Spiegelforum: Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
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Charakterliste
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gespielt von Lini
21 Jahre
Reiterin
Selbstbewusst und stolz blicken deine Augen durch die Gegend. Du weist, was du kannst und eben auch, wo deine Schwächen liegen, auch wenn du diese nie laut aussprichst. Du fokussiert dich darauf, was du kannst und verbessert das, um deine Defizite - die du selbstredend nicht hast- auszugleichen. Eigentlich hattest du eine gute Kindheit und Jugend. Dein Vater war liebevoll, fürsorglich und hat die Rolle des Elternteils wirklich gelebt, während deine Mutter dich nur als Abbild von sich selbst sah und dich nur beachtete, wenn du etwas geleistet hast. Sie war Reiterin und selbst nicht besonders erfolgreich, sodass sie nie groß eine Führungsposition inne hatte. Vielleicht hast du dir deshalb ein anderes Vorbild in Form von deiner Tante gesucht. Du wolltest militärisch etwas erreichen und vor allem wolltest du Reiterin werden. Aus eigenen Stücken, nicht, weil man dich aufgrund einer Tradition dazu gedrängt hat. Dein Vater hat jahrelang versucht dir auszureden Reiterin zu werden. Er selbst hatte seine Wehrpflicht bei den Infanteristen absolviert und war danach wieder Zivilist geworden. Für ihn war kein Leben beim Militär erstrebenswert - für dich jedoch schon. Auch wenn er nicht begeistert war, dass du Reiterin werden wolltest, hat er versucht dich vorzubereiten, denn deine Mutter war mehr abwesend als anwesend. Sie war in Aretia stationiert und du warst mit deinem Vater in Calldyr Stadt geblieben. Zur Familie deiner Tante hattest du immer ein enges Band, kein Wunder, du und dein Vater wart oft dort, weil sie nur ein paar Häuser nebenan wohnten und er sich mit deinem Onkel auch blendend verstand, da sie beide sich dazu entschieden hatten eher Väter zu sein als Militärangehörige.

Für dich war klar, welchen Weg du gehen würdest und du hast dich auch von niemanden davon abbringen lassen. Zu deiner Mutter hast du stets ein recht neutrales Verhältnis gepflegt. Dein Vater ist ab und an mit dir zu ihr nach Aretia gereist um sie zu besuchen. Es wurden ein paar Worte gewechselt, sie hat dir ein paar Trainingstipps gegeben und dann seid ihr wieder abgereist. Viel mehr Kontakt hast du nicht mit deiner Mutter gepflegt, neben den Briefen die du ab und an von ihr erhalten oder ihr geschrieben hast. Vor fünf Jahren hat es dir den Boden unter den Füßen weggerissen, als du mit deinem Vater deine Mutter besuchen warst und schließlich die Hölle losgebrochen war. Hitze streifte deine Haut, während Drachen kämpften. Ruß und Asche setzte sich auf deiner Haut ab, als dein Vater dich packte und rausbrachte. Allerdings schaffte er es nicht. Die Flammen und Trümmer Aretia´s verschlangen ihn und du bist zurück geblieben. Allein. Denn auf deine Mutter konntest du dich nicht verlassen, auch nach dem Verlust nicht. Jemand Anderes nahm sich deiner an und du kamst bei deiner Tante und deinem Onkel unter. Dein Onkel kümmerte sich liebevoll um dich und sorgte dafür, dass du das Trauma durch den Verlust etwas abmildern konntest. Doch du hast noch stärker den Wunsch gefasst Reiterin zu werden. So etwas durfte nie wieder passieren. Eine Rebellion gegen das Königshaus, dem du selbst treu ergeben bist. Du hast härter trainiert, Regeln und Strukturen gingen dir in Fleisch und Blut über bis du den Weg nach Basgiath angetreten bist.

In Basgiath hat sich deine Abneigung gegen Gezeichnete weiter manifestiert, immerhin sind ihre Eltern Schuld an der Katastrophe und du glaubst, dass Kinder ihren Eltern stets folgen auf ihrem Weg. Also hast du dich an Kadetten gehalten, die nicht gezeichnet waren, hast dir Freunde gesucht und es auch direkt beim ersten Versuch geschafft einen Drachen an dich zu binden. Glio und du stachelt euch gegenseitig an und wahrscheinlich werdet ihr auch irgendwann der Tod füreinander sein oder zumindest er für dich. Deine Siegelkraft hat sich sehr früh gezeigt und du hast früh mit dem Training begonnen. Bedauerlicherweise musst du mit einem Gezeichneten trainieren, da deine Siegelkraft nicht allzu häufig vertreten ist. Aber du kannst dabei lernen, auch wenn du es nie zugeben würdest. Als würde ein Gezeichneter dir etwas Gutes bringen.
2 Ingameposts | 30.06.2025, 15:48
Basgiath War College
gespielt von Lini
29 Jahre
Flieger
Wenn man dich so betrachtet und auch deine Art, hätte man wohl nie geglaubt, dass du aus einer Militärfamilie stammst und, dass dein Weg dich ebenfalls ins Militär führt. Du bist das jüngste von drei Kindern in der Familie und hast noch zwei ältere Schwestern. Du diskutierst gerne und hinterfragst alles, was es nur zu hinterfragen geht. Nicht selten hat diese Art deine Familie schon in den Wahnsinn getrieben. Aber du machst das nicht um sie in den Wahnsinn zu treiben, du willst verstehen, bestenfalls willst du alles verstehen und wissen was es auf dieser Welt gibt. Deine Neugierde und dein Wissensdurst sind schier unendlich und du merkst sehr oft, dass alle anderen in deinem Umfeld schnell an ihre intellektuellen Fähigkeiten kommen, wenn sie sich mit dir unterhalten. Nicht selten beleidigst du andere als dumm, manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Du weist, dass du eigentlich derjenige bist, der nicht normal ist, der weit über dem Durchschnitt liegt. Dennoch entzieht es sich oft deinem Verständnis, wieso man die einfachsten Sachen nicht wissen kann. Nur sind sie eben meistens nur für dich einfach und für andere nicht.

Durch deine militärische Vorausbildung zu Hause hattest du es an der Cliffbane Academy zumindest einfacher dich durch den Unterricht zu bewegen. Wieso du dich für den Quintant der Flieger entschieden hast, kannst du wohl auch nicht so direkt beantworten. Vielleicht, weil deine Schwestern beide ebenfalls dort waren und du ihnen gefolgt bist oder, weil du Greifen magst oder oder. Möglichkeiten gibt es viele und du hättest dir zumindest gewünscht, dass deine Gabe nicht durch Berührung funktioniert. Denn Berührungen sind dir meist zu wider, vor allem mit fremden Personen. Bei vertrauten Personen ist es meist eher unangenehm, zumindest, wenn du nicht damit gerechnet hast. Es kommt sogar ganz selten vor, dass du von dir aus Nähe suchst, aber das lässt sich im Jahr wohl an einer Hand abzählen. Es gibt wenige Menschen die dir wichtig sind und darunter fällt wohl auch das Schwadron in dem du seit knapp fünf Jahren zugeteilt bist. Sie sind eine Art Zweitfamilie für dich geworden, auch wenn du dennoch eher immer der Sonderling bist der am Rand steht und beobachtet.

Du warst noch nie besonders redselig oder gesellig gewesen, aber der Tod deiner Partnerin vor gut drei Jahren hat dich verschlossener werden lassen. Manchmal, wenn alles ruhig um dich herum wird und deine Gedanken die Möglichkeit bekommen abzudriften, denkst du noch an den Angriff von vor drei Jahren. An ihren Gesichtsausdruck, der dich nachts noch schlechter schlafen lässt als sowieso schon. Personen die dich nicht gut kennen, werden wohl kaum eine Veränderung in deinem Verhalten wahrnehmen, aber Personen die enger mit dir zu tun haben, merken, dass du weniger redest, dass du dich noch weniger anderen öffnest emotional als vorher. Der Schmerz über ihren Verlust und die Grausamkeit ihres Todes sitzt immer noch tief, vielleicht auch deshalb, weil du seitdem kaum mit jemanden darüber gesprochen hast und einfach weitermachst, irgendwie.
6 Ingameposts | 01.05.2025, 13:21
Militär Poromiel
gespielt von Keks
28 Jahre
Reiter
Als Kind wuchs Abb in Armut auf und natürlich hat ihn das damalige Leben sehr geprägt, doch er hatte etwas, was für ihn viel kostbarer gewesen ist, als jede Münze in der Hand: Eine liebevolle Familie, die trotz der schmerzhaften Verluste, die sie alle erleben mussten, zusammen standen und sich gegenseitig Halt und Stütze waren.
Der große Traum ist es immer gewesen dem großen Bruder nachzueifern, der sich einen Namen als Reiter gemacht hatte, bis das Schicksal erneut zuschlug und es ein weiteres Grab in der Heimat gab, dass den Namen eines Mitglieds von ihnen trug.
So kalt und hart das Leben für Abb wurde, als auch der Vater starb und er die geliebte Heimat verlassen musste, er selbst wurde es nie.
Es ist so leicht den Draufgänger in ihm zu sehen, der sein eigenes Leben riskiert, weil es nichts mehr gibt, was er verlieren könnte. Den Jungen, der bis heute nicht in der Lage ist eine Mahlzeit in Ruhe zu sich zu nehmen, der durch das Leben im Waisenhaus und später auf der Straße geprägt wurde und wo jede Mahlzeit ein Kampf ums Überleben war. Ihm ist in seinem Leben nie etwas geschenkt worden, was materiellen Wert besaß. Alles, was er bekommen hatte, war Liebe und ein Gefühl von Zugehörigkeit.
Natürlich war es schmerzhaft, als ihm auch dies letztlich noch genommen wurde und die kalte Welt seine Heimat wurde, in der ein Straßenjunge keine Bedeutung oder Beachtung fand. Zu schnell musste er lernen, sich mit Fäusten zu wehren und sich durchs Leben zu beißen. Es wunderte wohl kaum einen, dass er stärker als viele andere seines Jahrganges waren, weil der Kampf sein Leben bestimmt hatte. Sein Überleben gesichert hatte. Und gleichzeitig war es der düster drein wirkende Junge, der sich einen Namen als der Sanftmütige machte.
Der keinen anderen Kadetten von der Brücke stieß um einen Vorteil zu erlangen, ganz im Gegenteil. Der seine Hand ausstreckte um ein junges Mädchen vor dem Tod zu bewahren. Das Gute war noch immer in seinem Herzen geblieben, als er ihr das Mantra seiner Familie ins Ohr flüsterte: “Wir schaffen das.”
Seine Familie hatte er verloren, doch nie die Hoffnung und er baute sich eine neue, eigene Familie auf, die aus Freunden bestand. Anders und doch der Zusammenhalt und die Liebe, die ihn die ersten Jahre seines Lebens begleitet hatten. Und das ewig weitergegebene Mantra: Wir schaffen das.
Wir! Weil wir gemeinsam stark sind, weil wir eine Familie sind, weil wir Reiter sind.
Die selbst gewählte Familie, die er mit seinem Leben beschützt. Der mit seinem Drachen Bee in kurzer Zeit ein eingespieltes Team wurde, sich ergänzen mit strategischen Denken von Bee und furchtlosen Manövern von Abb.
Als Kind wollte er ein Held werden. Heute, will er nicht vergessen, woher er kommt und wer er ist.
8 Ingameposts | 14.04.2025, 20:37
Militär Navarre
gespielt von Keks
52 Jahre
Flieger
Viele fragen sich im Laufe ihres Lebens das eine oder andere Mal, wer sie eigentlich sind. Manchmal sind es kurze Momente, in denen diese Frage aufkommt, ein kurzer Zweifel an sich selbst und eigentlich weiß man die Antwort doch ganz genau. Dann gibt es jene, die nie eine Antwort auf diese Frage finden. Nicht für sich selbst und noch viel weniger für andere.
Sie fragen sich, wer sie sind, wer sie hätten sein können. Wurden sie, wer sie eigentlich hatten sein wollen?
Natürlich hatte auch Ark sich diese Frage gestellt. Damals, als er noch ein Junge gewesen war, als er älter wurde. Und irgendwann hörte er auf sich diese Frage zu stellen.
Ark weiß wer er ist. Wurde er, wovon er als Kind geträumt hatte? Nicht unbedingt. Als Kind träumte er davon ein Handwerker zu werden und Dinge mit seinen eigenen Händen zu erschaffen und er erwies sich als fähig und talentiert darin.
Er ist ein großer Bruder, ein Sohn, ein Onkel, ein bester Freund. Er ist ein Soldat.
Ark stellt sich nicht mehr die Frage, wer er eigentlich ist, ob er wurde, wer er sein wollte. Er ist, wer er geworden ist.
Früher sagten sie, dass der Junge so viele Flausen im Kopf hat, er würde doch nie wirklich erwachsen werden. Aus Spaß gesprochene Worte, die heute wohl keiner mehr so äußern würde. Ganz gleich, dass Ark weiß, dass er in den Augen seiner Eltern immer eines sein würde: Ihr Kind. Manchmal kommt es ihm heute noch so vor, dass sie in ihm einen kleinen Jungen sehen und nicht den erwachsenen Mann, der er geworden ist.
Die Briefe seiner Mutter haben oft die gleichen Fragen: Hast du genug gegessen? Achtest du auch auf dich? Bist du auch warm genug angezogen? Es ist die Sorge einer Mutter, die er in ihren Briefen liest. Es hat sich nie geändert und es wird für sie nie eine Rolle spielen, dass ihr Sohn die 50 längst erreicht hat. Ihm ist bewusst, dass es irgendwann keine Briefe dieser Art mehr geben wird. Irgendwann wird es enden. Die liebevoll gestalteten Briefe, ihre Sorge um ihre Kinder.
Familie ist für Ark so unendlich wichtig. Ganz gleich, dass es immer Dinge gab in denen sie sich nicht einig waren. Ganz gleich, dass sie sich stritten und es auch mal lauter im Hause wurde. Am Ende des Tages waren sie alle genau das: Eine Familie.
Ark wuchs in einem liebevollen Haushalt auf und bis heute sagt er ehrlich, dass er alle seine positiven Eigenschaften von seinen Eltern gelernt hat. Denn sie ließen ihn werden, wer er war. Nie übten sie Druck aus oder äußerten ein Verlangen nach einem Beruf, den er zu erlernen hatte. Keine Erwartungen, dass es seine Aufgabe als Erstgeborener wäre, das Familiengeschäft zu übernehmen und in die Fußstapfen seines Vaters zu treten.
Ark bekam wohl die wundervollsten Dinge von seinen Eltern, die Eltern ihrem Kind geben können: Wurzeln, die ihm immer die Gewissheit gaben, dass es einen Ort gibt, der ein Zuhause für ihn ist und an dem er immer willkommen ist. Und gleichzeitig gaben sie ihm Flügel, um zu fliegen und alle Ziele zu erreichen, die er erreichen wollte.
Es gab keinen Groll darüber, dass er sich gegen das Handwerk entschied. Dass er nicht in die Fußstapfen seines Vaters trat. Sie waren stolz, als er sich mit tatsächlichen Flügeln in die Luft erhob und auf dem Rücken seines Greifes die Welt von oben sah. Nicht, weil sie eine besonders kriegswütige Familie gewesen wären, sondern weil sie Stolz darauf empfanden, dass ihr Sohn einen selbstgewählten Weg gefunden hatte.
Es spielte keine Rolle, dass sie keinen Krieger in ihrem Sohn sahen. Solange er diesen in sich selbst sah, waren sie glücklich und stolz. Und auch von Angst erfüllt, dass sein Leben enden würde. Viel zu früh und er die Welt vor ihnen verlassen würde.
Doch Ark wurde zu diesem Krieger. Zu einem der lebt. Zu einem, der seinen Platz irgendwo im Krieg und in der Politik gefunden hat. Die von seinem Greifen geschenkte Gabe passte sehr gut zu dem jungen Mann, dem es immer schon leicht gefallen ist, ein Gespür für die Emotionen seines Gegenübers zu finden.
Sie wurde durch seine Gabe für ihn sichtbar und hilfreich. Er selbst wurde nie der Politiker, sondern der Unterstützer seines besten Freundes. Nero ist der Politiker und Ark sein Unterstützer. Würden andere Neid empfinden wenn sie zusehen, wie der beste Freund eine Karriereleiter erklimmt und eine Rolle einnimmt, die einem selbst vielleicht auch hätte gehören können? Gewiss. Aber nicht Ark. Es scheint grundsätzlich, als wäre Neid ein vollkommen fremdes Gefühl für ihn. Er nahm wie selbstverständlich den Platz an der Seite seines besten Freundes ein, manchmal hinter ihm. Die Absichten und Motivationen anderer zu erkennen ist nützlich, für ihn und für Nero. Der für ihn längst zur Familie geworden ist. Der jeden Charakterzug von Ark kennt und vor dem er kein einziges Geheimnis hat.
Nero, der weiß, dass Ark manchmal doch einfach nur ein zu groß geratenes Kind ist. Der nicht zulässt, dass der Ernst des Lebens jede Stunde des Tages erfüllt und der nicht zulassen will, dass seinem besten Freund dies passiert. Die Zeiten mögen hart und manchmal grausam sein, genauso wie sie es manchmal sein müssen. Doch das ist nicht alles, was Ark ausmacht. Es gibt immer die zwei Seiten eines Menschen und Ark ist den meisten als Krieger bekannt, der ernst dreinblickt und andere wissen lässt, dass er ihre Motivationen und Absichten erkennen kann. Und dann ist da der andere Ark, der bis heute seiner Liebe zur Handarbeit treu geblieben ist. Schnitzereien, Stricken, Häkeln. Absolut unmännlich würde manch einer behaupten, doch wenn Ark immer auf das hören würde, was andere meinen, wäre er gewiss nicht der Mann, der er heute ist.
Einer, der sich keine Frage darüber stellt, ob er geworden ist, wer er einmal hatte sein wollen. Denn er wurde wer er ist.
Ein Sohn, ein großer Bruder, ein Onkel und ein bester Freund. Gleich wie hart die Zeiten sein mögen, Ark ist glücklich mit seinem Leben. Glücklich zu sein bedeutete aber eben nicht, dass man zu jeder Sekunde des Tages mit einem breiten Grinsen durch die Gegend läuft (auch wenn er dies durchaus könnte). Denn auch für ihn gibt es Dinge, die er vermisst, die er sich wünscht, auch wenn er weiß, dass sie vielleicht doch sehr unrealistisch sind. Eine eigene Familie wäre einer dieser Wünsche. Doch es ergab sich nie.
Dabei hat Ark ein großes Herz für Kinder, ist ein guter Onkel für seine Nichten und Neffen und die Kinder von Freunden.
Hoffnungslosigkeit oder Trauer über nicht erreichte Wünsche sind einfach nicht sein Ding und er will sich nicht davon runterziehen lassen. Bei so viel Glück im Leben sollte er keine Trauer über die Dinge verspüren, die er nicht bekommen hat. Er verspürt viel lieber Freude und Dankbarkeit für alles, was er erreicht und erhalten hat. Das Leben zu umarmen und die positiven Dinge des Lebens zu sehen, das ist sein Motto und sein Mantra. Wobei er sich gewiss nicht in Naivität oder in Kopflosigkeit verliert. Sein Blick auf die Welt ist realistisch und ungetrübt.

3 Ingameposts | 24.06.2025, 18:20
Militär Poromiel
gespielt von Jella
31 Jahre
Reiterin
Es gibt viele Rollen, die ich in diesem Leben schon füllen durfte. Rebellin war vielleicht die Netteste, Verstoßene die Tragischste. Gibt viele Schubladen, in die man mich stecken kann – Träumerin, Kämpferin, Enttäuschung, Eigenbrötlerin, Närrin – und doch nur einen Namen, den ich seit Geburt trage: Calanthe Ann Trevalion. Trage ihn noch, auch wenn meine Familie ihn mir am liebsten entziehen würde. Dabei bin ich für die meisten ohnehin einfach Cal, nicht die Frau, die von ihrer Familie verstoßen wurde. Ist der letzte rebellische Akt, dass ich den Nachnamen nicht ablege, dessen andere Träger von mir nichts mehr wissen wollen. Ist der letzte rebellische Akt, dass der Name, den ich trage, nicht mit den Werten gefüllt wird, die er fordert. Es gibt viele Bezeichnungen, die auf mich zutreffen, aber genauso viele, die es nicht tun. Ich wollte nie Hausfrau werden, nicht die Unterstützung sein, die zuhause wartet. Ich wollte raus aus den Zwängen, die mich hielten und bin doch in anderen neuen gelandet. Sie sehen besser aus, aber sind doch Zwänge. Das Schwarz, welches meine Gestalt seit mehr als einem Jahrzehnt die meiste Zeit kleidet ist mir zu farblos. Ist mir zu langweilig, als dass ich meinen Kleiderschrank nur damit füllen will. Ich bin Reiterin geworden, weil das keiner aus meinem näheren Umfeld wollte. Weil das leise „ich zeig’s dir“ schon immer in mein Herz eingraviert war und seinen Rhythmus bestimmt hat. Ich zeig’s dir, aber nicht immer in Schwarz, weil’s mir zu dunkel ist. Ich zeig’s dir, indem ich Jahr für Jahr überlebe, in dem ich das tue, was Frauen in meiner Familie nie tun sollten. Ich bin eigenständig, dabei war ich immer ein Teil von Zwei, bin ein Teil von Zwei, weil mein Zwilling an einem anderen Außenposten genau das tut, was von ihm erwartet wird. Hurra Doppelmoral! Feiert den einen, verstoßt den anderen. In meiner Familie war schon immer alles eine Frage des Geschlechts und ich hatte das Falsche. Dabei habe ich genau das Richtige, mag die filigranen Schwünge von Glitzer auf meinen Augenlidern, mag Frausein, auch wenn ich meiner Familie schon immer zu stürmisch darin war. Aus mir ist kein Sturm geworden, könnt vielleicht irgendwann dank meines Drachens und meiner Siegelkraft Sonnenstürme produzieren und bin doch nie so weit gekommen. Ich nutze Licht, aber nicht stürmisch. Nutz es magisch, weil es durch meine Hände fließt. Ich nutze Licht gegen die Schatten meines eigenen Lebens. Nutze es, um andere zu blenden. Könnte es nutzen, um zu verletzen und doch hat meine Stationierung es fast nie benötigt.

Ich habe mit meinem Weg über’s Viadukt von Abenteuern geträumt, von Heldentum und hab die Erwartungen doch an den Steilküsten meines letzten Außenpostens zerschellen sehen. Es gab viel Zeit zum Üben, gab viel Zeit für Einsamkeit und doch keine mehr. War damals ein Teil von Zwei, bin es heute wieder, aber anders. Das, was man mir und meinem Zwillingsbruder nachgesagt hat, ist, was mein Drache und ich wirklich leben: Ein telepathischer Bund. Nie wieder ohneeinander. Ich halt mich dran fest, weil das meine neue Familie ist. Weil das ist, worauf ich mich verlassen kann, genauso wie auf die Spur von Glitzer auf meinen Augenlidern. Bin irgendwann neben Träumerin, Rebellin, Enttäuschung, auch im Herzen Reiterin geworden. Ich fühl mich frei, wenn ich auf einem schuppigen Rücken durch die Lüfte segle. Fühle mich frei, wenn Magie durch meine Adern fließt. Es ist schön und ich fühl‘ mich dabei so unfassbar lebendig. Leben ist das Einzige, was ich immer wollte. Leben zu meinen Bedingungen. Leben so gut es geht, so lange ich kann. Leben, leben, leben. Bis zum letzten Atemzug, den ich irgendwann in hoffentlich weit entfernter Zukunft machen werde. Ich hab‘ die Fesseln abgelegt, die mich dran hindern wollten und keine neuen gefunden. Lebe, auch ohne Heldentum, vielleicht sogar besser ohne. Ich mag die Taverne, hinter deren Theke ich mich in Nymrith manche freie Stunde befinde. Mag das Chaos der neuen Hauptstadt Tyrrendors, auch wenn’s Trümmer eines Kampfes sind, aus der sie gewachsen ist. Bin Rebellin, aber war’s nicht in dem Fall, nur im kleinen familiären Umfeld. Trage Schwarz und mir steht’s gut, aber das Licht steht mir noch besser. Ich habe in meinem Leben schon viele Schubladen aufgezogen und Rollen ausprobiert, aber bin vor allem Cal. Ich, bis zum Ende und vor allem im Tanz dazwischen. Ich zeig’s dir. Zeig dir, wie man tanzt, wenn du willst.
7 Ingameposts | 14.04.2025, 08:42
Militär Navarre
gespielt von Jella
31 Jahre
Reiterin
„Ich fall vielleicht hin, aber ich bleib nicht liegen.“ Galt damals einer Gegnerin auf der Matte, die sie zu Fall gebracht hatte und sich ihrem Sieg sicher glaubte. Sie stand auf und sorgte dafür, dass der Kampf anders ausging. Hinfallen und aufstehen – immer und immer wieder. Imogen Lovren hat das Aufgeben nie so richtig gelernt, auch wenn sie mittlerweile weiß, wann es im Trainingsszenario besser ist, eine Niederlage einzustecken. Als Sohn eines Reiters war das Schwarz, welches sie heute trägt, schon früh Teil ihres Lebens. Dabei war der Weg, den sie ging, nicht einmal unbedingt für sie vorgesehen. Sie hatte die Wahl und entschied sich doch für den Reiterquadranten. Für die Gefahr, für das Hinfallen und Aufstehen. Für die Herausforderung, die es ihr brachte. Dafür, dass sie den Weg ihres Vaters in aller erster Linie anders bestreiten wollte. Er war kein Vorbild, auch wenn sie sich nie davon freisprechen konnte, ihm in zu vielen Dingen zu ähneln. Die Folge des Lebens, welches sie geführt und welches sie sich ausgesucht hat, ist eine Härte gegenüber Gefühlen, die sie nur schwer ablegen kann. Ist in Imogens Selbstverständnis alles gut und in Ordnung, selbst wenn es sich emotional nicht so anfühlt. Man steht eben auch dann wieder auf, wenn man eigentlich lieber liegen bleiben möchte, weil man der Alternative keinen Raum gibt. Der lovrensche Optimismus ist in dieser Linie trockener Sarkasmus, kein wahrer Hoffnungsschimmer und sie lebt ihn. Seit Jahren.

Stein im Äußeren, Stein im Inneren, weil jeder Schutz auch bedeutet, dass von der anderen Seite ebenso nichts durchkommt.

Ihr Ehrgeiz macht sie zu einer passablen Reiterin, deren Beförderung zum Captain ihr auch erste Verantwortung zuspielt. Es ist andere als eben jene, die sie im College hatte, auch wenn‘s schon immer irgendwie um’s Überleben anderer ging. Staffelführung, dann Geschwaderführung. Sie kann sich dem Gefühl von Stolz nicht entziehen, was auf Beförderungen folgte und auch immer noch folgt. Dabei geht’s heute auch um ihr Überleben. Das Leben als Drachenreiterin ist kürzer als das anderer. Das Leben ist trotzdem gut gelebt, wenn man vor allem die positiven Dinge in den Fokus schiebt. Ihre mangelnde Empathie macht sie zu keiner schlechten Freundin, schließlich bedeuten ihr Menschen etwas. Es macht sie nur nicht so feinfühlig für die kleinsten Regungen. Das kann auch gut sein. Weil’s ihr erlaubt über die spitze Zunge ihres Drachens hinwegzusehen. Kann auch gut sein, weil sie dadurch nicht jeden zwingt, über das zu reden, was beschäftigt. Und das tut sie selbst auch nicht gern. Aufstehen und weitermachen ist einfacher, wenn man’s nicht zerdenkt. Wenn sie es doch mal tut, dann wird alles seziert. Aufgeben ist auch in Bezug auf Menschen für sie keine richtige Option. Es gibt nur einen, von dem hat sie sich losgesagt, auch wenn sie seinen Nachnamen noch trägt. Und ja, sie fällt noch heute manchmal hin. Aber liegen geblieben ist sie bisher nicht.
7 Ingameposts | 22.04.2025, 16:11
Militär Navarre
gespielt von Berrie
43 Jahre
Diplomatin
Das Besteck ist gold, wie der Käfig, der dich die längste Zeit deines Lebens gefangen gehalten hat. Spürst die Streben, das kalte Metall, noch unter deinen Fingerspitzen, wenn du die Hand von dir streckst. Spürst das Feuer in dir, wie es Stück um Stück zu ersticken droht. Wie es leise in dir züngelt, bis nur noch eine Idee von Nereyda übrig bleibt. Euch fehlt der Sauerstoff, buchstäblich die Luft zum Atmen, der Wind unter den Flügeln, die euch – dich und die Version von dir, die du gern gewesen wärst, aber niemals erreichen wirst – aufsteigen lässt. Stattdessen bist du gefallen, immer wieder auf dem Boden der Tatsachen angelangt. Hast immer wieder die Hoffnung in dir keimen lassen, auszubrechen, mehr zu sein, als das Abbild deiner Schwester. Irgendwann hast du das Ideal verfolgt, eine eigene Identität zu schaffen. (D)Einen eigenen Wert zu bestimmen, der über den Namen, den du trägst und das Gesicht, das dir im Spiegel begegnet, hinausgeht. Chancen hattest du viele – und keine. Sind dir durch die Finger geronnen wie die Lügen, die sich alsbald um deine Gelenke spannten, weil die Wahrheit meist so viel berechenbarer, so viel langweiliger war als das, was hinter ihr lauerte. Du hast gelernt, die Grenzen deines Käfigs auszudehnen, hast dich gegen das Gold gestemmt, überall dort, wo es dir dienlich war; und hast die Privilegien genossen, die damit einhergingen. Gab kein Spiel, in das du nicht involviert warst, keine Veranstaltung, kein Netzwerken, das dir nicht in die Karten spielte. Dass du Existenzen zerstört hast, ist nur ein weiteres kleines Kreuz auf deiner langen Agenda, die die längste Zeit kein Ziel verfolgte, außer der Tristesse zu entfliehen, die dein Leben beschrieb. Erfüllung hast du gesucht und doch erst in den Worten eines Predigers gefunden. Religion selbst war dir nie fremd, hast oft genug in der Thalora zu den Göttern aufgesehen, gehofft und doch nie gebetet, dass sie dich irgendwann erhören würden. Sie haben auf sich warten lassen. Nie hättest du gedacht, heute selbst die Gewänder anzulegen, die dich als Mitglied der Orakyn kennzeichnen. Nie hättest du gedacht, empfänglich zu sein für religiöse Splittergruppen und doch sind sie längst mehr als das. Sie – du! – haben sich in die Herzen der tyrrischen Bevölkerung geschlichen. Sie – du! – haben mit Milde und Großzügigkeit die Tyrannei, Völlerei und Ohnmacht der eigenen Regierung ausgeglichen. Du, du, bist Teil von etwas Großem. Von etwas, das Wert hat. Ob der Glaube so tief in dir verankert liegt, wie andere deiner Gruppe, mag fraglich sein, doch dein Einfluss ist ohne jeden Zweifel Gold wert. Ein bedeutungsschwerer Name – auch heute, auch, nachdem du dich offiziell von ihnen losgesagt hast –, Geld, Macht und Einfluss sind dir auch nach der Konversion geblieben, wollte man sich nie so ganz von dir trennen, die Hoffnung nicht aufgeben, dass du eines Tages in diesen goldenen Käfig zurückkehren würdest. Du hingegen bist immer noch auf der Suche nach dir selbst und dem Wert, den du in dieser Welt hinterlassen kannst. Oder: dem Wert, den die Welt in dir hinterlassen kann, denn die Leere in dir schreit so laut, dass auch die besten Lügen, Intrigen und Geheimnisse sie nicht verstummen lassen kann.
6 Ingameposts | 08.02.2025, 14:40
Zivil Navarre
gespielt von Berrie
20 Jahre
Reiterin
Dein Pendel schlägt aus; nach links und nach rechts. Dein Pendel schlägt an; an Wände, Decken und Böden. Bist Gefangene deiner Emotionen. Irgendwann waren es Träume, vielleicht die Form von Ideal, die dir heute schmerzlich fehlt, die dich und die Entscheidungen, die du getroffen hast, geleitet haben. Heute ist es Wut. Wut, so unfassbar viel Wut, die in dir brodelt, die ihren Siedepunkt noch längst nicht erreicht hat und doch schon alles um sich zu zerreißen droht. In deinen Augen lodert’s, weil sie der Spiegel (d)einer Seele sind und wer nur einen müden Blick auf dich zu werfen wagt, wird schwerlich merken, dass hinter der gut gepflegten Feindseligkeit das Mädchen steckt, das du einst gewesen bist – oder hättest werden können, hätte das Schicksal dir nicht übel mitgespielt. Glaube ist dir in jeder Facette seiner Möglichkeit abhanden gekommen, verlor sich irgendwo zwischen den unterdrückten Schreien deiner Eltern, dem Geruch von Schwefel und verbranntem Fleisch und der Erkenntnis, dass du trotz aller Parolen und Allüren doch keine Ahnung von dieser Welt hast. Nicht davon, was es bedeutet, Teil von ihr – oder etwas Größerem – zu sein. Nicht davon, was es bedeutet, Opfer zu bringen. Du weißt nicht, was sie für dich bereithält, bist geprägt vom vorwiegend negativen Eindruck und der ständigen Erwartung des nahenden Todes. Die Hoffnung auf ein selbstbestimmtes Leben, auf von dir für dich gewählte Pflichten und Möglichkeiten, hast du mit den Kleidern abgestriffen, in die man dich gehüllt hat, bevor du Zeugin deines eigenen Scheiterhaufens wurdest. Hast sie abgelegt, als die Kutsche die Stadtgrenze Lewellens passiert hat. Mehr als tausend Striche hast du in das Holz geritzt und die Tage gezählt. Freiheit wirst du irgendwann finden, dessen bist du dir sicher. Vielleicht auf dem Rücken eines Drachen, vielleicht auf dem Grund des Brennofens, der deine Überreste Malek übergeben wird. Jetzt jedoch ist jeder Gedanke an das, was du hattest – oder hättest haben können – nur eins: grausam. Setzt sich trotz aller Bemühungen, dich davor zu verschließen und jede Trauer in noch mehr Wut umzumünzen, in jede noch so kleine Ritze deines Bewusstseins. Die Gefühle, sie prasseln auf dich ein, hast die Kontrolle längst verloren; vielleicht nie gehabt. Ertrinkst in ihnen, bist deine eigene Geisel, gegeißelt durch ein Leben, das du dir nicht gesucht hast. Durch Entscheidungen, die du nicht getroffen hast. Und immer, wenn du daran denkst, dann schlägt dein Pendel in dir an und du die Faust in die nächste Wand.
11 Ingameposts | 23.03.2025, 15:25
Basgiath War College
gespielt von Jella
25 Jahre
Fliegerin
Schon das erste Kapitel deines Lebens begann in den Zwischentönen, die fortan dein Leben dominieren sollten. Erstreckst dich noch immer zwischen den Kontradiktionen, die dir in die Wiege gelegt worden sind. Schließlich bist du schon seit Geburt nicht ganz das eine oder andere – als Tochter eines navarrianischen Vaters und poromielschen Mutter, hast du dich schon immer zwei Kulturen zugehörig gefühlt. Du hast das Herkunftsland deines Vaters nie betreten, nur unzählige Gesichter an dir vorbeiziehen sehen, von Menschen, die aus Navarre geflohen sind, in deiner Heimat Poromiel auf ein besseres Leben hofften oder es immer noch tun. Deinem Vater ging es einst ähnlich, als er sein Dorf an der Grenze auf der anderen Seite verlassen hat, um hier zu größeren finanziellen Mitteln zu gelangen. Aber anstatt sich mit dem den sumpfigen Bedingungen angepassten landwirtschaftlichen Betrieb zufrieden zu geben, wollte er wohl etwas zurückgeben und ist schon vor Jahren unter die Schleuser gegangen. Du hast nie aktiv mitgeholfen, aber manchmal habt ihr Geflüchteten ein Zimmer oder warme Mahlzeiten geboten. Immer und immer wieder wurdest du mit der Sinnlosigkeit eines Krieges konfrontiert, der im Grunde nur auf den Rücken der Menschen ausgetragen wird, die ihn führen müssen, nicht eben jenen, die ihn orchestrieren. Du hast sie früh gesehen, die Schattenseiten des Lebens, nicht nur in ausgemergelten Gesichtern, sondern auch in der Tatsache, dass dein Vater Sehnsucht nach einem Ort verspürte, zu dem er nie wieder zurückkehren konnte. Du weißt, es gibt irgendwo noch Familie von ihm, die du vermutlich nie kennenlernen wirst, die ihn und dich als Feind sehen würden, weil eure Pässe etwas anderes sagen als die ihren. Sicherlich hätten diese Erfahrung gereicht, um dich schneller erwachsen werden zu lassen, aber es war der frühe Tod deiner Mutter, der dir das Gefühl von Verantwortung ins Wesen gelegt hat. Das nächste Kapitel deines Lebens warst du nicht nur Kind, sondern auch Hausfrau, große Schwester und gleichzeitig einzige weibliche Bezugsperson im Haus. Beschwerden lagen dir nicht und auch wenn du die zarten Finger einer Künstlerin hattest, hast du gelernt anzupacken. Du warst dir nie für eine Arbeit zu schade und hast die Aufgaben genommen, wie sie kamen. Die früher einmal mit deiner Mutter gespielten Klaviertöne verhallten leise im Haus, bis sie irgendwann vergessen wurden. Es gab wichtigeres zu tun.

Gerade deswegen war es ein Schock, als dein Vater festgenommen wurde. Das kleine Team, was ihr geworden wart, wurde noch kleiner und plötzlich hattest du die alleinige Verantwortung, also die Vormundschaft für dein jüngeres Geschwisterkind. Es kam deinem Wehrdienst in die Quere. Während andere Gleichaltrigen sich freiwillig meldeten, bliebst du zuhause. Versuchtest Haushalt und Reisfelder zu schmeißen, das notwendige Geld zu verdienen, um euch noch einen gewissen Lebensstandard leisten zu können und stecktest doch vor allem selbst zurück. Es war keine rosige Zeit, aber immerhin hattet ihr euch beide und ein Dach über dem Kopf, welches kein Schlechtes war. Dieses Kapitel deines Lebens sorgte zweifelsfrei noch ein bisschen mehr dafür, dass du vollends erwachsen wurdest. Dein Fokus lag weniger auf dir selbst, mehr auf Anderen. Darauf etwas Gutes zu tun, selbst ohne Hoffnung, es zurückzubekommen. Die Familie, die dir geblieben ist, ist dir wichtig und formt dein Verständnis von Moral. Du findest es immer noch falsch, dass dein Vater für seine Hilfsbereitschaft in Haft musste, auch wenn du dich hütest es zu sagen. Hast im Erwachsensein schließlich noch mehr gelernt als vorher, dass Schweigen oft besser ist als das Falsche zu sagen und gehörst auch deswegen zu den Menschen, die man die die ruhige Sorte nennt.

Mit deinem ersten Schritt in die Cliffsbane Akademie hast du nun ein neues Kapitel begonnen. Eines, in dem du erstaunlicherweise in allererster Linie nur für dich und deinen gebundenen Greifen sorgen musst. Es ist ein seltsamer Gedanke, weil du dich gleichzeitig auch immer schnell um Andere sorgst. Vielleicht glaubst du es mittlerweile Teil deiner DNA, vielleicht ist es auch nur Gewohnheit. Die strikte Ordnung fällt dir nicht schwer, die Gruppengröße schon mehr. Hattest das Gefühl dein Herz zerspringt, als du dich von der Klippe am Stonewater Fluss geworfen hast, weil du deinen Mut nie so deutlich zeigen musstest – dafür gab es den Rest deiner Familie. In diesem Fall aber willst du die Person sein, die es sich selbst beweist. Willst in Zukunft lieber immer und immer wieder das Risiko eingehen, was auch dein Vater eingegangen ist, auch wenn es dem widerstrebt, was du für die Familie immer warst und in den Grundzügen deines Wesens sein willst: Sicherheit. Dabei passt es in deinen Gedanken zu deinem Plan und hat dasselbe Ziel. Du möchtest dein Land zu einem sichereren und besseren Ort machen, für die Menschen, die es brauchen. Klar hast du Angst, aber du weißt, dass es wichtiger ist, etwas zu tun, als in ihr zu verharren. Die Welt braucht ihre Magie, deiner Meinung nach mehr als es die Wesen tun, die sich derer zuletzt so unnachgiebig bedienen.
12 Ingameposts | 09.02.2025, 14:29
Cliffsbane Akademie
gespielt von Berrie
37 Jahre
Reiter
Ein falscher Name, ein falsches Leben. In deinem Nachruf nennen sie dich Caririon, Sohn der Ganasdir. Geliebter Bruder und geschätzter Staffelführer. Wir werden dich vermissen. In lodernden Flammen geht dein letztes Hab und Gut auf, Malek geopfert. Fühlt sich an wie ein anderes Leben, als wär’s nicht deins. Als wärst es nicht du, der vor so vielen Jahren die navarrianische Flagge gehisst hat. Als wärst es nicht du, der mit wackeligen Knien den Viadukt überquert hat. Als wärst es nicht du, der von einem auf den anderen Moment alles verloren hat. Fühlt sich nicht an, als wäre all das ein Teil von dir und doch sind die Alpträume, die dich seither Nacht für Nacht verfolgen; dir den Schlaf rauben, dich wachhalten und Stunde um Stunde an die Decke starren lassen. Beobachtest, wie die Schatten an den Wänden tanzen, ihre langen, dürren Arme nach dir ausstrecken. Bietest dich der Dunkelheit an, ist eine wohlige Umarmung – die einzige dieser Natur. Malek ist dir näher, als du glaubst. Greift nach dir, bist ihm einmal durch die Finger geglitten und wirst es kein zweites Mal tun.

Große, grüne Schuppen erstrecken sich vor dir, neben dir, unter dir. Gleich, in welche Richtung dein Blick wandert, du siehst nur ihn. Brauchst nicht mehr als das Gefühl, das in dir wächst, wenn du das Flugleder enger schnürst, den Horizont unter deinen Füßen immer kleiner werden siehst. Sie wäre so perfekt, deine kleine Welt, die sich unter euch aufbaut. So perfekt zum Scheitern verurteilt. Ist seit einem Jahrzehnt nicht mehr deine Heimat, die du auf dem Rücken deines Drachen überquerst. Ist nicht mehr deine Heimat, für die du dein Leben riskierst. Ist nicht deine Königin, nicht dein Geschwader und doch – es ist dein Kampf. Der einzige, den es zu kämpfen lohnt. Der einzige, für den sich all der Verzicht lohnt. Die verurteilenden Blicke. Der Hass, der dir begegnet. Bist die Skepsis gewohnt, ist zu deinem ständigen Begleiter geworden, gleich, wohin du gehst. Ist da, wenn du über die Wälder fliegst; ist da, wenn du deine Einkäufe tätigst. Ist da, wenn sengendes Feuer unter dir das Ödland verbrennt. Ein aussichtsloser Kampf, den du führst. Für den du opferst, wen es zu opfern gilt. Manchmal denkst du zurück; zurück an Caririon. Wer du hättest sein können, wäre dieser eine Tag anders verlaufen. Alles wäre anders. Du wärst anders.

Du bist nicht mehr Caririon. Du bist Draigh, Leutnant des Nachtflügelschwarms. Sturmschwinge, 1. Schwadron. Das kleine Abzeichen schimmert an deinem Kragen. Hast hart gearbeitet, um dort zu stehen, wo du’s heute tust. Hast den Zweifeln getrotzt, Bedenken überwunden und deinen Wert bewiesen. Setzt dein Leben im Namen einer Königin ein, die nicht die deine ist. Tust es für deine Mission und das, woran du glaubst. Geht nicht immer konform mit dem, was andere von dir erwarten, doch solange du dein Soll leistest, schaut niemand so genau hin. Niemand fragt, richtet das Wort an dich. Niemand will wissen, welche Geschichte hinter den Narben steckt, die Körper und Seele zieren. Keiner – und du am allerwenigsten.
11 Ingameposts | 08.02.2025, 14:38
Militär Poromiel
gespielt von Miri
20 Jahre
Reiterin
Wenn wir beide Tiere wären, dann wärst du eine Maus und ich ein Löwe. Du lachst, dabei kommt die Zahnlücke gut zur Geltung. Nur Spaß, sagst du und fragst dann lieber welches Tier er gerne wäre. Alles passt nicht so gut wie Maus, aber er ist dein Bruder, also darf er sich sein Tier schon selber aussuchen.

Abends im Bett träumst du, nicht dass du eine Löwin bist, sondern dass du auf einem Drachen reitest und die Sterne berührst. Es ist das was du willst, woran du immer wieder denkst. Für kleine Dinge bist du nicht gemacht, aber für die ganz großen Momente, dafür schon. Für groß und laut und wild und vielleicht bist du dann im Traum doch ein bisschen Löwe, wenn du brüllst und alle Sterne zittern.

Deine Füße tragen dich überallhin.
Mama hat schon oft versucht dich zu stoppen, aber es ist schwer, wenn du daran denkst bis zum Sonnenuntergang zu laufen, wenn du an Bäume denkst, die du hochklettern willst und nie, wirklich nie stillsitzen kannst. Du bist der flinke Griff zum Arm von Freunden, die du ziehst, mitreißt, immer in Bewegung, immer schon bei der nächsten Idee. Nie klein, sondern gleich immer riesig. Zusammen da erfindet ihr geheime Sprachen, ergründet die dunklen Keller auf der Suche nach Abenteuer und schwimmt bis zum tiefsten Punkt, wo Schätze und Geheimnisse liegen. Mit denen kennst du dich aus. Du gibst kleine Fingerschwüre und flüsterst anderen was ins Ohr, schwörst etwas immer für dich zu behalten und nimmst diese Dinge so todernst, dass es nicht darum geht wer die Vase kaputt gemacht hat, oder die letzten Bonbons gegessen hat, für dich geht’s da immer um die ganze Welt.

Du fühlst so viel.
Alles und ganz intensiv. Mama sagt, dass in deiner Brust zwei Herzen schlagen und sie legt dir dabei die Finger ganz sacht auf den Brustkorb. Spürst du’s? Du kneifst die Augen zu, sehr konzentriert. Und dann kannst du es fühlen. Dieses Doppel-Herz, das so kräftig schlägt. In dem Platz für alle ist, die du liebst und für Marienkäfer und den Hasen, den du jeden Sommer überall mithin nimmst, der neben deinem Bett schläft, bis er es irgendwann nicht mehr tut und bei dessen Beerdigung du eine Rede hältst und weinst, weinst, weinst als wäre es das Ende der Welt.

Wenn man Dinge so intensiv fühlt, dann fühlt sich alles schnell wie das Beste und das Schlimmste an. Du lachst laut, am lautesten, gern über deine eigenen Witze und du liebst doll, aus ganzem Herzen, mit riesigen Umarmungen und Kosenamen und einem Beschützerinstinkt den du so von deinem Bruder lernst. Und du wütest, wie ein Sturm, der keinen Stein auf dem anderen stehen lässt, regst dich auf, weil laut sein nicht nur in eine gute Richtung funktioniert, sondern auch in die andere. Wenn du Sachen kaputt machen willst und schreien und immer wieder weinen, weil alles sehr viel ist und weh tut und viel ist.

Du bist Klugscheißer, du bist tausend Ideen für einen Moment, du bist offene Arme und immer noch was sagen, schweigen nur dann, wenn’s wirklich gebraucht wird. Du bist Hosen, die du selber kurz schneidest und Röcke, die zu lang sind. Ein Grinsen mit Zähnen und „mein Bruder ist mein Held“ und es immer ernst meinen. Du bist die, die sofort ja sagt, bei der man Nachts um drei am Zimmer klopft und wo man zusammen auf dem Bett sitzt bis alles weniger scheiße ist. Du bist endloses quasseln und Händchen halten, weil zusammen für dich immer leichter ist. Mit dem Kopf durch die Wand, immer eine Meinung, aber genauso auch die Stille, das Nase rümpfen, wenn du merkst: zu doll und dich zurücknimmst, deine Meinung revidierst. Du schreibst die schönsten Karten mit den liebevollsten Worten, malst Herzen an jeden Namen und sagst: ich liebe dich, lieber zehn Mal zu oft, seit du weißt wie Verlust geht. Drückst deine Freunde nochmal fester, nuschelst: ich liebe dich, zu denen, weil sie’s brauchen, hören müssen. Weil du denkst: wenn ich nicht mehr da bin, dann sollen sie’s gewusst haben.
41 Ingameposts | 21.04.2025, 12:07
Basgiath War College
gespielt von alice
23 Jahre
Reiter
Vaelor (Vaelor, [ˈvaːlɔr], abgl. valor, n.)
bed. Tapferkeit, Heldenmut oder auch Mut, Beherztheit, Kampfesmut
Name einer einst höchst angesehenen Militärfamilie, die über mehrere Jahrhunderte hinweg hohe Rän —

Ganz ehrlich? Scheiß drauf.
Du weißt, was dein Name bedeutet. Du kennst deine Geschichte. Du weißt, dass dein Urgroßvater viel zu früh gefallen ist und dass weder Name noch Rang noch Siegelkraft noch irgendwas den Sturz abgefedert hat. Der Fluch (schon klar, es ist nicht wirklich ein Fluch, aber’s wirkt wie einer), der seitdem auf deiner Familie liegt, hat in dir seinen Endgegner gefunden. So sagt und will es zumindest dein Vater und so ist es auch.

Du bist der geborene Anführer, du ordnest dich unter (solange du musst), strebst gleichzeitig nach oben; immer noch ein bisschen mehr, ein bisschen weiter, bisschen schneller, bisschen besser, ein bisschen härter (vor allem deine Schläge, vor allem deine Schwerthand, vor allem du). Du denkst voraus, kannst gut zusammenhalten und hast diese Präsenz, die es braucht: man hört dir zu. Bist scharfsinnig, hast deutliche (nicht komplett utopische) Ziele vor Augen, kannst dich gut ausdrücken und Verantwortung übernehmen, für dich und für andere, du führst mit harter, klarer Hand und scheust nicht vor Entscheidungen, auch wenn die manchmal hässlich sind (und du, du bist das auch (im übertragenen Sinn!)).
Du weißt, wo dein Platz ist und du weißt, wo dein Platz in Zukunft sein soll; deine Siegelkraft ist dein direktes 5*-Ticket an die Front (yes!) — und du lässt dir die Butter sprichwörtlich nicht vom Brot nehmen, real kann sie wer anders haben; Butter schmeckt dir nicht.

Wo wir beim Thema wären: vieles schmeckt dir nicht und damit mein ich nicht nur das Essen auf dem Tisch.
Deine Familie hat ‘ne klare Haltung zum Königreich, zur Rebellion — du auch. Als hättest du da selbst etwas verloren, als wärst du dabei gewesen. Schwachsinn — oder irgendwie auch nicht Schwachsinn, weil Narga, das Biest das dein Drache ist, sehr wohl dort war und weil sie dort sehr viel verloren hat und, oh (oder eher: oh, oh!) es passt verdammt viel Hass und Rachewunsch in diese 8,15 Meter große, blutrote Schuppengewalt. Zusammen seid ihr ein Paar, dem man auf Fluren oder Flugfeldern lieber aus dem Weg geht (wenn man nicht zu deinem Schwarm gehört); dir zumindest dann, wenn du ‘nen schlechten Tag hast und Narga, naja, Narga hat nie gute Tage.

Wobei man schon sagen muss, seit du in Führungsposition bist, hältst du dich etwas zurück.
Nicht, dass du Konfrontationen scheust, im Gegenteil, aber du rempelst vielleicht nur noch jeden dritten Rookie, der dumm im Weg steht, im Vorbeigehen an, statt jeden einzelnen doppelt und du achtest (schon lange) darauf, dass man dir deine Haltung im Bezug auf Gezeichnete (und die meisten anderen) nicht an der Nasenspitze abliest. Zahlt sich aus, immerhin sitzt du in "deinem" Geschwader ausgerechnet direkt unter einem von denen. Am Ende aber: kein Problem. Du magst die wenigsten hier genug als dass es auffallen würde, wen du am meisten scheiße findest.
Dennoch: Arschloch hat man dir schon seit deiner dritten Herausforderung und deinem Counter, der auf 2 gestiegen ist, nicht mehr offen hinterhergerufen — oder, naja, zumindest nicht ohne blutige Nase.

Oh und dann wär da noch dieser unfassbar immense Druck (der manchmal ein Ventil braucht), fast vergessen.
Du sollst ja deine Familie nach jahrelanger Talfahrt wieder auf’s alte Treppchen bringen. Die Vaelor-Krone hast du schon poliert als du manifestiert hast, bist das beste, was deiner Familie (und deinem Vater) hätte passieren können, lebst jetzt seine Träume und deine eigenen, die fallen hinten runter, die hat’s eh nie gegeben.

Ob du manchmal einsam bist?!
Niemals. Du hast ja deine Staffel und deinen überaus netten (nicht) und sozialverträglichen (doppelt nicht) Drachen. Und Freunde. Wenige. Aber das reicht.

(Und jeder Tag fühlt sich so an, wie Biss für Biss das eigene Herz zu fressen.)
3 Ingameposts | 29.06.2025, 15:39
Basgiath War College
gespielt von alice
41 Jahre
Reiter
Du bist da.
Egal, ob’s ein guter Rat mitten in der Nacht ist, eine helfende Hand (einerlei wobei), 'ne Schulter zum anlehnen oder zum dran ausweinen, ein aufmunterndes Lächeln, ein schlechter oder wahlweise ein wirklich guter Scherz, gemeinsam irgendwas kaputt machen (nicht, weil du das brauchst, aber weil du genau weißt, dass das anderen manchmal hilft), schweigen, aber trotzdem zusammen weil alleine sein grade schwer ist, ein Besuch in der Spelunke, auf deine Kosten, kein Problem. Ein aufmunternder Blick, manchmal nur ein Zwinkern.
Du bist das Stück Heimat, das verloren geht, wenn man im Krieg an der Front steht und trotzdem, du versuchst genau das für die um dich herum zu sein. Gibst dir Mühe, jeden, der neu an deinen Stützpunkt kommt, zu empfangen und den Einstieg, Umstieg, Umzug so leicht und entspannt wie möglich zu machen. Bist guter Freund und Ansprechpartner, immer ein offenes Ohr, Fels in der Brandung, auf dich ist Verlass, weil du willst, dass es das ist und weil du weißt, wie unsicher und unbeständig euer Leben eh schon ist (und wie schnell’s vorbei sein kann).
Merkst dir kleine Dinge und Details, die Lieblingsblumen deiner Staffelkameradin (für eine kleine Vase vor ihrem Zimmer in der Kaserne) und die Leibspeise des Leutnants, der noch so verdammt jung ist aber nicht im Traum daran denkt, zu zeigen, dass er Angst vor langen Nächten an der Grenze hat — manchmal hilft Kartoffelbrei.

Dein Lachen ist viel wärmer als Sonnenschein und du lachst gerne, du lachst viel. Wenn man dich nicht kennt, dann denkt man nicht im Traum daran, dass unter sieben Schichten Herzlichkeit und Wärme ein tiefer, schwarzer Abgrund klafft, aus dem du selbst nur schwer wieder nach oben gekommen bist (aber du bist es); bist Kämpfer, nur meistens mehr für alle anderen. Willst die Menschen in deiner Nähe glücklich sehen. Dass du dich deinem eigenen Glück dabei selber in den Weg stellst, das ist dir bewusst. Aber egal. Du lächelst das weg — egal.
Schleifst lieber scharfe Kanten anderer rund(er), lieber noch eine schlaflose Nacht, nicht für dich oder wegen dir, sondern weil jemand anderes dich braucht — alles, bloß um dich nicht damit auseinander zu setzen, dass das Herz in deiner Brust seit kurzem manchmal stärker schlägt.
14 Ingameposts | 14.04.2025, 13:42
Militär Navarre
gespielt von Miri
45 Jahre
Reiter
Dir fällt es leicht — ruhig zu sein, gelassen. Tiefenentspannt, wenn du willst. Braucht meistens schon ein bisschen mehr damit du aus der Haut fährst, damit sich in deinem Gesicht ein bisschen mehr abzeichnet als das leichte Schmunzeln. Es scheint als könnte die Welt um dich herum untergehen, alles an Katastrophen passieren, die Ruhe würdest du nicht verlieren. Ein Schulterzucken (ist was?). Coolness, wie die Kinder sagen. Die Kinder, ha, seine, nicht deine. Es ist leicht der coole Onkel zu sein, der zwei, drei Kinder auf den Armen trägt als wär’s nichts. Der für jede Dummheit zu haben ist und Geschichten erzählt, die sie mit großen Augen verfolgen. Vom Leben auf dem Hof, deinem Vater mit den Tieren, den vielen Geschwistern und Cousins. Alles ist dann immer schön, aufregend. Nie schwer, weil vor Kinderohren muss es nicht schwer sein.

Leicht, alles so verdammt leicht.
Es ist einfach sich im Chaos Zuhause zu fühlen, wenn man zwischen so vielen Menschen aufwächst, dass man manchmal nicht weiß wo man beginnt und der andere aufhört. Findest Gesicht um Gesicht, Freund an Freund, die du dichter und dichter lässt als würde es sich dann wieder anfühlen wie inmitten deiner Geschwister zu stehen. Es hilft ständig in einer Staffel zu sein, die wie Familie sein soll. Und es hilft Teil einer Familie zu sein, die eigentlich nicht deine Familie sein sollte (oder?). Egal. Nicht drüber nachdenken.
Obwohl du’s tust.
Immer, ständig.
Der Kopf, der rotiert.
Auch wenn du’s gut überspielst.

Du bist zwei breite Arme, die jedes Problem nehmen, hochheben, zerdrücken. Warst Six, für deine Familie und wirst es für die neue wieder, der Spitzname kommt von selbst, wie ein Bumerang zu dir zurück. Sechs Leute, die du gleichzeitig bezwingen könntest. Sechs Jahre in denen du nie das Wort: Nein benutzt hast. Sechs Sekunden, die du brauchst um auf deinen Drachen aufzusteigen, Sechs Minuten um jeden deiner Staffel zum Lachen zu bringen — die Sprüche sind endlos; das bist alles du.

Du bist beim Armdrücken gewinnen und lachen. Immer im Nahkampf, immer nah dran. Die zwei kurzen Äxte über Kreuz auf dem Rücken, weil es leicht ist. Leicht ist groß zu sein und ein bisschen finster zu gucken, was von Außen schnell alles erledigt. Dass es da Drinnen eher weich und ruhig ist, dafür muss man dich besser kennen. Besser für die Wärme und den Tierfreund, der jedem Vogel einen Namen gibt, mehr Hühner als Familie kennt und Eichhörnchen entdeckt, wo andere nur wackelndes Geäst sehen. Würdest dich nie als weich bezeichnen, nie als sanft, weil sich das Leben immer ganz anders angefühlt hat, ganz andere Worte dafür gefunden hat. Für die familiäre Liebe, die du kennst und so gerne weitergibst, für die Wärme, die da in dir schlummert, für die hoffnungsvollen Gedanken, die da hinter dem Stirnrunzeln hausen.

Bist gerne mitten drin, ganz vorne dabei, das ist da wo man dich kennt, wo man dich sieht, wo man dich — erwartet. Nicht still, sondern laut. Nicht so sehr in deinem Zimmer, heimlich, mit den Büchern und den Notizen über alles mögliche, die bei ausgedachten Geschichten anfangen wo du dir die Charaktere aufschreibst damit du sie dir besser merken kannst und irgendwo bei Manövern für Flüge und Kämpfe enden. Liebst die Seifenopern und das Drama, das du manchmal zwischen den Zeilen findest. Vielleicht, weil du selber als der andere Mann inmitten einer Ehe so viel eigenes Drama hast, dass das erfundene dir irgendwie gut tut. Und du liebst ihn, das Gesicht, das all das kennt und der nie ganz dir gehört.
5 Ingameposts | 14.05.2025, 18:38
Militär Navarre
gespielt von Lini
51 Jahre
Reiter
Ich werde Navarre auf dem Rücken eines Drachens beschützen! Ein Satz der nicht deine Lippen verlassen hatte in deiner Kindheit, sondern die deines großen Bruders. Es war sein Traum eines Tages Drachenreiter zu werden, du hattest dir über deine Zukunft noch keine Gedanken gemacht. Drachen fandest du immer… furchteinflößend. Besonders, als du mal einen gigantischen Drachen mit dunkelbraunen - fast schwarzen - Schuppen gesehen hast, der knapp über deinen Kopf hinweg flog. Der Schwertschwanz größer als du selbst. Dennoch fandest du sie auch faszinierend. Dir war noch nicht bewusst, dass dir dieser Drache nochmal begegnen würde. Einige Jahre später. Denn nachdem deine Eltern und schlussendlich auch dein großer Bruder gestorben war, warst du allein auf der Welt - allein in einer Pflegefamilie, de dich nur als Geldquelle sah und sich nicht kümmerte - und du hattest den Entschluss gefasst den Traum deines Bruders weiter zu leben: Drachenreiter zu werden. Niemand hatte dich darauf vorbereitet wie hart die Ausbildung sein würde. Niemand hatte dir das Kämpfen beigebracht. Du kanntest Kämpfe von deinem Überleben auf der Straße mit deinem Bruder und schließlich alleine, aber richtiges Kämpfen war dir fremd. Somit warst du zu Beginn deiner Ausbildung auch einer der schlechtesten Kadetten, dennoch hattest du dich durch gebissen. Denn an Ehrgeiz und dem Willen zu überleben hatte es dir noch nie gemangelt. Genauso wenig an Wut darüber, dass man dir deine ganze Familie genommen hatte und du alleine warst. Deine Wut spiegelte sich in deinen Kämpfen wieder, weshalb du auch - besonders gegen trainierte Kadetten - eher nicht so eine gute Figur machtest.

Eher durch ein Wunder überlebtest du bis zur Präsentation und da sahst du einen dir bekannten Drachen wieder - oder zumindest warst du dir relativ sicher sie zu erkennen. Als könntest du so eine gewaltige Gestalt vergessen. Dann kam das Dreschen und du machtest dich auf die Suche nach ihr. Nicht, weil du glaubtest, dass sie dich binden würde, sondern, weil du sie in Gänze sehen wolltest. Sie hatte dich fasziniert. Du fandest sie. Auf einer Lichtung, nicht zu übersehen mit ihrer gewaltigen Gestalt. Reckte den Kopf in die Luft und beachtete dich offensichtlich nicht, während du fasziniert den Drachen ansahst. Als ihr Schwertschwanz auf dich zugerast kam, hast du mit deinem Leben abgeschlossen, aber du hast einen Drachen von ganz nah gesehen und es hat etwas in dir verändert. Doch der Angriff war nicht dir bestimmt sondern einem Kadetten hinter dir der dich angreifen wollte. »Du musst aufmerksamer werden.«, raunte eine weibliche Stimme durch deinen Kopf. »Steig schon auf.« Nochmal diese Stimme, nachdem du unsicher warst, ob die Stimme von ihr kam. Du musstest dich abmühen das erste Mal auf ihren Rücken zu klettern und kaum warst du oben, durchflutete dich ein Gefühl. Ein Gefühl, dass du kein kleines Licht mehr warst. »Halt dich fest.« Und es ging los. Der Start eines neuen Abschnittes. Als du das erste Mal mit Sìth durch die Lüfte flogst. Du dachtest an deinen Bruder, der dieses unglaubliche Gefühl niemals erleben würde. »Lass die Vergangenheit hinter dir. Deine Zukunft wartet.« Sìth‘ Stimme wurde dir so vertraut wie deine eigene. Sie war Familie für dich - zumindest von deiner Seite aus, wusstest du doch, dass Drachen diese Form der Bindung nicht mit Menschen eingehen.

Lange hat es gedauert, bis deine Siegelkraft sich manifestiert hatte. Du hattest fast schon Angst, dass das gar nicht passieren und die Magie dich umbringen würde. Deine Siegelkraft gab dir die Fähigkeit den Ausgang von Kämpfen und Schlachten zu sehen und kaum hattest du sie manifestiert, hattest du noch mehr Ehrgeiz entwickelt, besser zu werden. Stärker. Gefürchteter. Und genau das wurdest du mit den Jahren. Du hast gelernt deine Siegelkraft und die Magie die Sìth dir zuteil werden ließ zu perfektionieren und zu verstehen. Du wurdest besser, mit jeder Vision die sich dir bot und die dir half zu verstehen, Kämpfe zu deinen Gunsten zu lenken. So weit, dass man mittlerweile munkelt, dass du nicht zu töten seist, weil du jeden Kampf und Handlung vorher siehst. So präzise ist deine Siegelkraft nicht, aber du lässt andere gerne im Glauben und nach all den Jahren bist du auch gut darin geworden Dinge deutlich öfters korrekt zu interpretieren und die Puzzleteile der Visionen zusammen zu fügen, als es früher der Fall gewesen war. Nach deinen anfänglichen Schwierigkeiten in den Reihen der Reiter, wurdest du mit dem Manifestieren deiner Siegelkraft zu einem effizienten und tödlichen Gegner. Durch deine Frau, lerntest du dich in gehobenen Kreisen zu bewegen, deine Stärken noch besser einzusetzen und dir einen Namen zu machen, sodass du in recht kurzer Zeit die Karriereleiter des Militärs nach oben geklettert bist. Du hast dich als Anführer bewiesen, als Führungsperson und als einer der loyalsten Personen des Königreiches gegenüber dem Königshaus.

Die größte Ehre und Erfüllung deiner Loyalität folgte als du im Sommer 626 n.V. vom König zum Commanding General befördert wurdest. Stolz machte sich in deiner Brust breit und du wusstest, dass es nicht nur dein Stolz war, sondern auch Sìth‘, die mindestens genauso stolz darüber war wie du selbst. Du hast diese Aufgabe mit der gleichen Entschlossenheit angetreten wie seit dem Tag, als du den Viadukt überquert hattest. Mit Härte und ohne Gnade bekleidest du die Position, triffst harte Entscheidungen. Eine der härtesten sollte dich 628 n.V. erwarten, als du - nach Monaten der unklaren Visionen und Fetzen derer - notwendiges Militär mobilisiert hast, um Aretia dem Erdboden gleich zu machen, genauso wie die Rebellion, kaum als sich das Bild für dich klar ergab und den Verrat offenbarte. Dies war auch der Grund wieso die öffentliche Hinrichtung der noch lebenden Verantwortlichen durch geführt wurde. Du und das Königshaus haben die Verschonung der minderjährigen Kinder der Rebellen als Gnade verkauft und gleichzeitig wurden sie gezwungen dem Reiterquadranten beizutreten. Vielleicht auch mit ein wenig Hoffnung, dass es sowieso nicht alle schaffen würden - nicht nur auf dem Viadukt oder Gauntlet, sondern auch, weil genügend Kadetten im College waren, die Verluste aufgrund ihrer Eltern hatten erleiden müssen.
3 Ingameposts | 21.07.2025, 11:19
Militär Navarre

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