr Drache. Es erscheint nicht selten wie ein einsames Leben, ist der Rat doch nicht oft an einem Ort zu finden und sie unter ihnen am Ehesten sie selbst. Der kluge Kopf, der sie teils etwas zu verbissen werden lässt, wenn sie erst einmal Leidenschaft entwickelt hat, der unerschütterliche Glaube daran, dass die Wahrheit am Ende siegen muss und der Bezug zur Gemeinschaft und Menschlichkeit, die ihr im Grunde eigentlich so wichtig sind. Es gab immer wieder Zweifel über die Jahre, aber keiner war stark genug, um sie von ihrem Weg abzubringen, weil die Revolution mittlerweile stark an ihren Lebenssinn gebunden ist. Myrrin will eine bessere Welt, eine freie Welt, unabhängig der Bedingungen. Es lässt sie manch moralische Grenze, die sie sich vor Jahren gesetzt hat, überschreiten, Menschen manipulieren, in dem Glauben nur das Beste für sie zu tun oder der Erwartung, andersherum würde es genauso geschehen. Es hat sie verändert, ihre eigentliche Wärme ebenso gedrosselt wie abseits der Magie ausgelebte Kreativität. Der Gedanke, dass sie in einem danach wieder weicher werden kann, ist über die Jahre hinweg leise geworden und vielleicht, ganz vielleicht, liegt es auch daran, dass sie nicht mehr sicher ist, ob sie an eines glaubt.
19 Ingameposts | 08.02.2025, 14:39
Militär Navarre
gespielt von Berrie
36 Jahre
Handwerkerin
Hinter dir fällt die Tür ins Schloss und alles, was bleibt, ist das Chaos in deinem Kopf. Dreht sich immerzu, das muntere Karussell deiner Gedanken. Wirre Ideen, haltlose Theorien und ein unbändiges Feuer, die großen Mysterien dieser Welt offenzulegen. Nicht zu erforschen; machst dir wiederum keine Illusion, dass der große Intellekt damals wohl an dir vorbeigezogen ist. Dass du nur ein kleines Licht in der Endlosigkeit eures Seins darstellst. Bist gut darin, Worte zu finden, zu bilden, zu formen. Ist dein Metier, das du dir erschlossen hast, ohne wirklich danach gesucht zu haben. Dieses jene eine, in dem du wirklich gut zu sein scheinst - neben der langen Liste an Durchschnittlichkeit, die du sonst vor der Brust trägst. Du lebst ein Leben fernab von Kriegen, Schwertern und Tod. Hast dir die Idylle der Stadt gesucht, die ohnehin schon immer deine Heimat war. Die Stadt mit ihren hohen Türmen, den bunten Häusern und regem Treiben auf den Straßen. Die Stadt, in der du aufgewachsen bist, groß geworden und doch nie so ganz erwachsen. Hast eine kurze Zeit deines Lebens gedacht, mehr zu wollen. Mehr, als Nymrith dir bieten kann, doch: du lagst falsch. Wie so häufig, wie fast immer. Lässt dich davon jedoch nicht abbringen, gehst trotzdem deiner Wege, ganz gleich, wie offensichtlich fehlerhaft sie sein mögen. Setzt dir immer neue Ziele, neue Illusionen, die dich leiten, um dann grandios zu scheitern - oder deine gesamte Welt über deinen Gewinn zu informieren. Deine gesamte Welt hört sich in deinen Gedanken groß an, imposant und farbenfroh, doch wenn’s drauf ankommt, schrumpft sie auf eine, vielleicht zwei Personen zusammen. Schrumpft zusammen auf braune Haare, in denen du gerne deine Hände versinken lässt. Schrumpft zusammen auf bekannte, ruhende Augen, die dir das nötige Maß an Vernunft mitgeben. Dein Leben dreht sich im Kreis und du merkst es nicht, drehst dich stattdessen immer weiter, immer weiter. Siehst die Welt durch die Brille der investigativen Journalistin, die du nicht bist, denn das, was dir das tägliche Abendbrot finanziert, sind bestenfalls drittklassige, langweilige Artikel über die neue Bäckerei oder den aktuellen Stand der größten Baustelle der Provinz, gepresst auf zehn mickrige Zentimeter, irgendwo weit hinten im Nymrither Kurier.
Du behauptest stets gern anderes, doch am Ende, da bist du die Fae, die diese Welt braucht. Bist die beste Version deiner Selbst, tust, was von dir verlangt wird, um das Rad am Laufen zu halten. Rebellierst in den dir gegebenen Möglichkeiten, versuchst schon seit 36 Jahren den Sinn deines Lebens zu finden; obwohl der vielleicht schon ewig an deiner Seite steht, dich verschmitzt anlächelt, den Kopf über deine nächste Verschwörungstheorie schüttelt und die Scherben deiner nächsten grandios gescheiterten Beziehung aufkehrt. Du verschwendest keinen Gedanken daran, wie dein Leben funktionieren würde - oder, ob es das überhaupt täte - ohne die Menschen, die dich halten. Ohne deine Familie, deine Eltern, deine Geschwister. Ohne deinen besten Freund. Sie sind die, die dein Leben in Leitplanken weisen. Die, die dich fangen, wenn du fällst. Und du: du fällst oft. Wahlweise über deine eigenen Füße, Worte oder Ambitionen.
8 Ingameposts | 08.02.2025, 14:39
Zivil Navarre
gespielt von Jella
36 Jahre
Gelehrter
„Vailintín Faries?“ – ist mein Name von den Lippen einer Fremden, der mich den Blick von meinen Papieren heben lässt, die ich immer mitnehme, wenn ich mich auf Wartezeiten einstelle. Die Straßen von Callydr Stadt sind mir eine Unbekannte geworden, aber ich habe mich heute durch sie hindurch geschlängelt, als hat sich in den letzten Jahren seit meinen Besuchen gar nichts verändert. Der Stadtplan in meinen Gedanken war mein Wegweiser, den ich in meinem eigentlichen Wohnort Nymrith nicht brauche. Die wenigsten verstehen, warum ich nicht in der Akademie geblieben bin. Warum ich anstatt mir Ruhm in Callydr anzusammeln oder einen Ruf an den Außenposten zu machen, das Angebot angenommen habe, nach einiger Zeit in Lewellen, einen eigenen kleinen Institutszweig in der tyrrischen Haupstadt zu verantworten, schließlich gab es kaum Freiwillige, die den Weg mit mir dorthin auf sich genommen haben. Aber mir war klar, dass ich den Logikbasierten das Gefühl von Heimat nicht erklären kann, hat mich schließlich auch 36 Jahre meines Lebens gekostet, zu verstehen, dass meine Verbundenheit zu meiner Heimatprovinz in erster Linie sentimental ist. Nicht, dass das meine stichhaltige Argumentation für die Versetzung beeinflusst hat. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Energielinien und der Verlauf des Schutzzaubers entlang von Nymrith mir zu einem weiteren Durchbruch verhelfen können. Forschung ist das, wofür seit jeher mein Herz schlägt, auch wenn es durchaus auch Menschen gibt, an denen es hängt. Was der eine wahnhaft nennt, nenne ich nur leidenschaftlich. Die Theorie, durch die ich mich rechne, ist wichtig, weil nicht jeder einen Drachen besitzt. Weil auch wir fähig sein müssen, herauszufinden, was unser Land so besonders macht und wie wir es schützen können. Einer meiner neuen Aufsätze ist der Grund, warum ich durch das kleine Sekretariat in Richtung des Büros geführt werde. Dieser Raum strotzt vor Intellektualität, sowie die meisten, durch die ich in meinem Leben gegangen bin. Wissenschaft ist was uns verbindet und meine ist mir besonders wichtig. Wenn man mich heute fragt, woher mein Interesse an Magie gekommen ist, erzähle ich gern die Geschichte von dem Drachen, den ich als Junge habe fliegen sehen. Erzähle, dass ich mich damals schon gefragt habe, wie sie fliegen konnten und dann, was Magie eigentlich ist. Die Fragen sind mir nicht entwachsen, stelle heute immer noch viele, aber mehr mir selbst als wie früher den Erwachsenen. Mir fehlt der Drache, um meine Theorien in der Praxis zu testen und doch war es für mich nie eine Option mein Leben wie mein Neffe im Reiterquadranten zu riskieren. Bereue meine Entscheidung bis heute nicht, weil ich damit besser für ihn da sein konnte. Weil ich als Schriftgelehrter Zugang zu den Archiven bekommen habe, die in Basgiath liegen und heute doch etliche Rechercheanfragen stellen muss, wenn ich etwas von dort brauche. Ich denke kurz an die Sorge, die ich um meine beste Freundin hatte, weil sie in die Infanterie gegangen ist, denke kurz an die Tage, in denen ich unsicherer war als jetzt. Ich stehe heute gerade, als sich der ältere Mann mir gegenüber erhebt und mich aufmerksam mustert, erwidere den Blick mit der Ruhe, die ich mir zu eigen gemacht habe. Ich zweifle nicht an meiner Forschung, aber weiß, dass ein Diskurs darüber wichtig ist, also strecke ich meine Hand aus und halte sie meinem Gegenüber hin. Vail nennt mich in diesen Kreisen keiner, dass ist den Menschen vorbehalten, die zum engsten Kreis gehören. „Vailintín Faries“, stelle ich mich also aus Höflichkeit vor, auch wenn wir beide wissen, wer ich bin.
8 Ingameposts | 09.02.2025, 14:34
Zivil Navarre
gespielt von Josi
56 Jahre
Reiter
Was stimmt mit ihm nicht? Dem Trevalion, der sich einfach weigert, sich wie einer zu benehmen. Kein geschliffenes Benehmen, kein tadellos höflicher Tonfall, kein politischer Ehrgeiz, keine kalte Perfektion, einzig das Ego trägt er wie alle Vertreter seiner Familie vor sich her. Rhys nutzt die Vorteile, die es ihm bringt sich adelig, Bruder eines Grafen nennen zu können, durchtritt die Türen die es ihm öffnet und fliegt doch nicht allzu selten durch eben jene hochkant wieder hinaus. In 56 Lebensjahren gibt es kaum einen Skandal, den man ihm nicht nachsagen kann. Trunkenheit, Schlägerei, Affären. Die Feierlichkeiten auf denen man dem Exzess nachgegeben hat, unzählbar, die Frauen mit denen man eine schöne Nacht verbracht hat, ebenso, nur die Namen an die er sich noch erinnern kann, die kann Rhys vermutlich an einer Hand abzählen (und vergibt als Alternative sich die richtigen zu merken, nur zu gern von Herzen kommende Spitznamen an die schöne Damenwelt). Da war nie viel was Bedeutung hatte, außer das Hier und Jetzt, der Moment, das volle Gefühl von Leben und Ignorieren aller Konsequenzen. Seine spontanen Entscheidungen sind oftmals nicht die besten oder vernünftigsten und trotzdem prägt eine gewisse Sprunghaftigkeit sein Wesen, Entscheidungen, die geändert werden, Prioritäten, die sich verschieben, Emotionen die umschlagen wie das Wetter. Das Glück ist mit den Dummen, sagt man, dabei ist er es nicht, nicht grundsätzlich. Gehört sicher nicht zu den großen Denkern, tut es einfach nicht so gern, aber ist nicht auf den Kopf gefallen auch wenn er lieber damit durch die Wand rennt, statt die Tür zu nehmen. Er weiß um seine vielen Fehler und trägt sie heut wie eine Rüstung, unter der ihm keiner etwas anhaben kann. Rhys schafft's trotzdem sich selbst regelmäßig zu überschätzen und dann aufs Neue zu scheitern, ein bisschen mehr Enttäuschung zu sammeln, die er mit sich herum trägt. Das Gefühl nicht in die Familie von Geburt zu passen, tut lange nicht mehr so weh wie früher. Sie passen eben auch nicht zu ihm, die Meisten, nicht alle. Dafür hat er Andere gefunden, die das tun. Freunde, Familie, Drachen. Ist Reiter, wie er alles macht in seinem Leben, mit ganzem Herzen, allen Emotionen und viel Kampfgeist. Hat im Dienst für sein Heimatland eine Sache gefunden, der er sich bereitwillig unterordnen und verschreiben kann, auch wenn's privat noch so viele unerfüllte Träume gibt, unerreichbar sind sie schließlich ebenso. Hat er früher hauptsächlich getrunken um seinen Vater zu verärgern, um zu provozieren und auszufallen und manchmal auch einfach aus Langeweile, ist der Alkohol heute eine willkommene Betäubung seiner Ängste und Zweifel, ein Mittel zur Beruhigung und Erdung, von dem er prinzipiell weiß, dass er ihm zu oft nachgibt und es wissentlich doch trotzdem tut.
8 Ingameposts | 15.05.2025, 19:39
Militär Navarre
gespielt von Josi
41 Jahre
Reiter
„Jacoby... Mercer“... Verwirrung zeichnete den Blick zweier Männer. Der eine war beim ersten Wort sichtlich irritiert, der andere bei der Aussprache des zweiten kurz ins Stocken geraten. Bei Mercy dauerte es nur einen Sekundenbruchteil, weil er schließlich prinzipiell schon wusste, dass das nun einmal sein Vorname war, auch wenn er ihn seit gefühlten Ewigkeiten nicht mehr gehört hatte. Einfach niemand nannte ihn so, nicht einmal mehr seine eigene Mutter, so selten er auch mit ihr zu tun haben mochte. Er stellte sich nicht damit vor, wenn er jemanden kennen lernte, außer man fragte ihn explizit danach und er fühlte sich jedes bescheidene Mal nur begrenzt angesprochen, aber es war sein fucking Vorname. Der letzte Mensch, der ihn regelmäßig verwendet hatte, war sein Vater gewesen und genau an diesem Aspekt, hing vermutlich der andere Mann gedanklich, der kurz in seiner Akte blätterte und das Blatt mit persönlichen Daten kritisch musterte. Irgendwo darin würde stehen, dass er der Sohn des Herzog von Luceras war und die Tatsache, dass er ganz offensichtlich nicht den Nachnamen Terrell trug, reichte wohl aus um ihn als Bastard zu brandmarken. Tja. Sein Vater war tot, spielte also nicht mehr wirklich eine Rolle. Seine Stiefmutter würde seine Existenz sicher am liebsten vergessen, außer er war ihr gerade nützlich. Die spielte also auch nicht wirklich eine Rolle, aber da waren seine Schwestern und die waren wichtig. Das Wörtchen halb hatte für Mercy keinerlei Bedeutung, außer vielleicht bei dem Jüngsten, dem Halbbruder zu dem das Verhältnis nicht ganz so eng war, aber wenn man mal ehrlich war und das war er generell eher zu oft als zu selten, hatten sie auch nichts gemeinsam. Anders sah es da bei der Familie mütterlicherseits aus, ebenfalls ein Halbbruder, ebenfalls jünger als er selbst. Familienstand? Mercy zog eine Augenbraue hoch, ein ganz kleines bisschen genervt. Ledig, nannte man das wohl offiziell, auch wenn es in seiner Vergangenheit jemanden gegeben hatte. Nur hatte das wirklich nicht funktioniert und noch heute ließ man ihn mit ihr besser nicht allzu lange in einem Raum allein. Vielleicht gab es sonst Tote, oder sie hatten mal wieder Sex. Kinder? Ein Sohn, von dem er schon immer gewusst hatte aus eben jener verkorksten Beziehung und dann das, was einem bei seinem Lebensstil in der Vergangenheit vielleicht nicht wirklich überraschte. Eine Tochter, von der er erst kürzlich erfahren hatte. Eine Tochter, die er sich nun bemühte kennen zu lernen. Und weiter? Mercy mochte es mal so ausdrücken: bisher hatte sich sonst noch niemand bei ihm mit der Behauptung gemeldet, er wäre noch mal Vater. Mit seinen 41 Jahren war er immerhin auch noch nicht raus aus diesem Spiel, auch wenn Familiengründung nicht unbedingt in sein aktuelles Lebensmodell zu passen schien, die Gefahr zu sterben war zu präsent, beinahe jeden Tag. Als Reiter in einer Staffel, die manchmal nur halb im Spaß Selbstmordkommando genannt wurde, war ja nicht unbedingt gesagt, dass er mal ein alter Mann wurde. Die Vorstellung war für Mercy aber auch selbst eher unvorstellbar, alt sein, eingeschränkt in Stärke und Beweglichkeit, hilfsbedürftig vielleicht sogar. Für den eigenständigen, selbstbewussten Mann war das kein erstrebenswertes Ziel. Dann lieber der Tod, vielleicht ruhmreich. Er hatte eh schon mehr erreicht, als er in seiner Jugend mal erwartet hatte. Verdammt viel mehr. Er war höher gekommen, als in den dreckigen Straßen von Blenanchor, gewagt hatte zu hoffen. Bis auf den Rücken eines Drachen und über die Wolken. Gleichsam hatte er weniger zu Verlieren als Menschen aus intakteren Sozialgefügen, weil die Welt sich auch ohne ihn weiter drehte, die Menschen die ihm am Herzen lagen, ohne ihn Leben, vor allem Überleben konnten. Nicht unbedingt wichtig zu sein war manchmal auch ein Vorteil, als Soldat, als jemand für den der Kampf zählte, manchmal mehr als der Sieg und das ihm das Überleben anderer manchmal wichtiger war, als das eigene, grenzte vielleicht ein bisschen an Wahnsinn, aber es waren schon immer eher Menschen gewesen, mehr als Dinge, für die er lebte.
50 Ingameposts | 09.02.2025, 14:22
Militär Navarre
gespielt von Josi
35 Jahre
Reiter
Träumer. Ein Leben in einem Wort, ein Mensch, beschrieben, erkannt in seinem tiefsten Herzen. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, gemalt in sanften, hellen Farben und leisen Tönen. Seine Träume waren so klein und doch für ihn das Größte, die schönste Vorstellung und doch zu viel verlangt um in Erfüllung zu gehen. Träume, noch immer vorhanden und doch tief vergraben. Träume, still und leise in seinem Herzen, in seinen Nächten, nicht im Schlaf, aber im Wachsein, wenn er den Blick in einer klaren Nacht auf die Sterne richtet, den hellen, vollen Mond und sich fragt, ob andere Augen auch in dieses sanfte Licht blicken. Träume, die Wünschen, Sehnsüchten gleichen, aber nicht Hoffnungen, weil die lange begraben sind. Die Vorstellung an ein wunderschönes Leben in einem kleinen Haus am Meer an der Küste des arktischen Ozeans. Ein kleines Haus, voller Bücher, voller Lachen, voller Sonnenschein, in seinen Träumen in denen er das grelle Licht des Tages noch zu ertragen vermochte, die Wärme nicht zu viel war, sondern gerade genug. Träume von ihr, mit ihr, von einem gemeinsamen Leben. Träume, die Visionen gewichen sind.Vergangenheit in die es kein zurück zu geben scheint, ausgeträumt. Farben die verblassen, Töne die verklingen, tief eingeschlossen im Inneren, begraben. Kühl die Gegenwart, erfüllt von Pflicht und Dienst und selbstgewählter Einsamkeit, weil die Zukunft nichts mehr zeichnet als den Tod. Dunkler Schleier, der sich über jedes Gesicht legt in das er blickt, Visionen von schwarz und weiß und rot, der Lärm von Schlachten und Schreien und das Wehklagen jener, die am Ende zurückbleiben. Zu selten, zu wenig Frieden, zu selten hohes Alter und sanftes Einschlafen, zu viel Schmerz, zu viel Gewalt. Ungleichgewicht, in den Visionen, im Herzen, welches sucht sich zu verschließen, verstecke, festzuhalten, was ihm aus den Händen gleitet. Wut, Enttäuschung, Eifersucht. Vermissen. Sehnen. Weil jeder glücklich werden kann, aber nicht alle. Nie Alle. Nicht er. Vielleicht sie. Er hofft, sie. So lange nicht gesehen, außer in jeder Nacht, in wenigen Träumen, in zu vielen Visionen. Nie vergessen. Nie einen Tag nicht an sie gedacht, nie einen Tag sich selbst nicht verflucht und jeden einzelnen Gott dazu, trotzdem fast zu beten versucht, für diese eine Gnade, ihren Tod nicht mehr sehen zu müssen. Bereut, einen Anderen so viele Jahre hinterfragt zu haben. Geblieben, eingebrannt, das Bild der toten Augen seiner Mutter, die Tränen seiner Schwester, die Frage nach dem Warum. Warum? Die Frage nach dem Wie. Wie? Wer? Die Frage wer es getan hat und eine Ahnung, aber nie eine Antwort, nie ein Beweis. Ein ungeklärter Tod, diese Fragen unbeantwortet, diese Erlösung nie gefunden, nur andere Antworten bekommen auf zu viele Fragen die er nie gestellt hat. Zu viele Tode, die er nie hätte sehen wollen und doch nicht weg sehen kann. Kein Träumer mehr. Seher. Kein Gelehrter mehr, kein Künstler mehr, kein Schreiber, Reiter. Kein pastellbunt. Schwarz.
7 Ingameposts | 12.04.2025, 12:32
Militär Navarre
gespielt von Jella
32 Jahre
Reiter
01. Oktober 633
Wer bin ich? Wer bin ich? Früher wollte ich immer alles reparieren. Dinge wie das liebste Spielzeug meiner kleinen Schwester, aber auch schwere Herzen, wenn mein Vater wieder gegangen ist. Wollte es leichter machen, anstatt schwerer. Ich glaube das will ich immer noch. Aber an manchen Tagen fühle ich mich heute selbst so schwer, dass ich nichts mehr nehmen oder geben kann. Fyon Eadhan. Reiter. Heilmacher. Großer Bruder. Irgendwann werde ich alles davon wieder besser sein.
10 Ingameposts | 22.06.2025, 11:46
Militär Navarre
gespielt von Lini
44 Jahre
Fliegerin
Dein Leben ist geprägt von Einfachheit und vor allem Bescheidenheit. Deine Familie war aber trotz der begrenzten Mittel stets liebevoll und fürsorglich. Es hat dir nie an etwas gefehlt und deshalb hast du auch genau das immer weiter gegeben an Andere, wenn sie dich gebraucht haben. Du hast für andere immer ein offenes Ohr und bist fürsorglich, hilfsbereit. Allerdings sollte man nickt glauben, dass du naiv oder leichtgläubig bist. Ganz im Gegenteil. Du weist, wo deine Stärken und die Anderer liegen und weist sie auch gekonnt einzusetzen. Dein Großvater hat dir beigebracht, was es bedeutet ein Anführer zu sein, was es bedeutet ein Flieger zu sein und andere zu leiten. Du hast das tief in dir aufgenommen und verinnerlicht. Heute spiegelst du in vielen Dingen deinen Großvater wieder und gleichzeitig hat er auch eine tiefe Angst in dir verankert. Er hatte seinen Greifen verloren und war seitdem nicht mehr der Gleiche gewesen. Davor hast du selbst eine große Angst und achtest immer sehr penibel auf deinen Greifen und vor allem auch auf die Menschen um dich herum.
Dein ganzes Leben hat sich in Draithus abgespielt, bist du deine Wehrpflicht begonnen hast und zur Fliegerin wurdest. Danach warst du ebenfalls in Draithus stationiert, aber das Schwadron dem du zugeteilt wurdest, war auf einem Schiff zumindest zum Teil. Das Schwadron war teilweise in Draithus und teilweise auf dem Schiff stationiert und du hast alles daran geliebt. Jeden Tag auf See ist für dich einfach herrlich und du liebst es, wenn der Wind deine Lungen durchströmt und deine Finger durch das Gefieder deines Greifen gleiten. Du gehst darin auf Fliegerin zu sein und auch mittlerweile in deiner Rolle als Schwadronsführung. Du hast deinen Platz gefunden und auch wenn du die Möglichkeit hattest weiter aufzusteigen, bist du lieber bei deinem Schwadron geblieben. Du weist, wo dein Platz ist und hast nicht das Bedürfnis, diesen wieder zu verlassen. So nimmst du auch jedes neue Mitglied des Schwadrons herzlich im Empfang und hast für jeden ein offenes Ohr, bist hilfsbereit und eine führende Hand, wenn es notwendig ist. Gleichzeitig bist du aber auch gut darin deutliche Grenzen zu setzen und dir nicht auf der Nase herumtanzen zu lassen. Familie ist dir unfassbar wichtig und du versuchst wie immer regelmäßig zu besuchen, wenn es die Arbeit zulässt. Für dich sind kleine Rituale und Traditionen enorm wichtig, die dich daran erinnern, wo du herkommst. Deine Großeltern sind mittlerweile verstorben, deine Eltern in einem höheren Alter, deshalb versuchst du ihnen so gut es geht zu helfen und für sie da zu sein, so weit es dir eben möglich ist. Du hast nie geheiratet, weil es wahrscheinlich sowieso nie gepasst hätte mit dem Alltag auf dem Schiff und deiner Zeit, die du oft woanders auf der See verbringst. Du bist ungebunden und frei, genau so, wie du dich immer auf dem Rücken deines Greifen oder auf hoher See auch fühlst.
1 Ingameposts | 21.06.2025, 18:51
Militär Poromiel
gespielt von Emma
28 Jahre
Reiterin
Ursprünglich hätte Aoifes Leben anders verlaufen sollen. Geplant war gewiss nicht, dass sie als Reiterin eines braunen Drachenweibchens bei einem von Navarres Außenposten in Chakir in den Bergen landen würde. Ändert nichts daran, dass eben das gerade ihre Realität ist: vor einigen Wochen wurde Aoife von Lewellen nach Chakir versetzt, um dort ihre Siegelkraft - Gegenmagie - weiter zu trainieren. Ihre Freunde in Lewellen zu verlassen, fiel Aoife schwer und sie vermisst sie, die ihr über die Jahre zu einer neuen -
Dass Aoife Reiterin geworden ist, war also reihum eine Enttäuschung. Auch nichts, was sie für sich selbst gesehen hätte und was sie schnell bereut hat, noch ehe sie damals das Viadukt vollständig überquert hatte. Überlebt - zu aller Überraschung (auch ihrer) hat sie die drei Jahre im BWC dennoch und wurde sogar von einem Drachenweibchen als Reiterin ausgewählt. Dass Aoife zwanzig Jahre auf ein völlig anderes Leben vorbereitet wurde und aus gutem Hause kommt, merkt man ihr noch heute sehr stark an. Dass sie nur mit Mühe und Not den Ansprüchen entsprechen kann, die man gemeinhin an eine Reiterin stellen würde, ist ebenso kein Geheimnis. Letztlich sind es aber die Drachen, die entscheiden und Anchu scheint Aoife noch nicht überdrüssig geworden.
16 Ingameposts | 26.05.2025, 12:22
Militär Navarre
gespielt von Emma
33 Jahre
Reiter
Jakub wuchs in Strathked, einem Teilgebiet der Provinz Luceras in Navarre auf. Obwohl er im Haushalt eines Adeligen aufwuchs, gilt er selbst als low-born. Er wuchs an der Seite eines der gleichaltrigen Söhne des Grafen von Strathked auf. Mit eher beschränkten Perspektiven in Strathked wurde er, genauso wie sein bester Freund, schon von kleinauf - auch - auf den Wehrdienst vorbereitet; während eben der für seinen besten Freund nach der Pflicht enden sollte, war für Jakub die lebenslange Verpflichtung im Militär durchaus eine sehr valide und attraktive Option. Statt den 'sicheren' Weg in der Infanterie zu wählen, entschied sich Jakub erst im letzten Moment dafür, doch das Viadukt zu überqueren. Sein bester Freund, für den der Reiter Quadrant eigentlich keine Option hätte sein sollen, folgte ihm ein Jahr später; er überlebte nicht lange genug, um einen Drachen zu binden. Nach seinem Abschluss im BWC kam Jakub in eine Staffel, die etwas später zur Bekämpfung der Rebellen nach Tyrrendor geschickt wurde. Jakub kämpfte erst in Tyrrendor gegen die Rebellen und wurde im Anschluss nach Nymrith in die erste Staffel des Flammenschwarms des Südgeschwaders versetzt. Er hat die letzten Jahre in Nymrith und der Region dabei geholfen, letzte Rebellennester und rebellische Sentiments in der Bevölkerung ausfindig zu machen und auszumerzen. Zuletzt wurde er zum 1. Offizier seiner Staffel befördert.
Nach Strathked ist er nach all den Jahren nicht ein einziges Mal zurückgekehrt und scheint auch nicht zu motiviert, so bald zurück in den Norden zu gehen, auch wenn er nicht unbedingt für das südliche Klima des Kontinents gemacht ist und sich eigentlich im Norden immer sehr wohlgefühlt hat und auch gerne Teil der Familie seines Freundes war; ohne es, genau genommen, jemals wirklich zu sein. Er vermisst seinen besten Freund - bis heute - er vermisst seine Freunde von früher und obgleich es ihm nicht schwerfällt, oberflächliche, lockere Bekanntschaften zu machen, bleibt da immer ein letzter Rest Distanz und Reserviertheit; gerade hier unten im Süden, in Tyrrendor, wenn es mit zu seinem Berufsalltag gehört, nach möglichen Verrätern Ausschau zu halten. Jakub kann sehr gut in Rollen schlüpfen; er versteht, wie er sich verhalten muss, um sympathisch zu wirken, er kann freundlich sein, humorvoll und umgänglich; vor allem kann er gut vorspielen es zu sein (auch sich selbst gegenüber).
10 Ingameposts | 08.05.2025, 08:56
Militär Navarre
gespielt von Katja
41 Jahre
Reiter
Bradens Finger fuhren den geschwungenen Linien des Holzes unter seinen Fingern nach, ertastete die feinen abgerundeten Kerben. Das polierte dunkle Holz unter seinen Fingern war fast warm. Den Springer trug er nun schon seit Wochen bei sich. Erst drei Wochen nach seinem Geburtstag hatte er die Figur gefunden. Bradens Mundwinkel hoben sich ein kleines Stück, als er daran dachte, dass es auch wirklich ein verdammt gutes Versteck gewesen war. Seine Überraschung hatte er nicht mehr einlösen können. Zuerst war er nach Sumerton versetzt wurden und dann war alles woran er geglaubt hatte, worauf er sich verlassen hatte, zusammengebrochen. Eine kleine Falte bildete sich zwischen seinen Augenbrauen,. Er seufzte, schob die Figur in eine der Taschen seiner schwarzen Lederweste. Da war das Vermissen, der vertraute bittere Schmerz als sein Herz sich zusammenzog. Familie war immer wichtig gewesen für ihn und er vermisste seine Geschwister, seine Verwandtschaft, seine Lieben, seine Beziehung. All Jene, die er zurück gelassen hatte. Obwohl es ihm schwer gefallen war, hatte er nicht gezögert. Was hätte er auch sonst tun sollen? Seine Leute zu beschützen, war mehr als nur seine Aufgabe als ihr Staffelführer. Das Gefühl von Verantwortung ein Grundsatz seiner Persönlichkeit, dass es keinen anderen Weg gegeben hatte. Beseitigen. Wie hätte er das zulassen sollen. Nachdem, was sie erfahren hatten. Der Kampf mit den Venini. Sie hatten zwei gute Leute verloren. Zwei Menschen, die ihm wichtig gewesen waren, nicht Familie von Blut, aber des Herzens. Auch das schmerzte immer noch. Wie hätte er zulassen können, auch nur einen weiteren zu verlieren? Schlimm genug, dass sie zwei Kameraden hatten zurücklassen müssen. Also waren sie gegangen. Deserteur nannte man ihn jetzt. Dabei war es vor allem die Loyalität gewesen, die ihn dazu gebracht hatte, diejenigen die unter seinem Befehl standen zu schützen. Es war ihm so wichtig gewesen, dass sie zusammen blieben und jetzt waren sie zwar an einem Ort, aber als Einheit auseinander gerissen. Das schmeckte bitter. Dabei hatte er versucht sich duchzusetzen. Eigentlich war er ganz gut darin und hatte auch ein gewisses diplomatisches Geschick, er war zumindest meistens recht selbstbeherrscht und verlor nicht schnell die Geduld. Das war meistens von Vorteil, außerdem sagte man ihm nach,dass er durchaus wortgewandt war. Normalerweise mochten Andere ihn schnell, er hatte einen gewissen Humor und machte es den Menschen nicht schwer. Solange ihm keiner dumm kam, war er prinzipiell erst einmal freundlich. Er ließ sich halt nur auch nicht gerne auf der Nase rum tanzen. Er wusste, die Mitglieder seiner Staffel, verließen sich auf ihn. Er hatte immer versucht ein guter Staffelführer zu sein, jedem gerecht zu werden und dabei ihre Ziele zu erreichen… ohne, dass jemand zu schaden kam. Entscheidungen zu fällen, fiel ihm nicht schwer, aber auch nicht seine Mitglieder dabei einzubeziehen, oder Kritik anzunehmen. Vielleicht hatte die Staffel deswegen so gut funktioniert, vielleicht aber auch nur, weil er wirklich gute Leute gehabt hatte. Gerne, hätte er mehr herausgeschlagen als nur die Aussicht darauf, dass sie irgendwann wieder eine Staffel sein würde… Dass das geschah schien noch in weiter Ferne zu liegen. Aber immerhin nicht unmöglich. Dafür hatte er sogar in Kauf genommen, den Titel des Prinzen zu nutzen. Seit er Reiter war spielte er eigentlich kaum noch eine Rolle, waren die Abzeichen auf seiner Fliegerjacke, immer wichtiger gewesen… aber hier in Poromiel, hatte er auf einmal wieder Gewicht. Dabei war er dem Thron so fern, dass es eigentlich absurd war, den Titel überhaupt zu nutzen.
25 Ingameposts | 25.03.2025, 08:28
Militär Poromiel
gespielt von Katja
31 Jahre
Reiter
Die Haltung gerade, den Kopf erhoben. Gehört sich so für einen Trevalion. Christian ist Stolz eben diesen Namen zu tragen. Ein Name, der auch gewisse Erwartungen mit sich bringt. Damit, dass er nicht der älteste Sohn ist, war schon früh klar, wie seine Zukunft aussehen würde. Der Reiterquadrant war nie eine Möglichkeit, sondern einfach eine gegebene Tatsache, die er aber auch nie groß hinterfragt hat oder damit gehadert hat. Die frühe Vorbereitung prägte den Charakter des Trevalions, Disziplin, der Wunsch sich zu messen und nicht nur gut - sondern besser zu sein, für ihn ganz normal. Eine gewisse Charakterstärke, eine gewisse Ausstrahlung, dem Namen keine Schande machen.
Christian ist zielstrebig und scheut sich auch nicht davor, seine Wünsche sehr konsequent durchzusetzen. Versagen ist einfach keine Option und so ist es kaum verwunderlich, dass er die Schmach, beim Dreschen ohne eine Drachenbindung zurückzukehren, nicht so stehen lassen konnte. Nur eine Woche später wurde ein Name mehr auf die Liste der Todesfälle gesetzt und Cair entschied sich dazu, Christians Entschlossenheit mit der Bindung zu ihr zu honorieren. Ein schlechtes Gewissen? Fragt man Christian danach, bekommt man von ihm wohl nur ein Schulterzucken. Offenbar war der frisch gebundene Reiter ja nicht stark genug gewesen, sonst hätte er ihn nicht töten können. Emotional stößt man bei Christian vor allem zunächst einmal auf eine kühle Distanz, begleitet von einer gewissen Herablassung und Arroganz. Unkontrollierte Gefühlsausbrüche sind bei ihm eher selten, seine Wut eher schneidend kalt und berechnend. Er ist überlegt und eher ein Kopfmensch, Entscheidungen trifft er bewusst und überdenkt die Konsequenzen, ehe er handelt. Impulsivität sieht er eher fast als Schwäche an. So ist es wohl kaum verwunderlich, dass er bei sich selbst häufig erste Impulse unterdrückt. Seine kontrollierte Art, die häufig kalt wirkt, mag vorherrschend sein und täuscht doch hin und wieder. Nicht immer lassen sich Gefühle in klare Bahnen und Vorstellungen pressen, egal ob es die eigenen oder andere sind. Zu lang aufgestaut kann es passieren, dass die auferlegte Kontrolle verloren geht und vor allem Wut sich entlädt. Passend zu seiner Siegelkraft Eismanipulation kalt und rücksichtslos. So kalt er aber eben auch wirken mag, es definitiv sogar bevorzugt so wahrgenommen zu werden, ist das nicht alles, was seinen Charakter ausmacht. Familie ist für ihn nicht nur der Name und so sehr eine gewisse Berechnung immer eine Rolle spielt, ist die Bindung nicht nur Pflichtbewusstsein. Mag das Verhältnis zu seinen Brüdern zwar vor allem von einem gewissen Konkurrenzdenken geprägt sein, sind sie eben trotzdem wichtig und es ist mehr als reine Loyalität, die ihn an sie prägen. Und dann ist da natürlich auch noch seine Zwillingsschwester Calanthe. Wo er Dunkelheit und Kälte ist, ist sie Licht und Wärme. Wo er den für ihn geplanten Pfaden folgt, hat sie diese verlassen und geht ihren eigenen Weg. Manchmal beneidet er sie für diese Freiheit, die sie sich einfach genommen hat, manchmal versteht er nicht, wie sie sich so sehr von der Familie abwenden konnte und selbst auf Distanz zu ihr zu gehen, fällt ihm schwerer, als er es zugeben mag und er macht es weniger konsequent, als er es sollte. Auch wenn er es nicht offen ausspricht, ist er für sie froh, dass sie den Schritt gemacht hat, weil er sie gut genug kennt, um zu wissen, dass sie so ihr Glitzern behalten kann. Vielleicht ein wenig paradox, wenn man betrachtet, wie er in allgemeinen eher der Sicht seiner Familie folgt, dass Frauen nichts bei den Reitern zu suchen haben, sie schwächer sind und ihren Wert anders nutzen sollten - wichtige Verbindungen durch Ehen schaffen und sich darauf konzentrieren, als ihr Leben zu riskieren. Man sollte meinen, dass er schon genug Frauen begegnet ist, die dieser Meinung widersprechen… zumal da auch noch diese eine Frau ist, bei der er immer droht von dem Weg abzukommen, den er eigentlich eingeschlagen hat.
10 Ingameposts | 23.04.2025, 18:01
Militär Navarre
gespielt von Maj
21 Jahre
Reiterin
Wenn sie eine Wahl gehabt hätte – nun, Rochelle hätte in Abhängigkeit ihrer Lebensphasen eine andere getroffen. Doch als sie vor ein paar Wochen über den Viadukt balanciert ist, hatte sie schlicht keine Wahl. Ihren Arm hinauf windet sich das Merkmal eines Verräterkinds so deutlich, dass man ihr keine Fragen stellen muss, wer sie sei oder woher sie komme: Sie muss aus Tyrrendor sein und die Brut jener Leute, die vor fünf Jahren so erfolglos versucht haben, gegen den König Navarres zu rebellieren. Als Hochverräter und vollkommen zurecht hat man Rochelles Familie hingerichtet – und im Reiterquadrant scheint sich in den Augen vieler zu spiegeln, dass Rochelle nicht anders sein könnte, als ebenso falsch, ebenso verräterisch und ebenso unrechtmäßig hier.
Ein Drache sollte sie nicht binden, sondern verbrennen, bevor sie die Pläne ihrer Familie fortführen kann. Blöd nur, dass Rochelle von keinen Plänen weiß. Der Widerstand gegen die Krone und seine Niederschlagung: Für Rochelle kam es überraschend. Sie hatte keine Ahnung, was passierte, in was ihre Familie verwickelt war – und balanciert auf der Grenze zwischen Wut auf eben jene Familie, die das Land verraten und sie im Dunkeln gelassen hat, und auf jene Militärs, die diese Familie hingerichtet und Rochelles komplettes Leben zerstört haben. Manchmal ist es statt Wut auch Verzweiflung oder Fassungslosigkeit… und am Ende nur eins klar: Rochelle fühlt sich weder mit den anderen Verräterkindern, noch mit jenen verbunden, die unbelastet ihren Wehrdienst angetreten haben. Dass sich ‚irgendwo dazwischen‘ am leichtesten der eigene Weg findet, wenn man nicht auffällt, hat sie mittlerweile begriffen. Statt glänzender Antworten gibt es von ihr nur noch das erwartbare Maß. Sie schluckt im Theorieunterricht runter, was sie auf dem Militärstützpunkt in Athebyne seit ihrer Jugend gelernt hat. Und versucht, davon in der Kampfpraxis viel wieder heraufzubeschwören, um in beiden Kontexten mit der Masse zu verschwimmen; und sich erst mal über Dinge klar zu werden. Eine drängenden Fragen darunter: Wer bin eigentlich ich? – Und wer das Mädchen, mit dem Rochelle vor fünf Jahren glücklich gewesen war, ehe die Rebellionsfolgen sie auseinanderrissen? Fünf Jahre bei einem Zeitungsverleger in Nymrith in Pflege gewesen zu sein, haben Rochelle verdeutlicht: Wissen ist Macht. Vor allem ist Macht, mehr zu wissen als andere und damit haushalten zu können, wem man was sagt oder zeigt. Sich theoretisch etwas anzueignen, ist auch immer noch kein Problem. Sie lernwillig, neugierig… aber Fakten und Psyche sind verschiedene Dinge. Und Herzen verändern sich, auch wenn sie mal ganz laut für jemanden geschlagen haben – und nicht bloß erfüllt von der Angst, die andere Person zu verlieren. Ganz sicher kann Rochelle jedenfalls nicht sein, was ihr Herz zum Rasen bringt. Ausschließen kann sie nur, dass es einer der Drachen ist, die sie während der Präsentation gesehen hat. Und während alle darüber reden, ist ihr etwas anderes wichtig: Ihre Exfreundin noch einmal küssen, bevor sie morgen stirbt, sterben. Noch einmal küssen, egal, was dann einfacher, komplizierter, wird.
12 Ingameposts | 24.03.2025, 00:22
Basgiath War College
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