Spiegelforum: Codex of Flame and Fury
codex of flame and fury
Dieses Forum nutzt Cookies
Dieses Forum verwendet Cookies, um deine Login-Informationen zu speichern, wenn du registriert bist, und deinen letzten Besuch, wenn du es nicht bist. Cookies sind kleine Textdokumente, die auf deinem Computer gespeichert sind; Die von diesem Forum gesetzten Cookies düfen nur auf dieser Website verwendet werden und stellen kein Sicherheitsrisiko dar. Cookies auf diesem Forum speichern auch die spezifischen Themen, die du gelesen hast und wann du zum letzten Mal gelesen hast. Bitte bestätige, ob du diese Cookies akzeptierst oder ablehnst.

Ein Cookie wird in deinem Browser unabhängig von der Wahl gespeichert, um zu verhindern, dass dir diese Frage erneut gestellt wird. Du kannst deine Cookie-Einstellungen jederzeit über den Link in der Fußzeile ändern.

Charakterliste
A B C D E F G H I J K L M N O P Q R S T U V W X Y Z
gespielt von Berrie
49 Jahre
Flieger
Sand kitzelt deine Füße, kalte Wellen schwappen über nackte Haut. Das Leben ist friedlich.
Aufgewachsen als einer von vielen Söhnen und Töchtern, ist es dein Name, der als Geburtsrecht noch heute gilt. Der damals, als Kind, noch kein Gewicht und doch alles trug, ausschlaggebend war, mit wem gespielt und wessen Gesellschaft von dir gesucht werden durfte. Noch zu jung, um zu verstehen, was die Verantwortung als Erbgraf von Esmaryel, einer der krovlischen Grafschaften, nicht nur an Privilegien sondern auch Möglichkeiten mit sich brachte, lebtest du nie ein schlechtes Leben. Fernab der Haupteinnahmequelle deiner Eltern bot Cordyn mit seinen weißen Stränden den Lebensstil, den sie sich für dich und deine Geschwister erhofft hatten.

Du reckst dich vor, deine Nase streift ihre, ein Lächeln auf deinen Lippen. Das Leben ist gut.
Gibt keine Zeit in deinem Leben, in der du nur auf dich allein gestellt gewesen wärst. In der nur du gewesen wärst. Hattest es nie sein wollen. Nicht damals, nicht heute. Spürst die Verantwortung gern auf deinen Schultern, blickst über die Köpfe der anderen, die für dich ausgesucht wurden. Nicht alle davon wahrhaftig gemocht, oft nur Teil eben jener repräsentativen Farce, die deine Jugend beschreibt. Ein Sehen und Gesehenwerden, Fußstapfen eurer Eltern, in die ihr alle noch nicht gepasst habt. Nicht alle … und doch einige. Eine. Sie. Sie ist dein Lächeln, sie ist Grund und Anker und Ziel deiner Blicke. Damals und heute. Lässt dein Herz schneller in der Brust schlagen, den Mund trocken und die Lippen rau werden. Lässt dich Eifersucht und Wut fühlen, Ohnmacht und Angst. Vor der Reaktion auf ein Arrangement eurer Eltern. Ausweglosigkeit. Du liebst sie. Damals und heute.

Heißer Stahl versengt dir die Finger, Schweiß rinnt dir die Stirn hinab, Blut. Das Leben ist gefährlich.
Träume hast du dir nicht erlaubt. Waren nicht Teil von dir, nicht vorgesehen, weil all das, was Teil von dir hätte sein müssen, eben das war, was von euren Eltern vorgegeben wurde. Das Idealbild eines heranwachsenden Mannes. Ehemann hättest du sein sollen (und wurdest du). Schützend und unterstützend hättest du sein sollen (und wolltest du sein). Nach dem Wie jedoch – fragte nie jemand. Niemand außer ihr. Nach deinen Träumen. Hast in ihr deine stärkste Verbündete gefunden, deine stärkste Unterstützung und die Sicherheit, zu werden, wer du immer sein wolltest. Zu tun, was du immer tun wolltest. Fliegen. Beschützen. Kämpfen. Trägst immer noch den Namen, den du hättest ablegen sollen. Hast ihn samt Titel ergänzt um einen Rang. Das Militär nie geplant als fester Bestandteil deiner Identität, hast du dich ihm verschrieben. Weil du wusstest, dass sie dich trägt, unterstützt und eure Liebe schützt. Dass ihr diesen Weg gemeinsam geht.

Aufmerksame Augen liegen auf dir, bist ihr Fokus, ihr Vorbild, die Vision ihrer Zukunft. Das Leben ist endlich.
Abzeichen funkeln an deinem Revers. Metallisch glänzen sie im Sonnenlicht, sind eingearbeitet in dunkelbraunes Flugleder. Entfernt scheint die Gefahr, die über Jahre omnipräsent war. Entfernter. Nie weg, nicht wirklich. Nur wenige Flugstunden liegen zwischen dir und ihr, zwischen stechend roten Augen und der Idee von Tod und Leid. Nur einen Steinwurf entfernt und doch – sind die Augen, in die du jetzt blickst, andere. Naiv womöglich, hoffnungsvoll oder getrieben. Wütend und zornig oder verängstigt und einsam. In allen siehst du die Trauer über Verluste, die ihr alle zu verzeichnen habt. In allen siehst du den Glauben. Hast ein Leben gelebt, wo ihnen noch zwei bevorstehen. Hast gekämpft und geblutet, geschrien und geweint, um Gefallene, um die Aussicht, weder deine Frau noch eure Kinder jemals wiedersehen zu können. Ein Privileg ist es, dies heute tun zu dürfen; jeden Tag. Sie an eben jenem Ort zu wissen, der auch für dich zu einem Zuhause geworden ist. Selbst nach all den Jahren wieder die Möglichkeit zu haben, Beschützer zu sein. Sie am Leben zu wissen und es selbst noch zu tun. Eine neue Generation auf ihrem Weg zu begleiten. Du hast nie in Armut gelebt, doch diese Form von Luxus ist selbst dir fremd gewesen.
14 Ingameposts | 18.08.2025, 09:23
Militär Poromiel
gespielt von Jella
35 Jahre
Schriftgelehrte
Wann immer meine Finger über Papier streifen, erinnere ich mich an das erste Buch, welches meine Eltern mir in die Hände legten. An die erste Geschichte, die mich aus meiner eigenen in die eines Anderen katapultierte. Mittlerweile habe ich so viele von ihnen gelesen, dass ich an manche nicht mehr erinnere. Aber ich erinnere mich immer wieder gern an das Gefühl, welches den Beginn eines Buches begleitet. Ein aufregendes Kennenlernen, die Frage, ob man bleiben will oder wieder gehen. Die besten Geschichten lassen einen an ihrem Ende wünschen, dass man sie von neu beginnen könnte. Das Leben besitzt dieses Privileg nicht. Ich kann meines nicht von vorne beginnen, kann die erste Seite nicht ausradieren und die ersten Worte neu setzen. In jeder Variante meines Lebens bleibe ich Odette Ganasdir, zweites Kind meiner Eltern, auch wenn auf der einen Seite nun schon eine ganze Weile eine Leerstelle klafft. Diese Leerstelle ist unwiderruflich Teil meiner Geschichte, aber gehört zu einem späteren Lebensabschnitt. Gehört nicht an den Anfang, auch wenn ich weiß, dass ein Rätsel zu Beginn auch Spannung aufbauen kann. Ich enttäusche nicht gern, aber ich zweifle, dass meine Memorien besonders spannend sein werden, falls sie irgendjemand irgendwann liest. Und doch habe ich zu viel Zeit mit Geschichten und unserer Geschichte verbracht, um nicht zu wissen, dass sich an den leisen Leben die Realität einer Gesellschaft meist besser ablesen lässt, als an denen von Helden. Ich bin keine, habe mich damals nicht wie mein Vater und mein älterer Bruder für den Reiterquadranten entschieden, sondern bin meiner Mutter in den Quadrant der Schriftgelehrten gefolgt. Das leise Leben zwischen Papier und Worten war für mich verlockender als die Weite des Himmels. Mittlerweile kenne ich genügend Menschen, die sich anders entschieden habe, weiß nicht länger, ob ich mich anders entscheiden würde, wenn ich die Entscheidung heute nochmal träfe. Ich wäre dennoch keine gute Reiterin geworden. Als junges Mädchen habe ich Drachen für Magie gehalten. Inzwischen weiß ich, dass auch Magie in manchen Fällen nicht genug ist. Dass all jene Siegelkräfte, die ich seit meinem Wehrdienst protokolliere, ihre Trägerinnen und Träger auch nicht zwangsläufig retten. Am Ende entscheiden die Götter und wir können nur hoffen, dass wir genügend Tage haben, um ihnen einen Wert zu geben.

Ich war und bin in meinem Leben vieles, was mir Wert gibt. Schwester, Tochter, Freundin, Schriftgelehrte. Meine Stationen malen einen Bogen, zeichnen nicht nur einen Lebenslauf, sondern auch ein Leben. An manchen Tagen scheint es mir schier unmöglich, dass ich so erwachsen geworden bin. An anderen fällt es mir schwer mein jetziges Leben mit meinen Jugendträumen zu vereinen. Ich komme aus einer Militärfamilie und wollte doch eigentlich einen anderen Weg gehen. Irgendwo in meinen Aufzeichnungen findet sich noch eine zarte Zeichnung einer anderen Möglichkeit. Eines Hauses, gefüllt mit romantisierten Träumen, die ich lange nicht mehr in meine Nächte und noch weniger in meine Tage gelassen habe. Ich verstehe derweil, warum man Menschen als hoffnungslose Romantiker bezeichnet, bin selbst hoffnungslos geworden in diesem Belang. Ich habe geliebt und verloren. Manches Mal vielleicht auch mich selbst. Aber wenigstens mich habe ich am Ende immer wieder gefunden. Ich bin geblieben in den Zusammenhängen aus Worten, im Dienst unseres Landes. Ich schreibe anderer Leute Geschichten häufiger auf als meine. Warum ich es mit letzterem nun doch beginne? Weil ich an meinen dunkelsten Tag Hoffnung in einer Geschichte gefunden habe. Weil ich hoffe, dass meine Geschichte das vielleicht für jemand anderen sein kann. Und weil ich am Ende meines Lebens vielleicht doch darauf hoffe, nicht nur Wert zu geben, sondern auch irgendwie wert zu sein. Etwas geschaffen zu haben, was bleibt, wenn ich das letzte Mal meine Augen schließe. Ich werde die Zeit nicht überdauern, womöglich in diesem Krieg nicht einmal die ganze Länge meines Lebens auskosten können, aber meine Worte könnten es. Wenn ich eines gelernt habe, dann das Worte eine Magie besitzen, dem nichts anderes in dieser Welt gleichkommt. Mögen diese Wenigen dich dort erreichen, wo du bist. Mögen sie dich zum Lächeln bringen. Oder langweilen. Hauptsache ist, sie entlocken dir eine Reaktion.
10 Ingameposts | 28.03.2025, 21:59
Militär Navarre
gespielt von Jani
34 Jahre
Handwerkerin
Sie mochte solche Situationen nicht. Momente, in denen man ihr ungeteilte Aufmerksamkeit schenkte. In denen sie im Mittelpunkt stand und man sie zum Thema machte. Es verunsicherte sie. Genauso wie es die Frage tat, die man an sie gerichtet hatte. Unscheinbar. Wenn sie sich selbst mit einem Wort beschreiben sollte, dann wäre es dieses. Sie mochte den Gedanken; unterzugehen in der Menge. Sich so mühelos in die Leben anderer zu integrieren, dass sie als Konstante für diese galt. Ohne Hektik, ohne Trubel. Odessa wollte Menschen glücklich machen, nicht für mehr Ärger sorgen. Es hatte sich durch ihre gesamte Kindheit gezogen. Hatte mit ihrer Mutter begonnen, die das Einhalten strikter Regeln von ihr gefordert hatte. Hatte sich fortgeführt in ihrer Jugend, als es nur noch ihr Vater und sie gewesen waren. Obwohl sich ihr Umfeld geändert hatte, es von Liebe durchzogen gewesen war, hatte sie sich vermehrt alleine wiedergefunden. Mit ihren Gedanken, mit ihren Gefühlen. Sie hatte erkannt, wie schwer es ihrem Vater gefallen war – ein Leben, welches er sich weder für sich selbst noch für sie gewünscht hatte. Deswegen hatte sie Wege gefunden, es ihm zu erleichtern. In dem sie ihm im Haushalt geholfen hatte. Sich selbst beschäftigte. Sogar in ihrer Jugend hatte sie keinen Drang zur Rebellion verspürt. „Verlässlich“, war stattdessen das Wort, was über ihre Lippen kam. Weil sie ahnte, dass alles andere zu kompliziert gewesen wäre. „Wie sind sie zum Zeichnen gekommen, Miss Loudain?“ Ihr Blick wanderte zu der Frau seitlich von ihr. Ihrem rundlichen Gesicht, den warmen blauen Augen und ihrem wohlwollenden, fast mütterlichen Lächeln. Sie musste merken, wie schwer es Odessa fiel, sich für diese Stelle zu verkaufen. Und das war es, was sie tun musste; losgelöst von all den Qualifikationen, über die ihre Gegenüber bereits Bescheid wussten. Die Empfehlungen der vorherigen Ateliers, für die sie tätig gewesen war. Ihre Zertifikate, die ihre Eignung als Kartographin bescheinigten. Die Karten, Pläne und Zeichnungen, die sie zu einer feinsäuberlichen Mappe gebunden hatte. „Irgendwann konnte ich Stifte halten und seither hab‘ ich sie nie wirklich abgelegt.“ Es war die Wahrheit: den Großteil ihrer Zeit verbrachte sie damit, Linien und Striche auf Pergament zu setzen. Sie trug ihre Federmappe mit sich wie Soldaten ihre Waffen. Konnte sich besser konzentrieren, wenn ihre Hand nebenbei dabei war, etwas zu skizzieren. Fühlte sich sicherer inmitten von Farben und Tinte. Vermutlich hatte es deswegen niemanden überrascht, dass sie sich für den Quadranten der Schriftgelehrten entschieden hatte. Es war ein Zwischenstopp in ihrem Leben gewesen; immerhin hatte sie nie den Wunsch gehegt, eine aktive Rolle im Krieg einzunehmen. Dafür ging sie Konfrontationen noch immer zu häufig aus dem Weg. Fand sich zu oft in Situationen wieder, in dem ein Ja über ihre Lippen glitt, statt des Neins, was sie eigentlich fühlte. Odessa hatte dazugelernt – sah die Bedürfnisse Fremder nicht mehr als wichtiger als ihre eigenen an. Aber sie hatte Probleme damit, wenn es Menschen umschloss, die sie liebte. Erwischte sich zu häufig dabei, wie sie ihre eigenen Grenzen für sie erweiterte. Ausflüchte fand, um die man sie nicht gebeten hatte. Verlustangst, hatte ihr Vater es genannt. Die Sorge davor, verlassen zu werden; so wie ihre Mutter sie verlassen hatte. „Und sie wären bereit, nach Nymrith zu ziehen?“ Andernfalls hätte sie sich nicht für die Arbeit in Tyrrendor beworben. Aber auch diese Worte hielt sie zurück, nickte stattdessen höflich. „Mich hält nichts in Elsum und es ist eine gute Möglichkeit, meine Fertigkeiten weiterzuentwickeln.“ Es war keine Herausforderung für sie, ihre bekannten Strukturen zu verlassen. Sie hatte keine Angst vor Veränderungen; solange sie dabei etwas machen konnte, was sie liebte.
5 Ingameposts | 09.02.2025, 14:39
Zivil Navarre

Charakter suchen
Exakte Schreibweise: