Charakterliste
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gespielt von alice
30 Jahre
Flieger
„Hey, Pearl — fang!“
Du reagierst schnell genug um die Portion Seetang abzufangen statt direkt ins Gesicht geklatscht zu kriegen (nicht, dass dich das wirklich gestört hätte) und du wirfst postwendend zurück; seichte Wellen tragen nicht nur dich, sondern auch dein Lachen. Hier draußen weiß eigentlich fast jeder, dass man sowas mit dir machen kann, dass man keine Sorge vor einer Retourkutsche in Form von geballten Fäusten zu befürchtet hat, obwohl du (sein wir mal ganz ehrlich) total danach aussiehst. Ist die Mischung aus einem trainierten Körper und den vielen Tätowierungen, den Ringen im Ohr und in der Nase und dem Blick, der einfach deiner ist, auch wenn du überhaupt keine resting bitch bist. Du bist — nett. Also, du bist wirklich nett. Hilfsbereit. Zuvorkommend. Aufmerksam. Du kannst gut geben, besser als ohne Gegenzug zu nehmen. Mit dir kann man nicht nur Spaß haben sondern auch Späße machen, du bist nicht besonders nachtragend und nimmst Dinge nicht zu ernst, es sei denn es sind Dinge die wirklich ernstzunehmen sind (das kannst du schon ganz gut differenzieren) — oder man verletzt wirklich, aber das geht nicht so schnell. Du bist ein guter Zuhörer und verdammt emphatisch, hast ein natürliches Gespür für andere Menschen und eine Gabe, die das nur noch unterstützt und dich zu einem ziemlich guten Leser (und Freund) macht. Dein verbissener Wille und die Fähigkeit genau zu wissen, was du willst und wo du sein und wo du (heute, morgen, übermorgen) stehen willst, hätte dich sicher zu einem verdammt guten Erben des Familiengeschäfts gemacht — aber das bist nicht du. Du willst frei davon sein und dich selbst entscheiden und du selbst sein. Für deine Eltern ist es widersprüchlich, dass du aus diesen Gründen ausgerechnet Flieger geworfen bist, weil’s in ihren Augen das Gegenteil von Freiheit bedeutet. Aber du siehst das anders. Nichts Neues, du siehst Vieles anders als deine Eltern, nur ein Grund mehr um nicht in ihre Fußstapfen zu treten, sondern deinen eigenen Weg zu gehen. Gegen an, wenn’s sein muss, auch wenn du am Ende eigentlich gar nicht so sehr Rebell bist, wie du oberflächlich betrachtetest den Anschein machst. Was du stattdessen bist?! Harte Schale, weicher Kern. Das ist, was dich am besten beschreibt; die harte Schale, wie die von ‘ner Perle und dein weicher Kern, der besteht aus Salzwasser und Gischt. Du liebst die Sonne im Gesicht genau so sehr wie den Sturm in den Haaren und die Schwerelosigkeit, wenn unter, über, vor und hinter dir, wenn überall nur’s Meer ist. Mama hat nicht umsonst schon vor so vielen Jahren gesagt, dass du Fischblut in den Venen hast.
17 Ingameposts | 04.06.2025, 17:41
Militär Poromiel
gespielt von Keks
55 Jahre
Diplomat
Manche werden geboren, um zu herrschen und andere, um beherrscht zu werden. Atharion Fendyr ist einer von jenen, die geboren wurden, um beherrscht zu werden. Durch seine Adern und durch die seiner Familie fließt kein herrschaftliches Blut. Sie waren nie Könige, keine Herzoge, nicht einmal einem simplen Adelsgeschlecht, dem seine Familie entsprungen ist. Obwohl sie durchaus ein gewisses Ansehen und auch Reichtum besaßen und noch immer besitzen, waren sie eben nie die Adeligen. Ein Teil des einfachen Volkes, nicht mehr und nicht weniger.
Zwar machte Atharion Karriere am Königshof, doch es ging ihm niemals um die Mehrung seiner eigenen Macht dort. Seinem König ist er loyal ergeben und schon lange einer von dessen wichtigsten Vertrauten, wenn es um das Wissen um die Veneni geht. Er hütet diese Geheimnisse und seine Loyalität gegenüber dem König blieb auch, als Atharion und seine Frau Shahar vor fünf Jahren mit Tyrrendor belehnt wurden und er sich seitdem Herzog nennt. Für ihn ganz und gar kein sozialer Aufstieg, denn diesen hatte er niemals angestrebt und vielleicht war dies auch der Grund, dass ihm und seiner Frau diese Aufgabe zugeteilt wurde. Es ist ihre gemeinsame Aufgabe, die aufflammenden Glutnester der Rebellion zu ersticken, seine ist es, Geheimnisse zu hüten, die er nicht einmal mit seiner geliebten Frau teilen kann. Er wollte nie herrschen, genauso wenig wie er mit den Entscheidungen anderer regieren wollte. Auch wenn seine Loyalität ungebrochen seinem König gehört und er die Geheimnisse niemals verraten würde - nicht einmal seiner Frau gegenüber - würde sich der 55 Jährige ein ‘normales’ Leben wünschen. Seine Karriere war ihm niemals so wichtig wie seine Frau und seine Kinder, die für ihn das größte Glück im Leben sind. Der eigentlich freundliche und warmherzige Mann wäre lieber einfach nur ein Vater für seine Kinder, als ein Herzog. Noch ist seine Loyalität trotz allem ungebrochen, aber manche Schatten lassen einen nie mehr ganz los.
10 Ingameposts | 31.03.2025, 17:32
Zivil Navarre
gespielt von Motte
40 Jahre
Reiterin
Es liegt Nebel über Aretia. Was einst die Spuren von Drachenfeuer waren, ist heute das Ergebnis magischer Manipulation. Denn jene Schwaden, die Aretia bei jedem Wetter unter einer schützenden Decke der Anonymität verbergen, sind nicht etwa organischer Natur. Nein, sie sind menschengemacht, finden ihren Ursprung in einer Separatistin, die selbst in den Reihen der Rebellen mit einer gewissen Skepsis bedacht wird. Anahera Nergal? Rückkehrerin aus Poromiel? Verräterin aus den eigenen Reihen? Zur Flucht verpflichtet, weil sie zu viel wusste, zu investiert war, zu sehr an ihrer Loyalität festhielt. Heute spricht Ana nicht länger gerne über jene Verbissenheit, mit welcher sie Braden bereits zu Schulzeiten nacheifert, die sie sich früher noch rühmend auf die persönliche Fahne schrieb und oftmals sogar verbissen gegenüber anderen verteidigte. Was aus einer vermeintlich harmlosen Schwärmerei entstand, ist mit den Jahren zu einer kompromisslosen Loyalität und dann, so schwer jene Akzeptanz auch sein mag, zu einem persönlichen Untergang geworden. Und wenn man Ana heute fragt, so mag sie den Königsneffen zwar noch immer lieben, gleichzeitig ist sie jedoch auch längst von ihrer jugendlichen Naivität befreit. Braden und ihre gesamte, ehemalige Staffel sind für die Drachenreiterin verloren, treiben hinter den eisernen Pfeilern einer erbarmungslosen Realität, die mit nicht viel weniger als Verbitterung zurückblicken lässt. Ein gescheiterter Traum, ein vielleicht sogar fehlplatziertes Vertrauen. Was bleibt ist eine Existenz in Anonymität und Einsamkeit. In Erinnerungen, Existenzlosigkeit und Selbstzweifeln. In den Ruinen einer Stadt, die in Ana nicht nur bittere Furcht auslösen, sondern gleichzeitig auch an ihre bislang gut versteckte Empathie appellieren. Was hat sie einst dazu bewegt, Drachenreiterin werden zu wollen? Der Glaube an eine bessere Zukunft, einen schöneren Morgen. Was hält sie heute davon ab, für genau diesen zu kämpfen? Ana weiß es nicht, tut sich schwer damit, die Antwort zwischen den wankenden Träumen einer ganz und gar nicht glamourösen Rebellion zu finden.
1 Ingameposts | 25.08.2025, 19:38
Militär Navarre
gespielt von Keks
58 Jahre
Heilkundiger
How to save a life…
Ashandor verschrieb sich dem Quadranten der Heilkundigen, weil es genau das war, was er können wollte. Leben retten. Zum Krieger war er nie geboren worden, eine Tatsache, die jeder in seiner Familie schon früh verstand und erkennen konnte. Er war definitiv kein Reiter und fairerweise sah man ihn auch nicht im Quadrant der Infanterie. Am meisten sah er sich selbst bei den Schriftgelehrten oder bei den Heilkundigen. Wo seine Geschwister das Spiel Soldat und Reiter liebten und sich gegenseitig mit den Spielzeugwaffen und manchmal gar mit einfachen Stöcken spielerisch bekämpften, war er stets derjenige mit einem Buch vor der Nase. Nicht zu begeistern für solche Spiele, doch immer in der Nähe der jüngeren Geschwister anzutreffen. Früh war er sich seiner privilegierten Stellung bewusst, immerhin war es nicht selbstverständlich, dass seine Eltern ihm und den Geschwistern alle Wünsche erfüllten. Als ältester von insgesamt sechs Söhnen übernahm Ashandor schon früh Verantwortung für seine jüngeren Geschwister und bis heute spielt er eine zentrale Rolle in deren Leben. Warmherzig, offen, tolerant, geduldig… als dies sind Beschreibungen, die seine Geschwister und Freunde wohl für ihn wählen würden. Liebevoll und ein Familienmensch. Bei allen Erfolgen, die Ashandor im Laufe seines Lebens erzielen konnte: Sein größter waren und sind seine Kinder. Er machte nie und gegenüber niemanden ein Geheimnis daraus, dass sie für ihn der Mittelpunkt seines Lebens sind. Generell war und ist Ashandor niemals jemand gewesen, der sich für seine eigenen Gefühle geschämt hat. Für andere immer da sein zu wollen ist eine Eigenschaft, die man sowohl positiv als auch negativ betrachten kann. Denn wo er für andere da ist, sich kümmert und auch für sie aufopfert, kann er die gleiche Hilfe nicht für sich selbst annehmen. Wie sehr der Verlust seiner beider selbstgewählten Familien ihn getroffen und traumatisiert hat, fällt ihm bis heute unendlich schwer zu verbalisieren und kann er nur gegenüber sehr wenigen Vertrauten äußern. Die Haltung, dass er zurechtkommt, ist eine, die ihm in Fleisch und Blut übergegangen ist. Und an der er gleichzeitig zerbricht und die ihm doch auch Stärke verleiht. Denn auch wenn er glaubte, dass er nach dem Verlust seiner Jugendliebe und ihrer beider Kinder nie wieder in der Läge wäre, auf diese Weise zu lieben, ist es ihm gelungen. Neue Hoffnung in einer Wüste aus Verzweiflung und Trauer. Doch auch sie währte nicht für die erhoffte Ewigkeit. Es hätte ihn zerstören und brechen sollen. Für immer und endgültig. Und das hat es auch, auf nahezu jede erdenkliche Art und Weise. Sein Herz und sein Heim für ein Rebellenkind zu öffnen, war eine Entscheidung, die Ashandor freiwillig und nicht aus Loyalität dem Staat gegenüber getroffen hat. Denn wer selbst alles, was er kennt und liebt, verloren hat, ist vielleicht am besten in der Lage jemand anderen zu verstehen, dem es genauso ergangen ist. Wenn er von Cascar spricht, dann nie mit dem Zusatz, dass er ein Rebellenkind ist. Sondern einzig und alleine mit dem Zusatz ‘mein Sohn’. Cascar war und sollte auch nie ein Ersatz für Ashandors verlorene Kinder sein. Ihm war immer bewusst, dass das nie Casvars Rolle im Leben sein sollte und genauso wusste er, dass er ihn nicht dazu bringen könnte einen Vater in ihm zu sehen. Sie waren zwei Menschen, die auf die gleiche und doch verschiedene Art und Weise fremd, kaputt, unvollständig und farblos waren. So wie Ashandor Cascar seine Farben zurückgab, tat Cascar das gleiche für Ashandor. Als Heilkundiger hatte Ashandor Leben retten wollen. Und lernen müssen, dass es immer mehr Leben sind, die er nicht retten können wird. Aber nun ist es für ihn wichtig, dieses eine Leben retten und schützen zu können. Und es ist nicht sein eigenes, welches er retten würde. Es wären immer die Leben anderer, die er seinem vorziehen würde. Es wäre Cascar’s Leben das er seinem eigenen vorziehen würde.
7 Ingameposts | 06.05.2025, 18:23
Militär Navarre
gespielt von Alex
21 Jahre
Reiterin
Es heißt Menschen wachsen an dem, was sie nicht umbringt. Aura ist einer dieser Menschen. Geboren in eine Familie, deren Namen eiligst aus den Chroniken gestrichen wurde und deren Spuren nur noch als Makel auf ihrer Haut existieren.
Als Kind war sie sanft, offen, voller Neugier auf die Welt. Heute ist von diesem Teil kaum mehr etwas übrig. Ihre Eltern, einer ihrer Brüder, ihr Zuhause — alles zerrissen, verbrannt und nur noch in ihren Erinnerungen konserviert. Die naive Aura, die einst davon träumte, Heilerin wie ihre Mutter zu werden, starb an dem Tag, an dem der Stempel der Rebellion auf ihre Haut gebrannt wurde: Sie ist eine Gezeichnete, wie die anderen Nachkömmlinge der Rebellion. Wohin sie seither auch ging, gab es kaum einen Ort, an dem sie nicht das Gefühl hatte, dass man auf ihr Scheitern wartete. Und im War College ist es nicht natürlich nicht anders. Hier hofft man nicht nur, dass sie fällt, hier rechnet man damit, dass sie und die anderen Gezeichneten an der harten Ausbildung scheitern – alle Probleme wären damit schließlich gelöst. Doch Aura hat überlebt, einige Ihresgleichen haben das. Ein ganzes Jahr im Reiterquadrant. Nicht nur durch pures Glück. Nicht, weil man sie verschonte. Sondern weil sie gelernt hat, zu kämpfen. Zu überleben. Weil sie gelernt hat, ihre Wut zu nutzen. Es war diese Wut, die sie nährte, als ihr Kummer zu groß wurde. Wut auf die Welt, auf die Menschen, die ihr ihre Kindheit nahmen, auf das Schicksal, das ihr keine Wahl ließ. Sie trieb sie an, sie schärfte ihre Sinne, formte ihren Willen und hielt sie aufrecht, wenn ihr Körper längst aufgeben wollte. Der Schmerz über den Verlust ihrer Familie sitzt tief, doch am schlimmsten war die Trennung von den einzigen Menschen, die wirklich verstanden, was in ihr vorging — ihre Geschwister. Die einzigen, die diese Welt aus denselben zerrissenen Augen sehen wie sie. Heute vertraut sie nur noch wenigen. Vielleicht niemandem. Doch was ihr an Vertrauen fehlt, macht sie mit Instinkt und Vorsicht wett. Wer sie unterschätzt, macht einen Fehler. Aura weiß, dass ein friedliches Leben für jemanden wie sie nicht vorgesehen ist. Nicht hier, nicht im College. Und auch nicht danach. Doch das ist in Ordnung. Sie hat ohnehin längst aufgehört, von Frieden zu träumen. Ihre Pflegefamilie die Fendyrs, gaben ihr in den Jahren vor dem College wenigstens einen Funken von Stabilität. Mehr als sie selbst sich eingestehen will. Sie unterrichteten sie, stärkten ihren Körper, schulten ihren Geist — bereiteten sie vor, so gut es eben ging, auf die Härte des Lebens im Reiterquadranten. Sie gingen sogar soweit, dass sie Aura adoptierten und aus ihr mehr als nur ein Pflegekind machten. Sie ist jetzt eine Fendyr, was wiederum bei dem ein oder anderem Gezeichneten Misstrauen erweckt. Sie gehört weder dort- noch dahin. Für die Fürsorge der Fendyrs ist sie dankbar, auch wenn die Stimmen in ihrem Kopf immer wieder Zweifel säen. Ist es aufrichtig? Oder doch nur Pflichtgefühl? Oder schlimmer noch: Teil eines Spiels, das sie nicht durchschaut?
10 Ingameposts | 12.04.2025, 12:10
Basgiath War College
gespielt von Mara
31 Jahre
Fliegerin
Geboren in eine Familie, in der sich stets gegenseitig unterstützt und unter die Arme gegriffen wird, fühlt sich Asaié tief verwurzelt mit den in Poromiel lebenden Menschen. Von klein auf sah sie mit eigenen Augen, wie wichtig es ist, einander die Hand zu reichen und füreinander da zu sein. Entsprechend erstreckt sich Asaiés Hilfsbereitschaft nicht nur auf ihre Familie, sondern grundsätzlich auf alle in Poromiel lebenden Menschen, denn sie ist verdammt stolz auf ihre Herkunft und die starke Gemeinschaft. Es überraschte niemanden, als sie im Teenageralter schließlich verkündete, Fliegerin werden zu wollen. Denn wo konnte sie besser ihre Leute beschützen, als auf dem Rücken dieser edlen Wesen?
Die Ausbildung zur Fliegerin und die darauf folgenden Einsätze haben Asaié verändert. Aus der naiven, vertrauensseligen jungen Erwachsenen wurde eine kompromisslose Frau, die sich auch deutlich größeren Männern ohne mit der Wimper zu zucken entgegenstellt und für ihre Überzeugungen einsteht. Ihr ausdrucksstarkes Gesicht und gnadenlose Ehrlichkeit helfen dabei leider nur bedingt, weswegen schon manches Mal die Fäuste flogen, statt bloß scharfer Worte. Zum Glück ist sie eine hervorragende Nahkämpferin und weiß darüber hinaus ihre Gabe der Emotionssteigerung geschickt einzusetzen, was sie oft mit weniger Blessuren als erwartet aus den Kämpfen gehen lässt. Asaié hat schon einiges im Leben gesehen, Gutes wie Schlechtes. Das Zusammenrücken im Angesicht von Katastrophen und Ungerechtigkeit beeindrucken sie nach wie vor und bestärken die Fliegerin stets darin, das Richtige zu tun, indem sie ihr Land mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln verteidigt. Dazu gehört auch der Austausch von Waffen mit den Separatisten, von dem nur wenige wissen. Ihre Loyalität stellt das in ihren Augen nicht infrage, schließlich helfen die legierten Waffen enorm im Kampf gegen die Veneni, und sie würde selbstverständlich ohne zu Zögern im Namen Poromiels sterben. Dennoch gibt es da diese Momente, meist am Ende von mental fordernden Tagen, in denen sie sich erschöpft an ihren Greif lehnt und ihm ins Ohr flüstert, dass er ihr mittlerweile der liebste Begleiter geworden ist. Denn neben dem stark ausgeprägten Gerechtigkeitssinn wäre es zwecklos zu leugnen, dass ihr Vertrauen in die Menschen über die Jahre durchaus zu bröckeln begonnen hat. Vor allem die Ungerechtigkeit, die von Navarre ausgeht, nährt ihre Wut auf dessen Machthabende, aber auch gegenüber jenen, die deren Befehle ohne zu hinterfragen ausführen.
9 Ingameposts | 26.03.2025, 12:28
Militär Poromiel
gespielt von Berrie
41 Jahre
Reiter
Blut gefriert in deinen Venen, in deinem Blick. Bist Eis und Feuer und alles zusammen, gleichzeitig, nichts davon. Trägst hundert Leichen auf der Schulter, an jedem Finger ein Dutzend davon. Mindestens. Mit einem Lächeln quittierst du Geschichten wie diese, zuckst mit den Schultern, schließt das Schubfach, das dir mehr Verdienste zugesteht, als du dir verdient hast. Oder eher: andere. Sind nicht (nur) die, auf die du stolz bist, für die du dein Gesicht hinhältst. Sind nicht (nur) die, die du dir mühsam erarbeitet hast, die dir deinen Rang, deinen Posten, ermöglichen. Ist mehr. Inszenierung bis zu einem gewissen Punkt, den du mit zu tragen bereit bist, weil es wichtig ist. Wichtig für’s Königshaus, wichtig für deinen Herzog und – allen voran: wichtig für deine Familie. Bist mit Leib und Seele genau das: Familie. Trägst deinen Nachnamen als Identität vor dir her, bist ein Trevalion so sehr es nur gehen kann. Bereit, jedes Opfer zu tragen. Bereit, dich in Ketten legen zu lassen. Bereit, auch nach vierzig Lebensjahren nur die Figur in einem Spiel zu sein, dessen Regeln du nicht festlegst. Das Spiel um Leben und Tod, das Spiel um Wissen und Unwissen, um die Naivität einer ganzen Bevölkerung und die Möglichkeit, alles einzureißen, was mühsam aufgebaut wurde. Du bist einer von so wenig dokumentierten Blutmagiern, dass es unmöglich war, dich an den Rand deiner Existenz zu drängen. Rühmte sich stattdessen so wunderbar mit dir, gabst nicht nur ein schönes, sondern auch ein begabtes Gesicht ab. Eines, das einlud, großzügig über Lügen und Facetten hinwegzusehen, die jeglicher Grundlage entbehrten.
Hast gelächelt, tust es heut noch. Hast getötet, tust es heut noch. Du hast Blut zwischen den Zähnen und auf den Lippen, trägst es wie eine zweite Haut – nicht wirklich, nicht buchstäblich, nur sprichwörtlich. Ein treuer Diener des Systems, ein Anhänger, nicht korrumpierbar (weil du längst korrumpiert bist). Kein Verräter (weil du längst verrätst). Keine Gefahr (oh, was seid ihr für Schafe). Acht-Augen-Prinzip, das auf dir ruht, während seit fünf Jahren plötzlich weniger Gewese an deiner Person betrieben wird. Weniger Aufträge, weniger Versetzungen, die deine Anwesenheit fordern; oder die Abwesenheit andernorts bedeuten. Dein Name sicher nicht jedem ein Begriff, aber wichtig genug, um ihn nicht aus den Büchern zu tilgen (oder nur da, wo es dienlich ist). Wichtig, weil du bist, wer du bist. Weil deine Familie ist, wer sie ist. Weil sie dem (zweit-)wichtigsten Herzogshaus dient, eisern und ohne Widerspruch. Und – weil du kannst, was du kannst. Weil du Feuer und Eis, Wasser und Blut bist. Weil sich Geschichten schöner erzählen, wenn sie leuchten und glänzen, die Vormacht sichern hinter starken Schultern und noch stärkerer Magie. Schultern wie deinen. Magie wie deiner.
2 Ingameposts | 21.04.2025, 11:09
Militär Navarre
gespielt von alice
50 Jahre
Reiter
Das Lagerfeuer knistert, die Nacht ist schwarz und wolkenverhangen, aber das stört dich nicht — euch, euch stört das nicht. Drei Tage konntest du dir frei nehmen um einer Tradition zu folgen, die du neu in deine Familie gebracht hast. Eine Woche bevor’s nach Basgiath geht, geht’s nach mal nach draußen, zelten. Etwas, das dir heilig ist und immer heilig war: Zeit mit deinen Kindern. Du hättest noch mehr davon haben können (sowohl Kinder als auch Zeit). Nach dem ersten hast du damals nur im Scherz gesagt, dass du ‘ne ganze Staffel haben willst. Drei ist dafür nicht genug aber für euch als Familie war’s perfekt.
Sowieso. Dein Leben ist nach außen hin perfekt. Deine Frau ist unheimlich liebevoll, ein wunderschöner Mensch, von innen und außen, liebt und hegt und pflegt dich und die Kinder wie’s besser nicht geht. Du hast ein gutes, ein glückliches Leben gelebt, lebst es immer noch — auch wenn zwischen Alltag und Routine manches doch zur Gewohnheit wird. Du gibst dir Mühe, dass es das nicht tut. Du nimmst deine Arbeit ernst, schon immer und auch wenn du nicht (wirklich) loyal hinter deiner Frau stehst, hinter deinem Königreich tust du das schon. Du beherrscht deine Siegelkraft verdammt gut und du kannst führen, auch wenn du das nie mehr als bis zum 1. Offizier verfolgt hast — das hat dir gereicht. Darüber hinaus?! Du lachst viel, gerne, laut, du spielst Karten, du wettest dann und wann und manchmal gewinnst du, du tanzt jeden Jungspund an die Wand, dein Hüftschwung ist wirklich legendär, deine Kinder sind tolle Personen geworden, du liebst sie und sie lieben dich und deine Frau vergöttert dich und du solltest deine Frau lieben, aber die liebst du nicht — upsi. Oder anders: du liebst sie schon, irgendwie, und du liebst das was ihr habt (die Kinder) aber dein Herz, das will immer nur was anderes. Dass du dich vor zweiundzwanzig Jahren in einen Mann verliebst, der frisch ausgebildet in deiner Staffel stationiert wird, kommt für dich wie ein Gewitter bei bestem Sonnenschein; ungeplant, unvorhergesehen. Und das bleibt. Du stößt ihn so oft weg, Fehler, die du gemacht hast und die sich nicht wiederholen dürfen. Aber Liebe kann nicht falsch sein, oder? Du willst deine Frau nicht verletzen, niemals, nie die Menschen, die dir wichtig sind und doch, doch, doch baust du dein Konstrukt aus Lügen über die Jahre immer höher und der Mann, den du liebst, wird der Onkel deiner Kinder und ihr tauscht verstohlene Küsse, heimlich, in der Küche während sie die drei zu Bett bringt (und was du nicht sicher weiß, ist: sie weiß es und sie liebt dich genug um dich zu lassen). Du weißt, dass das falsch ist. Du hasst, dass du es trotzdem tust. Manchmal wünscht du dir, dass du drei Mal anders abgebogen wärst und dann, wiederum, wenn du bei den Kindern bist oder er bei dir ist, fühlt sich alles ziemlich richtig an. Wie hat er’s genannt? Du bist sein Schicksal. Und vielleicht ist er auch deins.
6 Ingameposts | 12.05.2025, 17:39
Militär Navarre
gespielt von Jani
33 Jahre
Schriftgelehrte
Aurelia Ganasdir. Aurelia Seagha. Wenn man den Listen vertraut, existiert nur noch eine dieser Personen. Hast deinen Mädchennamen hinter dir gelassen, weil es keine Rolle spielt: Namen tragen keinerlei Bedeutung. Sie verblassen in den Schatten der Geschichte. Bleiben vielleicht als Flüstern in den Archiven zurück, als Markierungen in Büchern – doch irgendwann verschwinden sie selbst dort. Werden im Angesicht der Zeit über Generationen hinweg vergessen. Du fühlst keine Traurigkeit darüber, bist nicht hier, um deinen Namen unsterblich zu machen. Willst formen, prägen, hinterlassen. Die Worte, die du schreibst, die Entscheidungen, die du triffst: es sind jene, die zählen. Bist von einem Pragmatismus umgeben, der sich bereits in deiner Kindheit manifestiert hat. Warst lieber umringt von Büchern als von Menschen. Hast Erklärungen und Logik besser verstanden als Emotionen. Dich selten dem Idealismus hingegeben und dich stattdessen auf umsetzbare Lösungen fokussiert. Du hast die Überzeugungen deines Vaters geerbt, aber den Verstand deiner Mutter. Vielleicht bist du ihr deswegen in den Quadrant der Schriftgelehrten gefolgt; um nicht müde zu werden. Neue Herausforderungen zu finden. Nimmst die Welt in Formen und Mustern, Bildern und Abfolgen wahr – wie Sprachen, die einem wiederkehrenden Rhythmus nachgehen. Fühlst dich umgeben von Tinte und Federkielen zuhause, liebst das raue Pergament zwischen deinen Fingern. Hauchst den toten Sprachen wieder Leben ein, zu wichtig sind die Inhalte, die in ihnen verborgen liegen. Zu gefährlich das Wissen, welches ansonsten durch Zufall erlangt werden kann. Bei dir war es nicht anders: bist in die Geheimnisse des Königreiches hineingeschlittert. Unbewusst, aber nicht ahnungslos. Hast schnell die Bedeutung verinnerlicht, die Notwendigkeit in dem Handeln der Generäle gesehen. Es hat den Kern deiner Arbeit geändert. Schreibst nicht mehr nur Berichte, leitest keine simplen Informationen mehr weiter: sondern verschleierst, lügst und beeinflusst. Wärst du ein besserer Mensch, würde es dir vielleicht schlaflose Nächte bereiten, aber deine eigenen Motivationen verhindern es. Nicht der Krieg entscheidet darüber, wer das Richtige tut. Er entscheidet darüber, wer am Ende überlebt. Und für dich zählt nicht mehr als das: das Überdauern des Königreiches. Willst keine zweite Rebellion erleben, willst das Land in Sicherheit wissen. Und auch wenn es nicht deinem Wesen entspricht, stimmst du der Meinung deiner Vorgesetzten zu: manchmal ist Nicht-Wissen besser. Zumal es nichts ändern würde – der Krieg und die Verluste würden dennoch existieren. Nur der Feind wäre ein anderer.
Du hast dich in den letzten Jahren weiterentwickelt: durch deine Verantwortung und deine Aufgaben. Bist nicht mehr nur stille Beobachterin, sondern Strategin. Hast gelernt in Momenten des Chaos Ruhe zu bewahren. Deinen rationalen Gedanken zu folgen, statt dich von Gefühlen leiten zu lassen. Gibt nur wenige Situationen, wenige Menschen, die dich deine Selbstbeherrschung vergessen lassen. Der Tod deines Bruders hat für Tränen auf deinem Gesicht gesorgt. Zu schmerzhaft war der Abschied, um dich darüber zu sorgen, wer sie hätte sehen können. Deine Freunde entlocken dir ein Lachen, selbst wenn du es hinter einem Augenrollen zu verstecken versuchst. Und im Angesicht deines Ehemannes bröckelt deine ganze Fassade. Kannst deine Gefühle nicht immer fassen, sie nicht immer kontrollieren – lässt zu, dass deine Gedanken in der Zweisamkeit stolpern. Dass du dein Gleichgewicht verlierst, weil du weißt, dass er dich selbst in den hitzigsten Diskussionen auffängt. Er dich nicht fallen lassen würde, selbst wenn du dabei wärst, zu zerbrechen. Vermutlich würdest du es allein hinbekommen: aber musstest es in den vergangenen Jahren nicht sein. Hast nicht nur eine Bestimmung, sondern auch eine Familie in deiner Staffel gefunden. Ein zuhause entfernt von deiner eigentlichen Heimat in Tyrrendor. Selbst wenn deine Tätigkeiten noch immer verwoben mit der Provinz und ihrer Kultur sind und du weißt, dass beides Teile deiner Geschichte sein werden. Denn wer bist du, wenn nicht das, was du hinterlässt?
15 Ingameposts | 09.02.2025, 14:37
Militär Navarre
gespielt von Jackson
20 Jahre
Reiterin
Ich bin mit meinen 1,55 m nicht sonderlich groß. Auch würde ich mich eher als drahtig bezeichnen, denn als wirklich muskulös. Doch denke ich schon, dass ich verhältnismäßig kräftig bin. Ich habe blaue Augen, über deren Wirkung ich mir noch ein wenig im Unklaren bin. Keine Ahnung, ob ich damit auf andere anziehend wirke, bisher habe ich ja immer jeden direkt von mir gestossen. Ist ja auch sicherer, mich hasst sowieso jeder. Doch zurück zu meinem Look. Ich habe dunkelbraune, etwas weniger als schulterlange Haare. Das hat praktische Gründe, denn ich mag es einfach nicht, wenn sie mir beim Laufen oder sonstigen Training ständig in die Augen fallen. Also man merkt sicher schon, ich bin nicht sonderlich eitel. Ich schäme mich auch nicht für die Schrammen oder blauen Flecken, die ich irgendwie ständig mit mir herumtrage, ob nun an den Armen, Beinen oder auch mal im Gesicht. Soll ruhig jeder sehen, dass ich hart bin und mich wehre und mich eben nicht rumschubsen lasse. Lächelnd sieht man mich eher selten, ich hatte ja auch bisher wenig Grund dazu. Für wen also?
Meine Kleidung ist auch meist eher praktisch, robuste Hosen und Oberteile, feste Stiefel. Nichts was Mädchen auch nur annähernd als sexy bezeichnen würden. Und es geht weiter. Meine Bewegungen sind auch eher zielgerichtet, ich mache nichts um des Selbstzwecks wegen, sondern weil es effektiv sein soll. So hat man mir auch schon mehrfach hinterhergerufen, ob ich denn ein Kerl sei. Tja, ich lasse mich nicht beleidigen, ich bin auf ihn losgegangen und hatte wieder ein paar Schrammen mehr. Ihr merkt schon, ich lasse mir nichts gefallen. Ich weiß auch nicht, aber ich fühle in mir immer nur Zorn und Wut. Aber da ist noch etwas. Wenn ich andere in Basgiath zusammen reden und lachen sehe … wie gern wäre ich dabei. Ich stosse alle von mir und möchte doch Nähe. Ja, vielleicht einfach in den Arm genommen werden, auch wenn ich mich davor fürchte. Mit anderen lachen, mich geborgen fühlen, meinen persönlichen Safe Space, den ich noch nie hatte! Aber da geht es dann schon los – Vertrauen! Ich traue niemanden, ich bin so misstrauisch! Und ich ertappe mich dabei, dass ich schon reflexartig lüge, auch wenn es überhaupt keinen Sinn macht, unnötig ist. Ich glaube ich bin total verkorkst … Ich kann mich kaum noch an die Zeit erinnern, als ich mal wirklich unbeschwert und frei war. Ich herzhaft gelacht habe und … Freunde hatte! Ich weiß ja, dass ich mich ändern müsste, um Freunde zu finden, aber wenn ich an diese Familie denke, ihre Namen will ich gar nicht aussprechen, bei der ich Leben musste – dann jetzt in Basgiath, wo es auch jeden Tag vorbei sein könnte, wenn du den Falschen vertraust … wie soll ich es anstellen? Ich weiß es nicht …
0 Ingameposts | 26.08.2025, 19:03
Basgiath War College
gespielt von Luxi
50 Jahre
Handwerker
Warst schon immer recht zufrieden mit deinem Leben. Hast deine Leidenschaft zum Beruf gemacht und bist Architekt geworden, ein verdammt guter. Hast eine unglaubliche Frau gefunden, die du geliebt hast. Doch als du zum ersten Mal diese kleinen Hände in deiner hältst, die nicht ansatzweise deine Handfläche ausfüllen, da weißt du wie sich bedingungslose Liebe anfühlt. Hast deinen Töchtern zugesehen, wie sie über die Jahre hinweg zu kleinen Menschen mit ganz eigenen Persönlichkeiten heranwachsen. Die eine mehr wie ihre Mutter, die andere mehr wie du und doch sind sie die Summe aus euch beiden. Dass sie erreichen werden, was sie sich vornehmen, daran hast du keinen Zweifel. Auch wenn dir dabei manchmal die Knie zittern. Dass vor allem deine älteste Tochter ihrer Mutter nacheifert und Drachenreiterin werden will war zwar klar, doch als tatsächlich die Zeit kam sie am Basgiath War College in die bis dato schwerste Zeit ihres Lebens zu entlassen, hattest du trotzdem einen kleinen
Warst lange glücklich so wie es ist. Doch so langsam, da merkst du, dass sich dein Herz einsam fühlt. Du streckst vorsichtig die Fühler aus, begibst dich auf ein Terrain, dass sich kaum fremder für dich anfühlen könnte. Als würdest du die Teenagerjahre, in denen man herausfinden muss, wie das mit Liebe und Nähe funktioniert, noch einmal durchleben. Nur ist’s diesmal komplizierter. Aus diversen Gründen. Na, irgendwie wird das schon. War doch immer dein Motto.
2 Ingameposts | 30.05.2025, 21:02
Zivil Navarre
gespielt von Jani
24 Jahre
Infanterist
0 Ingameposts | 24.08.2025, 19:31
Militär Navarre
gespielt von alice
23 Jahre
Reiterin
„Du siehst aus wie deine Mutter.“ — ja, das weißt du.
Das hast du schon so oft gehört. Immer, eigentlich. Jedes Mal, wenn deine Oma zu Besuch kommt, immer, wenn’s mal wieder alte Familienfreunde schaffen, nach Wochen, Monaten oder Jahren in Montserrat vorbei zu sehen. Selbst der eine, uralte Heiler in Basgiath hat’s gesagt, als du zum ersten Mal mit einer angeknacksten Rippe und einer aufgeplatzten Lippe bei ihm auf einer Liege sitzt. Dann hat er dir erzählt, dass sie eine seiner Lieblinge war, so eine sanfte Seele und so eine liebevolle und nette Frau und dann sagt dir dieser Mann, der dich eigentlich gar nicht kennt, dass er das auch in dir sieht. Und er hat Recht. Du bist deiner Mutter nicht nur wie aus dem Gesicht geschnitten. Es sind nicht bloß ihre Augen, ihre Haare, ihre Wangenknochen, ihr süßes Lächeln, die helle Porzellanhaut und die zierliche Statur. Es ist noch mehr: du hast auch ihre Empathie bekommen und das hohe Maß an Mitgefühl und Einfühlungsvermögen. Du hast die gleiche, sanfte Seele und ein ähnliches, zartes Gemüt. Manchmal hängt dein Kopf zwischen Wolken und Sternen fest, aber wenn’s drauf an kommt, bist du da. Immer. Ganz. Wach. Ja, vielleicht liegt dir Theorie nicht besonders gut. In praktischen Fächern bist du schon während der Schulzeit besser als in Mathe und Geschichte. Du bist kreativ, die kannst backen und kochen und du malst für dein Leben gerne, du bist gern draußen und barfuß und, ja, du bist vielleicht auch eine Träumerin, dann und wann. Du liest gern, findest dich in Buchzeilen wieder — oder gehst darin verloren. Du schreibst gern Briefe. Du magst Sommer lieber als den Winter weil du nicht gerne frierst, du magst Tiere und bist der Meinung, dass sie’s Leben genauso verdient haben wie du selbst. Du bist süß, niedlich, auf den ersten Blick nicht so ein furchteinflößender oder furchtloser Drachenreiter, wie’s die meisten anderen sind. Du bist — anders, ja, vielleicht, aber deswegen nicht schlechter in deiner Arbeit. Dein Drache denkt für dich mit und du vertraust ihm, aber an deiner Siegelkraft hast du von dir aus immer hart und immer viel gearbeitet, tust du auch heute noch, willst noch viel lernen. Oh, und du schießt mit einer Armbrust verdammt zielsicher, auch (oder eher: besonders) auf bewegte Ziele. Liegt vielleicht daran, dass du ein ganz natürliches Gefühl dafür hast, Situationen zu lesen und, ja, nächste kleine Schritte vorherzusehen. Das hilft dir im Kampf, vor allem im Einsatz deiner Gegenmagie. Aber darüber hinaus?! Würdest du kein Schwarz tragen, dann würde man dich auf den ersten Blick ganz sicher den Heilern zuordnen. So wie deine Mutter. Da zeigt’s sich: auch, wenn du ihr so ähnlich bist, bist du am Ende doch ganz anders. Du reitest einen Drachen und das sagt doch schon alles, oder!? Und jetzt, an diesem neuen Ort an dem niemand deine Mutter kennt, hast du zum ersten Mal die Chance nur Aella (oder Aelly) zu sein und nicht "die Tochter von" und nicht "du siehst so aus wie sie", nein — hier siehst du nur aus wie du. Ein Blatt Papier auf dem nicht schon ein anderer Name über deinem eigenen steht. Und das ist neu und aufregend und spannend. (Oh und manchmal vielleicht ein kleines bisschen beängstigend.)
5 Ingameposts | 23.05.2025, 17:25
Militär Navarre
gespielt von Emma
28 Jahre
Reiterin
Ursprünglich hätte Aoifes Leben anders verlaufen sollen. Geplant war gewiss nicht, dass sie als Reiterin eines braunen Drachenweibchens bei einem von Navarres Außenposten in Chakir in den Bergen landen würde. Ändert nichts daran, dass eben das gerade ihre Realität ist: vor einigen Wochen wurde Aoife von Lewellen nach Chakir versetzt, um dort ihre Siegelkraft - Gegenmagie - weiter zu trainieren. Ihre Freunde in Lewellen zu verlassen, fiel Aoife schwer und sie vermisst sie, die ihr über die Jahre zu einer neuen -
Dass Aoife Reiterin geworden ist, war also reihum eine Enttäuschung. Auch nichts, was sie für sich selbst gesehen hätte und was sie schnell bereut hat, noch ehe sie damals das Viadukt vollständig überquert hatte. Überlebt - zu aller Überraschung (auch ihrer) hat sie die drei Jahre im BWC dennoch und wurde sogar von einem Drachenweibchen als Reiterin ausgewählt. Dass Aoife zwanzig Jahre auf ein völlig anderes Leben vorbereitet wurde und aus gutem Hause kommt, merkt man ihr noch heute sehr stark an. Dass sie nur mit Mühe und Not den Ansprüchen entsprechen kann, die man gemeinhin an eine Reiterin stellen würde, ist ebenso kein Geheimnis. Letztlich sind es aber die Drachen, die entscheiden und Anchu scheint Aoife noch nicht überdrüssig geworden.
16 Ingameposts | 26.05.2025, 12:22
Militär Navarre
gespielt von Berrie
37 Jahre
Sonstige
Deine Seele – brennt. Lichterloh. Da ist Feuer – in dir, an dir. Leckt an deinen Wunden, hinterlässt Narben, dickes Gewebe auf deiner Haut. Da, wo noch keine sind. Da, wo das Leben dich noch nicht gezeichnet hat. Sind nicht mehr viele Flächen frei davon. Überall, egal, wohin du gehst, hinterlässt du sie: verbrannte Erde. Zu deinen Füßen, als wären sie Teil deiner Identität, die Flammen. Als würden sie nicht nur in deinem Kopf züngeln und lodern. Ist keine Magie, die in dir pulsiert. Nur der Wahnsinn. Eine Vorstufe davon oder zwei. Bist ihm noch nicht verfallen, nicht ganz. Glaubst du. Kannst die Finger nicht danach strecken, kannst sie nur in Wunden legen, den Finger drehen, selbst welche zufügen und doch nicht reflektieren, wie verwundet du bist. Dass du dein Leid wie eine zweite Haut trägst, als Maske, immer dann, wenn du in den Spiegel blickst und – nicht sicher bist, was du siehst. Wen du siehst. Ist nicht mehr die Frau, die du warst. Ist jeden Tag eine andere. Amora, glaubst du, ist vor sechs Jahren gestorben. Amora, glaubst du, hat irgendwann gelebt. Ein gutes Leben gar. Heute, glaubst du, ist nicht mehr viel übrig von ihr. Oder: hundert neue Facetten, jeden Tag eine mehr. Heute, glaubst du, wird nicht sein wie gestern, nicht wie morgen. Heute fordert dich, aufstehen fordert dich, überleben fordert dich. Jeden Tag ein Stück vorankommen. Wär einfach, den Kopf in den Sand zu stecken. Aufzugeben. Wär einfach, diesen einen Schritt zu weit zu gehen. Den Abgrund unter deinem Fuß zu spüren, die gähnende Leere, die du in dir schon seit Jahren fühlst. Stattdessen: nicht diese Leere, sondern eine andere, an die du dich klammerst. Gehst zu weit, immer, immer wieder einen Schritt zu weit, diesen, den es braucht, um den Kick zu spüren. Um irgendetwas zu spüren. Meistens: Adrenalin. Ist pathologisch, krankhaft, was du brauchst, was du suchst. Die Sucht nach mehr ist so laut, dass sie die Finger des Todes, die sich nach dir recken, lauthals übertönt. Ihr mancher Tage doch die Hand reicht, wenn du nur knapp dem Angriff entgangen bist. Wenn die Klinge nur knapp deine Lunge verfehlt hat. Wenn die Hand um deinen Hals nur knapp den dringlich geforderten Sauerstoff freigibt. Du schrammst am Leben nicht weniger knapp vorbei, wie am Tod. Hast Maleks Schwelle so oft betreten – und lernst doch nicht. Lernst nur, dass du das brauchst. Weil dich der Anblick von (deinem möglichen) Tod so lebendig fühlen lässt, wie nichts sonst. Glaubst du. Sicher weißt du nichts. Nicht, ob das Gesicht in deinem Spiegelbild morgen noch dasselbe sein würde. Ob es ein ‘morgen’ überhaupt gäbe, für dich. Oder ob ‘heute’ an Maleks Hand endet. Und der Wahnsinn, der so eindringlich an deiner Seele nagt, nicht doch noch siegen würde. Über das kleine Quäntchen Verstand, das dir erhalten geblieben ist. In Trauer. In Wut. In Einsamkeit.
4 Ingameposts | 12.05.2025, 07:18
Zivil Poromiel
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